Tagebuch 07/2017

Einmal öfter: was mache ich eigentlich den ganzen Tag? Ich und viele andere bloggen die Antwort und verlinken sich bei Frau Brüllen.

06.50 Der Wecker klingelt. D. schläft länger. Ich stehe auf, mache Kaffee, durchstöbere das Internet, packe Schwimmsachen, mache mir einen Frühstücksdrink, ziehe mich an etc.

07.45 Ich verlasse das Haus Richtung Arbeit. Durch den Wahlkampf ist der Mittwoch nicht mehr mein immer freier Tag, heute werde ich drei Stunden arbeiten, schwimmen gehen und dann die Krabbe von der Kita abholen.

Der Tag ist grau und kühl, aber die Fähre fährt, das ist die halbe Miete.

08.25 Ankunft Landungsbrücken, Musik auf dem Ohr. „When will i see you again“. Sehr erhebend. Umsteigen in die verspätete U-Bahn, der Erhebungsfaktor sinkt dramatisch rapide.

08.45 Ankunft im Büro. Mails checken, die Praktikantinnenaufgabe durchgehen und die Auswertung vorbereiten, einige Telefonate zu Veranstaltungsvorbereitungen, Praktikanten triezen (so süß, ne. Könnten alterstechnisch tatsächlich recht unkompliziert meine Kinder sein, und plietsch sind die! Ich war mit 17 nicht so selbstbewusst. Na gut, einer hat sich schon neben der Schule mit einer online-Marketing-Agentur selbstständig gemacht, das finde ich etwas übertrieben. Soll sich lieber betrinken und knutschen, echt mal.)

12.00 Zackzack, auf ins Schwimmbad! Ich dümpele in meinem türkisen Surferbadeanzug und Schwimmbrille zumindest optisch sportlich im Außenbecken vor mich hin. Schön, so im Wasser, und die Sonne kommt auch ab und zu raus. Danach dämmere ich auf einer Innen-Liege weg.

13:45 Rechtzeitig wieder wach. Enorm langes heißes Duschen ist eines der besten Argumente für das Schwimmbad, also mache ich das. Nach dem Anziehen und Föhnen sitze ich dann tiefenentspannt in U- und S-Bahn und steige an der Kita-Haltestelle aus, wo ich nicht schlecht staune: acht Polizei-Mannschaftswagen. Na ja, in der Innenstadt ist es wahrscheinlich nervig mit den ganzen Protestlerinnen, da kann man sich ja auf der Elbinsel mal ein bisschen entspannen.

15:00 Die Krabbe hopst zufrieden mit mir aus der Kita, wir schauen uns Pusteblumen und Ruderer und Polizei-Mannschaftswagen an, führen Gespräche über Könige und Kanzlerinnen und Chefs und Chefinnen von Ländern, steigen in den Bus, ergattern den Krabbe-Lieblingsplatz, steigen aus, gehen Waffel essen und ich sonne mich in einem wonniglich idyllischem Gefühl.

16:15 Wir kommen zu Hause an und holen mein Paket mit der limang*-Bestellung bei den Nachbarn ab. Die Krabbe bekommt Sandalen, die ihr gefallen, ein hübsches Kleid („Ah! Das Kleid, das ich mir gewünscht habe“, jubiliert sie, und ich nicke souverän. Sie hat dieses Kleid nie vorher gesehen oder sich dahingehend geäußert, dass sie ein bunt geblümtes Kleid will, aber Geschichte ist ja immer die Geschichte der Siegerinnen, also.), zwei maritime Oberteile, die zumindest ich schön finde, und einen Tüllrock, den sie gleich anlassen will. Ich habe meine Schwierigkeiten mit Tüllrocken für meine Tochter, die eine harte Prinzessinen-Phase durchlebt, aber dieser ist anthrazit, damit kann ich leben.

17:00 ich beginne zu kochen, die Stimmung kippt. Die Krabbe will helfen, was in diesem Fall bedeutet, dass sie ALLES machen möchte, und jede Abweichung von diesem Konzept mit Geschrei und Tränen quittiert. Arg entnervt bin ich froh, als eine Stunde später D. nach Hause kommt.

18.15 Zumindest haben wir eine schmackhafte Zucchini-Oliven-Tomaten-Kräuter-Soße hinbekommen, Zucchini und Kräuter stammen aus dem Wochenanteil der Solidarischen Landwirtschaft. Die Krabbe mag das alles nicht und isst ihre Nudeln mit Pesto.

18:45 Wir zeigen D. die ergatterten Klamotten, und er lotst die Krabbe ins Bad. Ich sinke erschöpft darnieder. Diese Schrei-Phasen machen mich immer komplett fertig, alle Entspannung zunichte, versauen mir den ganzen Tag, der eigentlich bis dahin ganz herrlich war. Energiefresser sind das.

19:30 Alle schauen gemeinsam Sandmännchen, danach lese ich der Krabbe kurz ein Buch vor und lege mich mit ihr hin. Sie schläft recht fix ein, und ich räume noch kurz etwas in der Küche, während D. Wäsche aufhängt. Mutter-Kollegin C. ruft an – wir haben morgen Abend einen gemeinsamen Termin mit allen jeweiligen Familienmitgliedern im Kleingarten-Verein, der anvisierte Garten rückt näher. Ich bin etwas aufgeregt, ich kenne das Grundstück noch gar nicht, stand nur einmal vor dem verschlossenen Tor. Die Ablöse-Summe für den Verein wird wohl auf etwa 2000 Euro hinauslaufen, dazu eventuell noch eine Zahlung für die Extras, die der Vorpächter installiert hat, dazu etwa 300 Euro Pacht im Jahr. Ein eingewachsenes, fast verwildertes Grundstück etwa 200 Meter von der Dove-Elbe entfernt, so viel weiß ich noch, und das reicht mir fast.

21:30 Ich verabschiede mich bei D. für die Nacht und ebenso bei den geneigten Lesern mit meinem aktuellen Ohrwurm. Geilstes Lied.

 

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