Weltflucht

Hier so: G20, die Stadt tickt aus, Altona brennt. Mittelphase Wahlkampf, mein Überstundenkonto explodiert. Meine Gebärmutter stürzt mich in große Freude und danach in tiefe Täler, mit Strömen von Blut. Merkwürdige Zeiten.

Also mache ich das absolut Naheliegende, fange einen Yoga-Kurs an und werde gemeinsam mit D. und der Krabbe, der Mutter-Kollegin und Yoga-Genossin C., ihrem Freund und deren Tochter Schrebergartenpächterin. Gestern bekamen wir den Zuschlag. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Es zeichnet sich ab, dass wir viel Arbeit damit haben werden: die Vorpächter haben sich lange nicht gekümmert, die Laube ist so durchgewohnt, dass wir alle rausnehmen lassen außer der Küche und dem Chemie-Klo – die wir aber eventuell dennoch sukzessive ersetzen. Die Beete sind ziemlich nackig, die Sträucher zu hoch, sinnfreie Bodenplatten liegen mitten im schönen weichen dichten Rasen, und überhaupt! Ich habe die Hälfte schon wieder verdrängt. Aber es wird schön werden. Ich freu mich auf Grill-Exzesse mit viel Wein, Gartenbesuche, bei denen man eine Stunde Garten tüdeln und dann auf Liegen rumliegen kann und Barfußlaufen auf sonnigem Rasen.

Und natürlich die Beschäftigungstherapie: wenn ich jetzt nicht mehr nach Kinderwagen die Kleinanzeigen durchforsten kann, so kann ich es zumindest nun nach Gartengeräten tun. Man nimmt, was man kriegen kann.

 

Tagebuch Juni 2016

Es ist wieder der 05. eines Monats, der Tag, an dem Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen ruft. Alle anderen Tagebuchblogeinträge finden sich auf ihrer Seite, nämlich hier.

07.50 Ich wache auf von der Sonne, die trotz dunkler Vorhänge in mein Gesicht scheint. Ist Sommer hier! Seit gestern gibt es auch keine täglichen Gewitterer mehr. Ich fand das tropische ja gar nicht schlecht, aber ohne Gewitter ist es auch okay.

08:00 Küche. Kaffee. Die Wohnung ist sehr, sehr still seit drei Tagen. D. ist in Mexico, die Krabbe in Frankreich. Das ist mal ganz schön, und ich genieße es, einfach nur tun zu können, was ich will. Das ist nicht viel: gestern habe ich mich mit Monsieur K. zum Grillen getroffen – er hat die hammerbesten marinierten Spieße gemacht -und das wars. Heute ist Feld angesagt. Für abends habe ich eine Packung Backofenpommes im Tiefkühler, denn es wird feierlich: ich beginne die sechste Staffel Game of Thrones. Ansonsten hänge ich den ganzen Tag auf einem unserer Balkone herum. So auch jetzt.

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09:30 Ich frühstücke. Was wirklich schockierend ist, wenn man länger als ein oder zwei Tage komplette Strohwitwe ist: wie wenig Essen man verbraucht! Wie wenig man wäscht! Wie selten die Spülmaschine läuft! Wie ordentlich die Wohnung einfach bleibt, wenn man aufräumt!

Außerdem habe ich gerade viele Sorgen, z.B.: Können Füße absterben, wenn sie zu lange auf dem Balkongitter abgelegt werden? Warum ist JETZT das letzte Buch ausgelesen, und wo bekomme ich ein neues her? Wann melden sich die besten Nachbarn, ob und wann sie aufs Feld fahren?

10:30 Ich nähe neue Knöpfe an mein neues Kleid. Die ursprünglichen Knöpfe sind abgefallen.

11:30 Ich tüdele so herum. Schon mal Kleidung für Lissabon heraussuchen und ggf. waschen, Mittagessen mit Lachs und Gemüse vorbereiten, Internet surfen, mit den Nachbarn über den Feldfahrzeitpunkt sprechen. Um 14 Uhr würde ich gerne los, und selbst wenn das mit dem gemeinsamen Losfahren nicht klappen sollte, trifft man sich auf dem Feld. Jäten und schauen, was aus den Kürbissamen geworden ist, das ist das Wichtigste dort. Außerdem kämpfe ich mit den Ohrwürmern, die von exzessiven „Nashville“-gucken in den letzten Tagen rühren. Ich mag die Serie, die mir von Schwester 1 empfohlen wurde, sehr: viele komplexe Frauenfiguren, einige dramaturgisch gut gemachte Geschichten, einer der Darsteller hat Ähnlichkeiten mit Michael Fassbender und ich weiß jetzt genau, wie die Country-Industrie in den USA funktioniert und wie die da so sind.

