Ein Stadtausflug mit Krabbe – Die Eroberung von Bremen

Stadtmusikanten_Bremen

Die Bremer Stadtmusikanten. Von Wuzur – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3571364

Jüngst besuchte ich mit der Krabbe Bremen. Es war ein wirklich gelungener Ausflug, ich war danach ganz angetan und musste daran denken, dass Frau Novemberregen mir auf kommentatorische Nachfrage mal verriet, dass Städtereisen mit Kindern durchaus auch schon mit 8jährigen toll sind. Nun, die Krabbe ist vier Jahre alt, aber das war auch schon toll. Da ich Vorbereitungs-Fan bin, erzählte ich ihr vorab von den Bremer Stadtmusikanten und dass ich in Bremen studiert und daher dort lange gewohnt hatte, auch ihren Vater habe ich in der Zeit kennen gelernt. Das fand sie ganz interessant.

Wir bestiegen also top vorbereitet morgens den Regionalexpress, in dem die Krabbe dann etwa eine Stunde lang und damit den Großteil der Fahrt lang versunken Hörspiele hörte. Manchmal erschreckt es mich ja ein wenig, wie sehr weggetreten das Kind beim Medienkonsum ist, aber ich schätze, das ist eigentlich nicht ganz schlecht, diese Fähigkeit zur Hingabe. In diesem Falle nutzte ich die mentale Abwesenheit meiner Tochter, um etwas zu lesen und aus dem Fenster zu schauen, also eine ganz normale Zugfahrt, fast wie mit ohne Kind. Das war interessant, daran muss ich mich erst noch gewöhnen, mir war fast etwas langweilig.

In Bremen angekommen fuhren wir zunächst Straßenbahn, was die Krabbe immer toll findet. Schienen auf der Straße! Das ist schon ein Ding. Ich zeigte ihr auf der Fahrt die Orte, an denen ich in Bremen gewohnt hatte – und das sind viele, ich habe ungefähr in sechs verschiedenen WGs gelebt -, was sie zu sehr vielen Nachfragen und Überlegungen animierte. Fragen und überlegen sind aktuell sehr große Hobbys von ihr, das könnte sie in einen Lebenslauf schreiben. Das ist schön, aber manchmal etwas anstrengend, da ich prinzipiell keine Frage unbeantwortet lassen möchte.

Am Leibnitzplatz trafen wir uns mit meiner alten Freundin V. in einem schönen, mir bis dato unbekannten Cafe, das ich wegen seiner Spielecke ausgesucht hatte. Ach ja, der Fokus hat sich verändert, seit ich als Studentin in der Stadt rumgelungert habe! Die Krabbe hörte noch eine halbe Stunde Hörspiel und enterte dann die Spielecke, wollte allerdings keinesfalls alleine spielen. Da das Gespräch so nicht weiter geführt werden konnte, brachen wir bald auf, um uns die Bremer Stadtmusikanten-Statue anzuschauen. Diese steht auf dem überaus prachtvollen mittelalterlichen Rathausplatz, auf dem außerdem der riesige Dom steht und auf dem sich enorm viele Statuen tummeln. Die Krabbe fand das richtig gut. Sie wollte gerne in den Dom und so folgten wir Erwachsenen brav.

Im Dom selber hatte sie viele Fragen zu den Ritualen, den Fenstern, den Leuten, der Einrichtung, den Statuen, den Bischofsgräbern, den Beichtstühlen etc pp. Ich bin Atheistin und versuchte etwas verzweifelt, alles neutral zu erklären, ohne dass es unkritisch zu verstehen ist. Väterlichseits ist da mehr Glaube im Spiel, sie bekommt also die andere Seite auch gut mit. Ich orgelte tüchtig herum, war aber generell ganz zufrieden mit mir. Irgendwann kamen wir an der obligatorischen Jesus-Staue an. „Mami, warum ist immer Jesus in der Kirche?“ – „Viele Leute glauben, dass Jesus der Sohn von Gott ist. Und weil die Kirche für Gott gebaut ist, ist da auch immer Jesus drin.“ Das kleine Gesicht verzog sich, aufs Höchste empört, und die Krabbe rief SEHR laut, dass es von den Kirchenwänden widerhallte: „Das stimmt nicht! Gott ist im Himmel und Jesus auf der Erde! Jesus ist nicht der Sohn von Gott! Der hat andere Eltern, Maria und den Mann da, dieser eine!“ Ich nickte bedächtig, sagte: „Du hast das Kernproblem gut erfasst, mein Kind, ich bin stolz auf dich“ und zerrte alle schnell und unauffällig wieder auf den Marktplatz hinaus.

