Plakatieren. Wahlkampf an der Basis.

Ja, zu diesem Parteiengagement gehören ja nicht nur schicke Funktionen, fancy Anträge und aufregende Gremiensitzungen, oh nein! Gerade im Wahlkampf wird man gerne mal von seinem Ortsverein-Vorstand angefragt, ob man nicht auch gerne mal plakatieren oder am Infostand Flyer verteilen will, um den eigenen Chef wieder in den Bundestag zu bringen. Man wird durchaus lieb angefragt, aber wenn der Vorstand im eigenen und im Nachbarbüro sitzt, weist er eine gewisse zermürbende Penetranz auf, kombiniert mit düsteren Zukunftsprognosen für die eigene Büro-Beliebtheit, wenn man zu oft nein sagt. Abgesehen davon sehe ich es ja ein: wenn nicht mal die Hauptamtlichen ihren Körper hinhalten, warum sollten es dann die anderen tun? Und es ist ja nur gut für mich, wenn mein Job länger als bis zum 24. September existiert.

Ich war also ein paar Mal am Infostand, das ist ganz okay, denn ich wohne nicht dort, wo ich organisiert bin. In dem Falle finde ich das super. Und seit heute darf ich mich als erfahrene Plakatiererin bezeichnen, das war sogar noch besser. Man ist halt hinterher voller Kleister. Und man fühlt sich durchaus merkwürdig, wenn man den Vormittag damit verbringt, seinem Chef mit einer kuschelig-weichen Bürste voller schmierigen Zeug übers Gesicht zu puscheln. Aber ich kann das.

Demokratisches Engagement. So was sagt einem vorher auch keiner.

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Anscheinend Stress

Ich fühle mich eigentlich nicht so, aber einige Indikatoren weisen darauf hin, dass ich viel zu tun und wenig Muße habe.

  • Ich verpasse wmdegt, das Tagebuchbloggen von Frau Brüllen.
  • Wenn ich morgens das Bett mache, freue ich mich unbändig darauf, mich abends wieder hinein zu legen.
  • Mein Blog-Reader weist von mir ungelesene Artikel auf.
  • Ich finde einfach kein Zeitfenster, um zum Friseur zu gehen.

Es scheint bisher positiver Stress zu sein, da ich mich (noch) nicht erschöpft fühle und gute Laune habe. Der hauptsächliche Grund für die stärkere Auslastung ist eine erhöhte Taktzahl bei der Arbeit und mehr Aktivität in den Ehrenämtern (gnah, wieso habe ich eigentlich zwei Ehrenämter? Wie ist das passiert? Ich erinnere mich nicht mehr), was bisher alles Spaß macht. Ich weiß allerdings auch, dass das bis zum 24. September definitiv noch mehr werden wird, und danach werde ich zumindest bei Arbeit eventuell in ein tiefes Langeweile-Loch fallen. Es gilt also, vorausschauend zu agieren und mit Kräften zu haushalten.

Vorsichtshalber werde ich jetzt schon erhöhte Terminhygiene betreiben. Zwei Abende pro Woche zu Hause sind Pflicht, viel Zeit mit D. und der Krabbe ist einzuplanen, nicht mehr als vier Abendtermine pro Monat bei der Arbeit und die Ehrenamttermine und -arbeiten muss ich eher flach halten. Auf letzteres kann ich mich intensiv nach der Bundestagswahl stürzen, wenn mein Chef sein Mandat verteidigt hat. 

Wachsam sein, ganz langsam rennen, heißt die Devise. Ich muss das Tempo vier Monate halten können.