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13:30 Ich breche radelnd zum Feld auf. Die Nachbarn nehmen das Auto.

14:45 Keuchend und schwitzend erreiche ich die Grünfläche. Mei o mei, ist das immer weit! Ich wanke auf unseren Streifen und entdecke drei Kürbispflänzchen, und die zuletzt eingepflanzte Zucchini gedeiht. Immerhin eine Zucchini mehr als letztes Jahr! Aber die Kürbisse, na ja… ich hätte gerne noch ein paar. Pro Pflanze gibt es ca. 2 Früchte, das ist mit zwei Haushalten gar nicht so arg viel. Hoffnungsvoll stecke ich meinen letzten Samen in die Erde.

Ein kurzer Überblick zeigt, dass alles wächst und gedeiht. Die Kartoffeln keimen fröhlich, und vor allem die Reihen mit den exotischen Knollen meines Vaters sehen interessant aus. Alle Kohl-Jungpflanzen wirken sehr angeknabbert, aber lebendig. Die Möhren, die Petersilie, der Dill, die Zwiebeln, der Porree, die Salate, Erbsen und Bohnen, Mais und Fenchel: da gibts nix zu meckern. Der Mangold freut mich besonders, denn mindestens sieben Pflanzen haben unser Jäten überlebt. Letztes Jahr hatten wir ca, 2,5 Pflanzen und hatten zwar immer nett Mangold, aber nie so viel, wir wir gerne gehabt hätte. Das werden Mangold-Feste!  Da man aber nie alles haben kann, folgt gleich ein kleiner Downer in der nächsten Reihe: Schockierenderweise blüht der Spinat bereits und ist damit für diese Saison gelaufen… Pastinaken und Rote Bete kommen langsam, aber im Gegensatz zum letzten Jahr kommen sie. Das ist schön.

Die Nachbarn kommen auch bald und bringen noch einige Jungpflanzen mit. Eine Zucchini, Kohlrabis und Erbsen, mit denen wir ein paar Lücken auffüllen. Wir pflanzen und jäten, dass es eine Freude ist.

17:30 Bedrohliches Donnern kündigt ein Gewitter an, und wir brechen flugs auf. Ich lasse mein Fahrrad stehen, was etwas ärgerlich ist: jetzt muss ich extra nochmal so weit raus, um es zu holen, aber es hilft nix. Es gibt keine Alternative, und ich will wirklich nicht 1,25 Stunden pitschenass durch die Gegend fahren. Also ab auf den Rücksitz zwischen Kleinkind und Baby und einfach mal entspannen. Und mit den Kleinen rumpusseln. Ach, wäre jetzt die Krabbe da…!

An der Kattwykbrücke müssen wir halten, denn die Brücke ist hochgezogen. Ein Schiff schifft vorbei.

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18:30 Zu Hause. Ich räume etwas auf, dusche die schwarze Fischbeker Erde von mir (bzw schrubbe: meine Füße sind schwarz wie die Nacht) und freue mich auf Pommes und Games of Thrones.

Schönen Abend allerseits!

Gemüseanbau auf dem Feld: die Taktik für 2016

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Das Feld in der Übersicht

Wie schon letztes Jahr versuchen wir uns mit den besten Nachbarn gemeinsam auf einem gepachteten Feldstreifen am Gemüseanbau. Das ist ein sehr cooles Prinzip: auf einem Feld im Hamburger Süden haben die Eigentümer ein Feld mit etwa 40 Gemüsesorten längs besät und bepflanzt, das ganze in etwa 40 jeweils 2 Meter breite Querstreifen geteilt und diese für eine Saison angeboten. Wir müssen „nur“ noch jäten, ernten und Wunsch-Gemüse auf den wenigen noch leeren Ackerstreifen ausbringen. Alles ist nach Demeter-Regeln konzipiert, so sollen wir z.B. nicht wässern, weil die Pflanzen so längere Wurzeln entwickeln und sich aus dem Grundwasser versorgen können.