Hier entdeckte die Krabbe, dass die Leute Fotos von den grausligen Domstatuen machten, und beschloss, auf jede der ungefähr einhundert Statuen zu klettern und ihre unschuldige Mutter zu zwingen, das ausführlich zu fotografieren. Sie poste wie eine Weltmeisterin, ich war schwer beeindruckt. Wir schauten uns außerdem die Stadtmusikanten an, mit denen ebenso verfahren wurde, und sie rieb alle möglichen Stellen auf der Statue für das größtmöglich Glück, das dadurch zu einem kommt, ordentlich ab. „Was heißt das, das bringt Glück?“ – „Das heißt, dass du dann heute viel Glück hast. Vielleicht so viel Glück, dass es heute Abend Nudeln gibt.“ Das leuchtete ihr ein – Nudeln sind schon wirklich viel Glück! Sie wollte dann gerne noch in das mittelalterliche Rathaus, was allerdings weder zeitlich noch organisatorisch zu bewältigen war, was ich mir aber merkte. Hamburg hat ja auch ein Rathaus, nech!

Um die These mit dem Glück zu überprüfen, verabschiedeten wir V., stiegen wir in eine weitere Straßenbahn und machten uns auf zu Schwester 2 und ihrem Freund und Sohn. Dort stieß bald D. zu uns, die Krabbe spielte mit ihrem Cousin (zumindest im selben Zimmer mit ihm, aber das klappte alles sehr gut), die Kinder aßen Nudeln und gingen irgendwann gesammelt ins Bett. Gegen 21 Uhr kam das vorab bestellte Sushi, der Sekt wurde geöffnet und floß in Strömen. Viel zu spät gingen auch die Erwachsenen ins Bett.

In der Nacht setzte meine Periode ein, und die puckernde Gebärmutter kombiniert mit einem veritablen Schädel führte zu meinem Entschluss, dass alle anderen ruhig wie geplant bouldern gehen konnten, während ich Kaffee trinken in der Boulderhallen-Sofaecke bevorzugte und Anlaufpunkt für die Kinder sein würde. Gesagt, getan – wir fuhren in die Boulderhalle nach Walle, und es geschah alles genau so. Die Krabbe ist eine große und furchtlose Klettererin, so dass sie auf ihre Kosten kam, ebenso ihr Cousin. Nach einem spaßigen Vormittag setzte uns Schwester 2s Mann am Bahnhof ab, wir besorgten uns schnell ein Mittagessen und stiegen in den IC zurück nach Hamburg.

Das war alles sehr großartig und harmonisch gewesen. Reisen mit der Krabbe ist aber auch wirklich immer toll, sie ist ein unterwegs-Kind. Wirklich schade, dass ich selber eher eine zu-Hause-Mutti bin.

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Der Lack ist ab

Ich brach heute morgen in Hamburg mit Rucksack auf, denn ich werde unterwegs sein: heute und morgen in Berlin arbeiten, morgen dann nach Franken fahren, um die Krabbe von der Oma abzuholen, Donnerstag geht es weiter in die Pfalz zu der Hochzeit von Schwester 1 am Freitag und Samstag kehre ich nach Hamburg zurück (es lebe die Bahncard 100). Man kann sich nicht vorstellen, wie viele Outfit-Varianten sich in diesem Rucksack befinden! Ich habe heute schon das zweite Paar Schuhe im Büro an und könnte, wenn ich wollte, einfach so aus Spaß nochmal in die schicken Stiefel wechseln.

Was nie gewechselt wird: Mein treuer Begleiter auf all diesen Reisen, mein unschlagbarer emsa-Kaffeebecher. Hält ewig lange ewig heiß und ist komplett dicht. Das einzige Problem ist das Design. Als ich damals recherchiert hatte, was es so gibt, wollte ich was einigermaßen Schickes. Daher kam ein silberner Becher, der für mich für immer und ewig mit Voltigierturnieren und Thermoskannen assoziiert ist, nicht in Frage. Ich kaufte einen schwarzen Becher.

