The Party und noch sechs Wochen

Tatsächlich ist der Stresslevel aktuell so hoch, dass ich mit Müh und Not gerade so einen Blogeintrag pro Woche schaffe. Mein Überstundenkonto wächst in solchem Umfang, dass ich bereits fleißig plane, wann genau ich im Oktober und November drei Wochen frei nehmen kann und was ich dann tun werde – ein Hotel an der Ostsee, ein paar Tage nur ich, Strand, kalter Wind, ein Bett mit Meerblick und eine Sauna, das ist zur Zeit mein Favorit. Den Rest der drei Wochen in Hamburgs Thermen herumhängen, lesen, mit der Krabbe frühstücken und ins Museum und ins Aquarium und so.

Ich bin froh, dass ich mir dennoch meine Kräfte ganz gut einteile und der Stress oft positiver Natur ist. Wenn man weiß, dass in sechs Wochen das Ganze vorbei ist, hilft das natürlich schon mal. Und Veranstaltungen und Termine und Textbeiträge bei der Arbeit machen viel Aufwand, sind aber sehr erfolgreich, das macht also Spaß – und das Team ist in großen Teilen auch im Stress noch gut eingespielt, freundlich und lustig. Das gemeinsame Ziel „Bundestagswahl“ eint. Dazu gibt es einiges Neues in meinem Leben, das alles ausgleichend wirkt: ich bouldere nicht mehr, sondern jogge und mache Yoga. Der Kleingarten beschäftigt mich enorm. Meine sozialen Kontakte sind etwas reduziert, aber ich schaffe es, mich bei allen zumindest ab und an zu melden. Die Krabbe ist recht auskömmlich zur Zeit.

Und dieses Wochenende ist die Krabbe beim Zelten mit dem Papa und D. zu einem Kurztrip nach Portugal aufgebrochen. Ich bin alleine und nutze die Zeit zum Durchatmen. Ich backe Brot und koche Lammgulasch und mache Dill-Sahne-Gurkensalat. Ich räume etwas auf, treffe mich mit der baldigen Ex-Kollegin S. zu Kaffee und Kuchen und zur Nachmittagsvorstellung im Kino. Ich schaue exzessiv Dr. House und Sherlock, lese Joan Aiken und verzichte aufs Einkaufen und putzen. Ich jogge und mache Yoga und gehe früh ins Bett. Und nachher fahre ich noch in den Schrebergarten.

Und weil es so sehr amüsant war, empfehle ich den Film „The Party“. Ich will nicht verhehlen, dass ein Großteil meines Amüsements daher rührt, dass die Szenerie des Films für eine Partei stehende Menschen in Zeiten des Wahlkampfes sind. Da fühle ich mich ganz unlatent angesprochen. Die fiesen Politikwitze haben mir viel Freude bereitet. Andere Ursachen meiner Freude sind die 70 Minuten Filmlänge (danke sehr!), ein furioses Ensemble mit dem von mir sehr angebeteten Cillian Murphy und ausnahmslos großartigen Frauen und Männern, die akkurat überspitzte Rollenklischees mit enormer Spielfreude am Rande des Slapsticks entlangführen, ohne jemals zu fallen – aber es ist zum Schreien lustig. Die Frauenfiguren sind vielfältig: emotional, böse, sexuell aktiv auch nach der Menopause, kinderlos, schwanger, lesbisch, hetero, zynisch, bigott und vermitteln den Eindruck, dass das alles auch mit Ende 50 noch sehr viel Spaß macht.

the-party

Szenenbild aus „The Party“. Ganz links: Symbolausdruckshaltung für „wie man sich auf Partys manchmal fühlt und nicht weg kann“. Inklusive zwei Gläser Alkohol.

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

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