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Gemüsereihen

Taktisch werden wir in diesem Jahr ein paar Veränderungen einführen. Letztes Jahr haben wir in schierem Jät-Wahn sehr vielen Keimlingen den Garaus gemacht, einfach, weil wir sie nicht vom Unkraut unterscheiden konnten. Besonders viel Schwund war bei Rote Bete, Pastinaken und ähnlichen Spätkeimern vorgekommen. Dennoch war die Ernte reich – Kartoffeln und Möhren bleiben mir besonders in Erinnerung, Bohnen und Erbsen sowie Petersilie und Dill, Mangold und Salat, Radieschen und Kohlrabi erfreuten uns den ganzen Sommer hindurch, und mit den Kürbissen hatten wir am Ende der Saison enorm viel Spaß. Auch der Rotkohl und der Wirsing waren großartig. Was nicht sehr erfolgreich gewesen war: eben die oben genannten Spätkeimer, die Zwiebeln und die Zucchini kamen nicht und der Porree war etwas traurig ausgefallen. Unser Grünkohl hatte Mehltau-Befall, und der Rosenkohl war irgendwie unbefriedigend gewesen. Sehr viel Busch, fummelige Ernte und eher wenig Ertrag.

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Kohlrabi und Kopfsalat

Dieses Jahr konzentrieren wir uns etwas mehr auf die Erfolge des letzten Jahres und auf  Jungpflanzen – einige konnten wir bei den Besitzern des Feldes bestellen -, die Zucchini haben wir vorgezogen (ich hoffe, sie überstehen Trockenperiode), und nun harren wir der Dinge, denn spannend ist es definitiv. Mein Vater hat mir etwa zum Geburtstag 14 exotische Kartoffeln zur Aussaat geschenkt, da bin ich natürlich besonders jieperig auf das Ergebnis.

Doch so weit ist es noch lange nicht, denn vor der Ernte kommt die Mühe. So war ich also heute zum Jäten auf dem Feld, fand aber erstaunlich wenig Wildkraut, sicherlich wegen der Trockenperiode. Nicht, dass ich mich beschweren würde! Die Jungpflanzen sahen ganz tapfer und wenig vertrocknet aus, ich habe sie noch ein wenig mit bariellem Schneckenschutz versehen und alle Feldreihen, in denen ich Pflänzchen identifizieren konnte, mittelordentlich gehackt. Also um die Pflänzchen herum beziehungsweise neben den Aussaatreihen. Das ist gut für die Wasserversorgung, lernten wir letztes Jahr, weil die Oberfläche der Erde vergrößert und das Erdreich durchlässiger wird. So kann auch in trockenen Zeiten der Morgentau seinen wässerigen Beitrag leisten. Und, auch sehr nützlich: aus der gehackten Erde kann man sehr viel besser das Unkraut entfernen.

Schritt für Schritt. Mal sehen, wie das so weitergeht.

Wochenende mit Geschrei

Jüngst stand ich mit der besten Nachbarin in ihrem Vorgarten, wir wollten Kohlrabi-Samen zum Keimen einpflanzen, die wir im Frühling auf das gemeinsame Feldstück bringen wollen. Die beiden dreijährigen Töchter sollten diesen Vorgang staunend begleiten, voll Freude und Wißbegier den weisen Worten ihrer Mütter lauschen, niedlich mithelfen und sich ewig an diese Szenen erinnern.

Es kam anders. Die erste Minute lief wie vorgestellt. Dann passierte folgendes: Die beiden Mädchen stellten sich jeweils an ein Ende der Kinderschubkarre der besten Nachbarsfamilie, verkündeten jeweils ihr Begehr („Ich will!“-„Nein, ich will!“) und fingen an zu ziehen, bald begleitet von infernalischen Gebrüll. Die beste Nachbarin, eine große Freundin des kompromissbasierten Schlichtens, seufzte. Stoisch pieksten wir Löcher in die Blumenerde und wandten den Kindern den Rücken zu. Das Gebrüll wurde lauter. Ich fragte: „Ist jetzt nicht mal langsam das Alter erreicht, in dem sie es unter sich ausmachen müssen?“ Die beste Nachbarin seufzte wieder. „Ich habe jedenfalls langsam keine Lust mehr auf das dauernde Schlichten.“ Ich war erleichtert. Wenn die beste Nachbarin als Langmut in Person das sagt, dann ist es wirklich langsam mal gut.

Wir pieksten und samten also, die Kinder brüllten und zogen, und nach einer Viertelstunde waren alle fertig mit ihren selbstgewählten Aufgaben und widmeten sich neuen Dingen.