Und heute habe ich das:


Ein paar schwarze Krümel Lack sind noch erhalten geblieben. Aktuell sieht das noch etwas punkig aus, wie abblätternder Nagellack, aber in nicht allzulanger Zeit werde ich einen strahlend silbernen Thermosbecher haben.

Wenigstens habe ich dann keine schwarzen Lackreste mehr im Gesicht, wenn ich morgens ins Büro komme.

Warten beendet

Es ist Plan A geworden – ich werde nun in Bälde nicht mehr in Berlin arbeiten, sondern in Hamburg, der Stadt, in der ich wohne. An den Gedanken muss ich mich erstmal gewöhnen, aber ich freue mich sehr über einen Arbeitsweg von 32 Minuten! Süße Freizeit, ich komme! Sport, Cocktail, Kinos, alles ist immer möglich, denn: krasses Ausschlafen jeden Morgen bis mindestens 6:30 Uhr! Feierabend haben und einfach 45 Minuten später zu Hause sein! Einfach auf dem Arbeitsweg die Kita streifen! Was für ein Leben…

Faktisch werde ich eine überstundenanfällige 30-Stunden-Woche – also 5 Stunden mehr als jetzt – und ein Kind haben, wahrscheinlich werde ich mich nach dem ersten Rausch sehr schnell daran gewöhnen und jammern, dass ich die herrlichen Stunden im ICE nicht mehr habe, wo niemand was von mir wollen konnte. „Leider keinen Empfang gehabt, wie unglücklich…“

Aber davon abgesehen: yeah! Ich bin so gepannt.

Anfängerfehler im Zug

Beim ICE-fahren, das weiß die erfahrene Extrempendlerin, kann man viel falsch machen. Auch die Extrempendlerin selber gerät noch manchmal in strukturelle Fallstricke. Deshalb hier eine kurze Liste der größten Bahnfahr-Fehler, ohne Anspruch auf Vollständigkeit!

  • Bei der Ansage „In wenigen Minuten erreichen wir…“ aufspringen und erwartungsvoll Richtung Tür hechten, um dann eine gefühlte Ewigkeit blöd in der Gegend herumzustehen. Die Ansage ist tatsächlich so gemeint: es dauert noch einige Minuten. Es reicht, wenn man aufsteht, sobald der Zug in den Bahnsteig einfährt.
  • Warme, krass duftende Speisen im Großraumwaggon verzehren. Das ist scheiße für alle anderen. Vom Abteil ganz zu schweigen.
  • Die Bahncard 100 erst aus dem Portmonnaie wursteln, wenn der Schaffner kommt. Man kann sie zu Beginn der Fahrt, wenn man sich häuslich einrichtet, schön sichtbar auf dem Tischi deponieren. Dann kann man in Ruhe einschlafen, und die Schaffnerin ist zufrieden ob der gemeinsamen Professionalität und geht still und leise weiter.
  • Montags morgens nicht den ersten freien Sitzplatz okkupieren. Das rächt sich bitterlich.
  • Kleinkinder? Klassenfahrten? Alles ein Zuckerschlecken als Großraumwaggon-Nachbarn. Der wahre Schrecken geht von Reisegruppen im besten Alter aus, also so etwa 45-55. Saufen wie die Löcher, unterhalten sich kreischend, wollen mit aller Macht die Reise so richtig genießen. Um 7 Uhr morgens. Also bei der Sitzplatzsuche Ausschau halten nach der unterschwelligen Hysterie, die mit diesen Gruppenfahrten einhergeht, und Großraumwaggons vermeiden, in denen sich im Gang um die Vierertische herum Plaudergrüppchen gebildet haben. Auch wenn es auf den ersten Blick ruhig wirkt: Die laufen sich gerade warm.
  • Nichts zu essen im Zug dabei haben. Die Fahrt dauert nur 1:42 Stunden? Egal. Der Zug kann immer mal ausgesetzt werden. Und es ist wirklich keine schöne Erfahrung, das Bordbistro-Essen gegen den Wert seines Gewicht in Gold erwerben zu müssen.
  • Auf die Ansagen hören. Kostet nur Nerven. Und wenn nach einer Durchsage ein Stimmungswechsel im Abteil spürbar ist, kommt man nett mit den Mitreisenden in Kontakt, um nachzufragen, was denn jetzt schon wieder ist.
  • Sich im Abteil ans Fenster setzen, wenn der Zug voll wird. Nichts ist schlimmer, als sich bei Bedarf vom Fensterplatz unter dem Tisch herum durch die anderen 5 Reisenden zur Tür durchzukrumplen, die am besten noch schlafen, wenn man aufs Klo will.
  • In der Mitte des Zuges einsteigen. Machen alle, daher ist es dort am vollsten. Und meistens sind die Wagen ohne Reservierungen am hinteren Ende des Zuges. Es lohnt sich, den Wagenstandsanzeiger zu studieren, um zu erkennen, wo genau das hintere Ende des Zuges sein wird, damit man sich strategisch günstig exakt an der Halteposition des letzten Waggons positionieren kann!
  • Wenn man sich schon unterhalten muss: langweilige Gespräche führen, über Reisekostenabrechnungen oder Formeln oder Accounts. Die Mitreisenden wollen unterhalten werden! Gerne also saftige Familiengeschichten, Firmenlästereien (mit gleichzeitigen Wedeln von Firmenkorrespondenz inklusive Briefkopf mit riesigen Firmenlogo, damit die Mitreisenden erkennen, welcher Laden da so dysfunktional ist) oder Partygeschichten vom letzten Wochenende, aber dann mit einer kurzen EInführung, wer genau diese krasse Hanna ist und warum die eigentlich gar nicht mit dem Karl…

