WMDEDGT 05.07.2019

Endlich mal wieder Tagebuchbloggen! Alle anderen, die bei Frau Brüllens monatlicher Aktion mitmachen, findet ihr hier.

Achtung, das wird nur semiinteressant für alle, die kein besonderes Interesse an Elternzeit-Content haben. Aber die anderen können sich freuen!

04:00 Gequake aus dem großen Schlafzimmer, ich sehe, wie das Licht angeht. Das Baby ist wie immer pünktlich, D. gibt jetzt wohl Fläschchen. Ich schlafe weiter.

05.20 Gequake aus dem großen Schlafzimmer. Das ist früh. Ich bringe mich in Stillposition, D. bringt mir das Baby: Schichtwechsel. Ich stille, das Baby schläft wieder ein und ich döse auch noch etwas, allerdings eher wenig. Das Baby ist unruhig, und ich schlafe nach dem Stillen eh nicht wieder gut ein. Auch ein Grund, weswegen D. von Anfang an den Großteil der Nächte übernommen hat.

06:40 Das Baby beschließt, wach zu sein. Ihr Schnupfen stört den Schlaf anscheinend. Ich stille noch einmal, wir schäkern ein bisschen, dann gehe ich Kaffee kochen, D. wecken, die Krabbe wecken. Die hat heute durchgeschlafen und wird wie immer nur schwer wach, das erste Motzen bahnt sich an. Ich hole das Baby, das macht der Krabbe immer gute Laune, und wir kuscheln noch etwas zu dritt. Dann Aufteilung: D. zieht das Baby an und nimmt sie mit ins Bad, ich mache betreutes Anziehen bei der Krabbe. Sie motzt und zetert. Irgendwann wird es mir zu viel, ich verlasse ihr Zimmer. Das macht sie noch wütender: sie knallt die Zimmertür, dann geht sie ins Bad und wirft Schmutz- und saubere Wäsche in die Badewanne. Immerhin kreativer Protest, aber D. und ich werden fuchsig: was nun sauber war und was nicht, ist nicht mehr zu erkennen. Die Krabbe wird am Wochenende mit uns waschen müssen.

08:10 D. und die Krabbe brechen auf zur Kita und zur Arbeit. Das Baby ist weinerlicher als sonst um diese Zeit, und ich beschließe, sie früher hinzulegen. Normalerweise ist sie zwei Stunden wach zwischen den Schläfchen, aber der Schnupfen scheint sie auszuknocken. Noch kurz mit einer Freundin den samstäglichen Schwimmbadbesuch klären: Babyschwimmen geht so nicht, also werde ich wohl nur mit der Krabbe gehen. Ich stille, das Baby schläft ein. Jetzt habe ich 30 Minuten, bis sie wieder wach wird.

08:30 Ich koche die Fläschchen aus und mache mir einen Kaffee mit Milchschaum, checke meine Aktien und fange diesen Beitrag an. Anziehen und Frühstücken kann ich auch noch mit Baby.

9:10 Das Baby wacht auf. Ich dusche, ziehe mich an, frühstücke, mache ein paar Handgriffe im Haushalt. Mit Blick auf das chaotische Schuhregal miste ich 5 Paar Schuhe aus, die noch gut in Schuss, aber seit über einem Jahr nicht mehr im Einsatz sind.  Ich denke an Madame Moneypenny, die ich seit einiger Zeit entdeckt habe und großartig finde: ausmisten und verkaufen bringt Geld!, und so beginne ich mit Fotos, um die guten Stücke online zu verkaufen. Das Baby quengelt allerdings neben mir herum, ich komme nicht besonders weit, füttere das Baby und beschließe, dass ich mehr Geld als Zeit habe und nur die allertollsten zwei Paare für einen Kleidertausch aufheben werde, der eventuell mal des Weges kommt, und die anderen Paare zum Tauschregal um die Ecke bringe. Hochmotiviert werden einige Kleidungsstücke demselben Zwecke zugeführt.

11:00 Das Baby quengelt wieder, sie ist müde. Ich will heute mal versuchen, sie ohne stillen hinzulegen – in 4 Wochen arbeite ich wieder, dann werde ich nur noch morgens und abends stillen. Der Wegfall des Einschlafstillens macht mir allerdings Sorgen (und tatsächlich macht es mich auch ein bisschen traurig, was mich überrascht. Bei der Krabbe habe ich wild gefeiert, als ich nach fünf Monaten abgestillt hatte). Nachts funktioniert es mit Fläschchen, aber tagsüber haben wir es so noch nie probiert. Ich lege mich mit dem Baby hin, sie bekommt das Fläschchen, dann Schnuller, Augen fallen zu, sie reißt sie wieder auf, zappelt, Fläschchen, Schnuller, quengeln, zappeln, nach insgesamt zehn Minuten schläft sie. Piuh! Das wäre auch geschafft.