War irgendwie nett.

 

Saftige Kürbisküchlein (nach Chakall)

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Auf unserem Feld werden die Kürbisse nun reif. Beim letzten Erntegang hatten wir ein Problem: einen 7kg-Oschi, der verarbeitet werden wollte. Wir kochten Chutney, Pastasauce und Suppe und hatten immer noch 2 Kilo übrig. Bei der Rezeptrecherche stieß D. auf ein Kürbisbrot, das uns ganz und gar misslang, und diesen Kuchen, den wir sogleich ausprobierten und der sehr einfach und lecker ist. Im Original heißt das Rezept „Kürbis-Brownies“, was ich aber streng verurteile, da dieser Kuchen mit Brownies so rein gar nichts gemein hat außer der Form und ein wenig die Konsistenz. Er erinnert eher an leicht sabschigen Gewürzkuchen, schmeckt schön herbstlich und die Krabbe fand ihn super.

Da kam Mama Mias Aufruf zu Kürbisrezepten im Rahmen ihrer Blogparade „Kochen für Kinder“ gerade recht, und ich werfe meinen neuen Favoriten hiermit in den Ring! Los geht es.

  • 450 g Kürbis (geputzt gewogen; am besten Hokkaido, aber auch der klassische Halloween ist perfekt)
  • Butter für die Form
  • 100 g Sahne
  • 75 g Walnusskerne oder andere Nüsse
  • 200 g Mehl
  • 200 g Roh-Rohrzucker
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1/4 TL Salz
  • 1/2 TL gemahlener Ingwer
  • 2 TL gemahlener Zimt
  • 1 TL geriebene Muskatnuss
  • 100 ml Pflanzenöl (z. B. Sonnenblumenöl)
  • 2 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
  • Den Backofen auf 180°C vorheizen. Den Kürbis eventuell schälen (Hokkaido muss nicht geschält werden) und die Kerne entfernen. Das Fruchtfleisch in Schnitze schneiden und auf ein Backblech legen. Im vorgeheizten Ofen etwa 5 Minuten backen. Eine quadratische Kuchen- oder Auflauf‌form (22 x 22 cm) oder einen entsprechend großen Backrahmen auf einem Backblech mit Butter ausfetten. Den Kürbis abkühlen lassen und das Fruchtfleisch zusammen mit der Sahne in Mixer oder mit dem Pürierstab glatt pürieren.
  • Die Walnusskerne fein hacken. Kürbispüree mit den restlichen Zutaten in eine Schüssel geben. Mit dem Handrührgerät gut verrühren.
  • Den Teig in die Form füllen und 20–25 Minuten im Ofen backen (ich habe eher 40 min gebraucht), bis die Oberfläche der Brownies fest, das Innere aber noch weich ist. Die Brownies abkühlen lassen und in Stücke schneiden.

Guten Appetit!

Mangold-Quiche, auch für Gemüse-Skeptikerinnen und träge Köche

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Das Rezeptesammeln geht weiter: nach Latte Macchiato präsentiere ich hier die ultimative Mangold-Quiche, die man auch für und mit Kind hervorragend kochen kann. Das von Mama Mia ausgegebene Motto heute ist „Sommergemüse“, und da wir unter die Feldherrinnen gegangen sind und quasi stündlich reiche Ernte vermelden können, bin ich gerade Sommergemüse-Expertin. Ich gebe zu, die obige Zutat muten schon ein wenig herbstlich an, aber es ist wirklich alles vorgestern vom Feld geholt worden. (a propos Feld: Kartoffeln ausbuddeln finde ich herrlich, das ist quasi das Gegenteil von jäten. Man zieht, man gräbt, und dann hat man zehn Kartoffeln! Statt einer Distel. Sehr befriedigend.)

Nun denn, hier das Rezept für eine leckere Mangold-Quiche, die auch die Krabbe mit leichter Modifikation gerne isst, für 2,5 Personen.Geht schnell, man muss wenig schnippeln, die Zutatenliste ist sehr überschaubar und es ist böse lecker. Die Krabbe kann sich beim Gemüse putzen einbinden lassen, erste Schneideversuche unternehmen und rühren und Teig in die Form kneten, es ist also für alle was dabei. Ich nehme zur Zeit gerne fertig vom Türken meines Vertrauens gekauften Yufka-Teig als Boden, der ist schön leicht und unkompliziert bei der gerade vorherrschenden Hitze. Mürbe- oder Hefeteig ist natürlich aber auch wunderbar, man entscheide nach Lust auf Aufwand!