Ewig könnte ich hier weiterschreiben, aber das reicht fürs Erste, nehme ich an. Vielleicht wird die eine oder andere Bahnfahrt so angenehmer für die geneigten Leserinnen. Nein, dankt mir nicht, das mache ich doch gerne!

Pendel-Maßnahmen

Mein Leben erscheint mir gerade sehr anstrengend. Anfang Juli hatte ich drei Wochen Urlaub, die ich größtenteils zu Hause verbrachte, was mir sehr gut tat. Die Krabbe war mit dem Papa unterwegs, und in dieser Zeit ist mir einiges klar geworden.

Mein Leben ist gerade etwas zu flexibel, und das wird mir gerade zu viel. Ein Problem ist auf jeden Fall, dass die Flexibilität paradoxerweise Flexibilität kostet. Das Pendeln nach Berlin etwa: super-flexibel von mir. Allerdings kann ich nicht zu einem Abendtermin gehen, ohne eine Übernachtung zu organisieren, weil ich ganz sicher nicht erst um 23 nach Hause in Hamburg komme und um 6:30 wieder das Haus verlasse. Da ist definitiv meine Grenze.

Das Wechselmodell macht mich einerseits flexibler, da die Krabbe die Hälfte der Woche beim Papa ist – andererseits zehrt es an mir und bindet Kräfte, die ich anderweitig nicht einsetzen kann.

Das sind jetzt nur zwei Beispiele. Jede meiner Flexibilitäten zieht einen Rattenschwanz von Folgeeinschränkungen nach sich, die ich endlos aufzählen könnte. Meine Energie wird immer weniger, ich möchte am Liebsten nur noch zu Hause sein oder mich mit der Familie und den drei-fünf liebsten Menschen treffen. Gelegentliche Treffs mit alten Freundinnen, Kontakte halten, an festen Terminen zum Sport – das geht seit einiger Zeit nicht mehr (hier stelle man sich einen reuevollen Blick z.B. zu Frau dekorinnadeln vor.)

Ganz klar: das Pendeln ist das größte Manko. Hier muss sich etwas verändern. Ich habe demnächst ein Vorstellungsgespräch in Hamburg, das ist schon mal gut. Die meisten Probleme würden sich so natürlich sehr elegant lösen. Falls das aber nichts wird, muss ich dennoch Dinge ändern. Denn Jobs, für die ich wirklich qualifiziert bin, liegen nicht gerade auf der Straße herum, vor allem nicht in Hamburg. Daher brauche ich einen Plan B. Ich arbeite gerade an verschiedenen Ideen:

  • ein Hobby für die Zugfahrt. Stricken lernen? Roman schreiben? Das Rumsitzen nervt mich gerade tödlich. Eigentlich bräuchte es ein Sport-Abteil im ICE, da wäre ich Stammkundin.
  • einen Convertible vom nächsten Weihnachtsgeld kaufen. Das macht arbeiten und Filme schauen im Zug sehr viel einfacher.
  • eine zusätzliche Möglichkeit für die Krabben-Betreuung, wenn ich es einmal nicht pünktlich schaffe und D. Schicht arbeitet und nicht kann. Das könnte schwierig werden, aber zumindest sollte ich es versuchen. Ich weiß nicht, was es da gibt: mehr Vernetzung unter Nachbarn? Mal beim Jugendamt fragen oder bei den Stadtteil-Engagierten aler Coleur? Ich habe immer etwas Hemmungen, bei offiziellen Stellen anzufragen, weil ich mich nicht als Zielgruppe empfinde. Aber theoretisch können die mir das dann ja auch selber sagen.
  • eine zusätzliche Möglichkeit für die Berlin-Übernachtung. Die Lieblingscousine ist extrem entgegenkommend, und ich liebe diese Besuche sehr, aber ich will das nicht überstrapazieren. Inzwischen ist sie auch verliebt und hat andere Hobbys, als die Cousine zu bekochen. Ich hätte noch andere Möglichkeiten, aber ich merke, dass es mich stresst, wenn ich nach der Arbeit noch sozial sein MUSS (Lieblingscousine zählt nicht, das flutscht von selbst), damit ich einen Schlafplatz habe. Ich bräuchte eine günstige Möglichkeit, um ganz unpersönlich und steril irgendwo meine Ruhe zu haben und schlafen zu können.
  • Die Arbeitszeiten regelmäßiger machen. Zur Zeit schwankt mein Einsatz je nach Sitzungs- oder Nicht-Sitzungswoche, was mich gerade wahnsinnig macht. Wieder so eine Flexibilität, die einen Hauch irre ist. Das müsste ich mit der Büromitbewohnerin mal besprechen und dem Team – die letzteren werden nichts dagegen haben, es ist einfach irre unübersichtlich, für alle.

So. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Plan B, denn das Vorstellungsgespräch ist so vielversprechend und meine Erwartungen so hoch, dass ich im Falle eines Fails definitiv tief stürzen werde. Die oben genannten Maßnahmen werden die Sturzfolgen mindern.

Fotomodell – ein situationsbedingter Ausschnitt

Bewerbung

Anscheinend ist es normal, dass man nach einem Shooting für Bewerbungsfotos Schmerzen im Nacken und ein deutlich schmaleres Budget hat. Aber dafür habe ich zwei wirklich schöne Bewerbungsfotos bekommen.

Nein, eine Bewerbungsrunde steht gerade nicht an. Aber der Kita-Streik, zeitweise überschnitten mit einem Bahn-Streik, hat an mir gezehrt und mich pendel-müde gemacht. Ich möchte gewappnet sein, wenn mir eine schöne Stelle in meiner Stadt über den Weg läuft.

Alleine das Tagträumen über einen Job, bei dem ich nur eine halbe Stunde Anfahrtsweg hätte bei höchstens 30 Stunden Arbeitszeit pro Woche, war so erholsam – ich wollte gar nicht mehr aufstehen von meinem Zugsitz, sondern einfach weiterträumen von der irren Freizeit und Flexibilität, die ich dann hätte.

Ist wahrscheinlich gar nicht so, man taktet dann eh nach den gegebenen Bedingungen, und die Zeitfenster wären im Endeffekt ähnlich wie jetzt. Aber trotzdem. Der Gedanke ist verlockend, gerade mit der vage dräuenden Gefahr, dass mein austariertes System noch einmal so dysfunktional werden könnte. Die letzten Wochen haben mich an den Rand gebracht.

Blühende Landschaften

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Auf dem Weg von Berlin nach Bayern, im IC bei strahlendem Sonnenschein. Ich freue mich auf die Krabbe, die wegen des Kita-Streiks lange bei den Großeltern war und die ich nun abhole. Ich freue mich nicht auf die morgige Zugfahrt mit Kleinkind zurück nach Hamburg, mit streikenden Lokführern.

Aber bis dahin genieße ich meinen Obstsalat, die Ruhe im Zug, die blühenden Rapsfelder und die kleinen Ortschaften draußen vor dem Fenster, die immer welliger werdende Landschaft und die immer häufiger auftauchenden Kirchen, meine Zeitung in analog und meine Podcasts in digital. Und die Vorfreude. Schneller, du Zug, ich will zu meinem Kind.