12:00 Sie ist wieder wach. Ich mache etwas Wäsche und bin ratlos, was ich zu Mittag essen soll, wie jeden Mittag. Das ist echt eine Herausforderung der Elternzeit, ich hasse das. Drei Monate lang gab es belegte Brötchen vom Bäcker, weil man die gut mit Baby in der Trage spazieren gehend essen konnte, aber inzwischen kann ich die nicht mehr sehen. Heute gibt es aus den Nudelresten von gestern und Ei Nudeln mit Ei. Schmeckt leider nicht gut. Dann lernt das Baby „Hoppe, hoppe Reiter“ kennen und schmeißt sich wech – das ist der Hammer, offensichtlich.

14:00 Das Baby will nicht schlafen, aber ich muss heute pünktlich die Krabbe abholen, also stecke ich die Frucht meiner Lenden in den Kinderwagen und latsche durch den Sprühregen, 18 Grad und Wind, ein paar Runden. Also, der Hamburger Sommer ist wie sonst auch, der Klimawandel ist hier nicht zu spüren…. Das Baby schläft, ich steige in den Bus zur Kita. Hier warten die Krabbe und ihre Freundin, die sie heute das erste Mal besuchen will. Alleine traut sie sich aber nicht so recht und wollte, dass ich das erste Mal mitkomme. Das habe ich einige Zeit verweigert – die armen anderen Eltern, da hocke ich denen den ganzen Nachmittag auf der Pelle, und arme ich! -, aber die Krabbe hatte dann vorgeschlagen, dass ich eine halbe Stunde mitkomme, und wenn ich gehe, entscheidet sie selbst, ob sie bleibt oder lieber mit mir geht. Fand ich eine gute Idee, und die andere Mutter war etwas amüsiert, aber einverstanden gewesen. Also begleite ich die beiden Mädchen, bekomme Kuchen, das Baby wird von den großen Kindern der Familie entführt (also richtig groß, die sind zwischen 15 und 21 Jahre alt, Krabbes Freundin ist eine Nachzüglerin) und gehe nach 45 Minuten wieder. Die Krabbe bleibt.

16:15 Wieder zu Hause. Das Baby hat eine längere Wachphase, es ist offensichtlich wieder defekt. Es hatte doch gerade so einen schön berechenbaren „2 Stunden wach, 30 Minuten schlafen“-Rhythmus! Na ja, was solls. Ich instruiere D., damit er die Krabbe später abholen kann, und lege das Baby alle 15 Minuten an, das muss ja irgendwann müde sein. Gegen 17:30 ist das der Fall, und ich mache noch ein paar Rückenübungen auf der Yogamatte.

18:30 Krabbe und D. schlagen auf und bringen Döner mit, und ein Freundschaftsbuch, das wir nach dem Abendessen ausfüllen. Danach geht es ab ins Bad für die Krabbe, und mir graut ein wenig vor dem Ins-Bett-bringen. Wir versuchen gerade, die immer noch aktive Einschlafbegleitung, d.h. ein Erwachsenes liegt mit bei der Krabbe im Bett, bis sie schläft, abzuschaffen. Es dauert ewig, um die 30-40 Minuten, bis die Krabbe dabei einschläft, und mit zwei Kindern kann und will ich das nicht mehr. Ich will das Zimmer verlassen können. Die Krabbe allerdings wehrt sich heftig gegen diese Änderung, es spielen sich sehr emotionale Szenen ab, und die Abende sind ganz greulich deswegen. Heute aber geht es besser. Ich stille nach dem Badezimmer noch einmal, übergebe das „Fit wie ein Turnschuh“- Baby an D., lese noch ein paar Kapitel Olchis vor, kuschele noch zehn Minuten im Krabbe-Bett und dann beginnen die Verhandlungen. Wir einigen uns auf: ich gehe 3 Minuten raus und komme dann für 7 Minuten wieder, so oft, bis sie schläft. Erstaunlicherweise schläft sie beim ersten 7-Minuten-Slot ein. Es geht wirklich viel schneller so, warum auch immer.

20:45 Auch das Baby schläft bei D. im Tuch, zwischendurch hat er noch beim Kiosk Schokoriegel besorgt. Bester Mann. Ich gehe noch einmal duschen, diesmal in Ruhe und ausgiebig (das Wellness-Belohnungs-Programm für mich zur Zeit), er legt das Baby ab, und dann gibt es noch eine Folge Star Trek Discovery für uns, bei der ich selig einschlummere. Das war ein guter Tag gewesen.

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

6 Kommentare zu “WMDEDGT 05.07.2019

  1. B sagt:

    Bei der Beschreibung der Krabbe, was ihr Aufstehen angeht, musste ich breit grinsen. Zig Mütter von Mädels machen das bestimmt jeden Morgen so durch 😁😁

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