Man nehme:

  • viel Mangold. Ich habe es nicht gewogen, aber aus 8 riesigen Blättern ergibt sich erschütternd wenig gedünsteter Mangold, also rechnet lieber mit 15 großen Blättern.
  • 3 große Blätter Yufka-Teig
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Petersilie (ich habe gute Erfahrung mit VIEL Petersilie gemacht)
  • 100 g Butter zum Dünsten und fetten der Springform
  • 4 Eier
  • 150 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer, etwas Muskat

Den Knoblauch fein hacken, den Mangold in Stücke schneiden und beides in einer Pfanne mit etwas Butter anbraten, ggf mit etwas Wasser ablöschen und so lange köcheln, bis das Gemüse extrem zusammengefallen ist. Petersilie dazugeben. Eine Springform einfetten und mit dem Yufka-Teig auslegen, das Mangold-Gemüse in die Form geben und gleichmäßig verteilen. Da die Krabbe allem Gemüse recht skeptisch gegenüber steht, lasse ich für sie meist einen Teil frei von Mangold. Jetzt die Eier und Sahne miteinander verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und das Gemisch über die Gemüse-Mischung geben. Der von Mangold freie Teil ist dann im Endeffekt einfach nur etwas Teig mit Ei, das kommt hervorragend bei der Krabbe an. Bei 180 Grad etwa 30 Minuten in den Ofen – fertig.

Guten Appi, ne.

Ernten, säen, feiern

Gemüse

Das Wochenende stand ganz im Zeichen des Feldes. Samstag radelte D. unerschrocken 20 Kilometer zur Demeter-Gärtnerei und erwarb Jungpflanzen, die wir gerne auf unseren Feldstreifen aussetzen wollten. Denn die Kopfsalate und die Zuckererbsen konnten nun weichen, auch der Spinat hatte seine besten Zeiten hinter sich. Den so entstandenen Raum wollten wir gerne nutzen. So gab es denn noch süße, kleine Pflänzchen von Mangold, Broccoli, Grünkohl und Wasabi-Salat (ja, fragt mich nicht, ist mir völlig neu). Außerdem ergatterte er Saatgut von Feldsalat, Rauke, Spinat und Petersilie, die anscheinend auch bei so später Aussaat noch Ertrag bringen sollen.

So gewappnet fuhren wir mit den besten Nachbarn zu unserem Feldstreifen im Wohngebiet. Die Aufgaben waren klar: den wuchernden Hokkaido vom Kohlrabi fernhalten, die Zuckererbsen- und Spinatreste entfernen und Jungpflanzen einschlämmen sowie säen. Außerdem etwas Kräuter ernten, ein paar Bohnen und dann singend nach Hause fahren.

Als wir ankamen, wurden wir des Besseren belehrt. Der Mangold war wieder gut nachgewachsen, der Dill riesig, die Karotten ragten aus dem Boden und bettelten geradezu nach Ernte. Der Salat wucherte fleißig vor sich hin, Stangenbohnen und dicke Bohnen fielen geradezu in unsere Hände, wenn wir auch nur in ihre Nähe kamen. Die Kartoffeln, verriet uns eine Feldgenossin, waren auch schon so weit.

Nachdem also die gejäteten Lücken aufgefüllt waren, ernteten wir. Und ernteten. Und ernteten. Ja, hier ist es fruchtbar. Dann fuhren wir singend nach Hause, zumindest dieser Programmpunkt wurde dank Kinderlieder-Kassette absolviert wie geplant. Das große Kochen kann beginnen, und wir sind gerade ganz froh, dass wir den Feldstreifen nicht alleine bestellen. Wie sollte man dem Herrin werden? Aber so sind wir guten Mutes und haben schon eine ganz kleine Testreihe gestartet. Das Ergebnis: die Linda-Kartoffeln sind so unheimlich lecker, ganz jung sind sie, mit ganz dünner Schale. Hach!

Mehr konnten wir gerade nicht verarbeiten, denn D. fabriziert zur Feier unseres einjährigen Zusammenlebens gerade eine Unmenge von Köstlichkeiten in der Küche, die bei einem Picknick verspeist werden müssen. Wir stoßen mit Champagner an und freuen uns des Lebens.

Das ist Sommer.