Tagebuch 06/17

Frau Brüllen fragt wie an jedem 05. eines Monats alle, die es beantworten wollen: was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hier mein Beitrag, alle anderen findet man ab 18 Uhr bei Frau Brüllen.

Der Plan für heute: ein Mädels-Frühstück auswärts (also Krabben-Mädel und jongleurin-Mädel), Tretboot fahren für Krabbe und D., Fahrrad-Ausflug mit einer Mutter-Kollegin plus Anhängen zu einem potentiell zu pachtenden Kleingarten, danach zum Mühlenfest. Dann noch Bewerbungs-Gesprächs-Outfit-Beratung mit der Mutter-Kollegin, und dann ins Bett. Hach, das wird schön, ins Bett! Aber von Anfang an.

08:00 Die Krabbe rückt noch etwas näher an mich heran, ich falle fast aus dem Bett und wache nach einer unruhigen Nacht endgültig auf. Wozu genau haben wir eigentlich ein zwei Meter breites Bett, wenn ich jede Nacht auf 30 cm verbringe, weil die Krabbe mich an den äußersten Rand drängt? Auch der Nachwuchs wird wach, verlangt eine Kuscheleinheit (die Nacht giltet anscheinend nicht) und Milch. Ich stromere in die Küche, bereite das Verlangte zu und mir einen Kaffee. Schweigend und kuschelnd konsumieren wir. D. darf heute ausschlafen.

9.00 Nach einem Anziehen, dass einer Art heidnischen Rituals gleicht (ihr wisst schon, merkwürdige Beschwörungen: „Zieh dich bitte an. Nein, jetzt. Zieh dich bitte an. Du kannst danach dein Zimmer aufräumen. Nein, jetzt anziehen. Nein, ich helfe dir nicht. Na gut, bei einer Sache, such dir eine aus. Nein, nur eine. Zieh dich bitte an. JETZT anziehen. Ja, grooooßartig, du hast deine Unterhose an! etc pp“.) gehen wir Frühstücken. Vor dem gewünschten Café informiert uns ein Zettel in der Scheibe, dass heute nicht wie sonst um 9 geöffnet wird, sondern um 10 Uhr. Ich rolle tüchtig mit den Guckerchen, immerhin hatte ich extra vorher auf der Homepage geschaut… warum, um Gottes willen, schreiben die Leute das da nicht hin? Wenn ich vor dem Laden stehe, ist es ZU SPÄT, ihr Honks.

Wir disponieren um und gehen zum spartanischen Portugiesen, der gefühlt immer offen hat. Ich bekomme ein Frühstück und zwei Milchkaffee, die Krabbe zwei Natas. Die hat ein Leben!

10:00 Spielplatz. Die Krabbe ist stolz wie Bolle mit dem Fahrrad unterwegs. Seit sie es so richtig drauf hat, ist sie kaum noch von dem Gerät hinunter zu bekommen.

11:00 Die Krabbe will auf die Toilette, wir gehen nach Hause. D. ist so gerade wach. Ich versuche mich ein wenig auszuruhen, was die Krabbe mit allen Mitteln zu verhindern sucht. Sie ist gerade sehr anhänglich, will rein gar nichts alleine machen und ist zu Hause IMMER knatschig, was enorm an meinen Nerven zerrt.

D. bereitet alles für eine Tretboot-Tour mit der Krabbe vor, was noch mehr Anlass zum Genörgel ist, weil ich nicht mitkomme.

12.00 Gegen den Widerstand des Kindes, dass offensichtlich nur gequält, geschunden und versklavt wird und kurz davor steht, eine offizielle Menschenrechtsverletzung zu melden, brechen D. und die Krabbe Richtung Tretboot auf. Ich mache mir noch einen Kaffee und warte darauf, dass sie anrufen, um das Ende der Tour zu verkünden und sich von mir einsammeln zu lassen.

13:39 Und so kommt es. Ich breche auf und treffe die beiden im Biergarten am Anleger, eine wirklich nette Lokation bei dem schönen Wetter. Nach Speis und Trank treffen wir die Mutter- Kollegin samt 4-jährigem Krabben-Kollegen auf dem Rad und 7-monatigem Baby im Hänger. Die Kinder peesen, wenn sie nicht gerade zum Blumen pflücken anhalten müssen, die 3 Kilometer Richtung Schrebergartenkolonie, die Großen zockeln eher. Aber: es läuft. Der Schrebergarten ist auf den ersten Blick wirklich niedlich, die ganze Kolonie sehr eingewachsen und direkt an einem Nebenarm der Elbe gelegen. Wir müssten nun einmal den Preis erfahren und das ganze von innen besichtigen… Hoffentlich bald.

15.30 Wir kommen am Mühlenfest an. Voll, laut, die Bratwurstschlange viel zu lang, und irgendwann brechen die großen Kinder zusammen. Ich mache mit. Ich bin etwas abgespannt zur Zeit. Immerhin: es gibt Zuckerwatte für die Kinder, und die historische Mühle ist wirklich interessant von innen.

16:45 Aufbruch nach Hause. Die Krabbe ist stimmungstechnisch genau zwischen irrer Freude und irrer Wut angesiedelt, was mich wirklich anstrengt. Die anderen Erwachsenen sind zum Glück langmütiger als ich.

18:00 Endlich zu Hause. Satt der geplanten Fenchel-Bratkartoffeln gibt es Backofen-Pommes mit Ketchup und Mayo, die Backzeit wird mit 20 Minuten Peppa Wutz überbrückt. Die Kombination hebt die allgemeine Stimmung, und das Abendessen wird trotz der normalen Katastrophen recht harmonisch hinter uns gebracht.

19:00 Die Krabbe und D. verschwinden im Bad, und ich versuche trotz eines ständig abstürzenden Handys mit der Mütter-Kollegin eine Verabredung zum Blazer-Angucken auszumachen. Scheitert erstmal an der Technik und den verschiedenen Ins-Bett-Bring-Zwischenständen in unseren jeweiligen Haushalten. Mal sehen, ob das noch klappt – immerhin wohnt sie nur 500 Meter entfernt. Am Weg wird es nicht scheitern.

19:30 Ich übernehme die Krabbe und lese „Der Superwurm“ vor, ein großartiges Buch von den Grüffello-Macherinnen. Ich liebe alle diese Bücher von diesem Team. Die Bilder sind immer toll (besonders bei der „Schnecke und der Buckelwal“), und die Reime ziemlich gut. Ich bekomme von „Räuber Ratte“ richtiggehende Reim-Ohrwürmer. Dabei sind das sogar recht fortgeschrittene Reime, und Räuber Ratte ist echt durch und durch böse:

„Seine Zähne, die war’n spitz,
sein Benehmen war gemein.
Und Räuber Ratte ritt.
Er ritt und ritt und ritt,
und das Essen, das er raubte,
stopfte er in sich hinein!“

Erstmal nicht so eingängig. Aber versucht mal, das nach zehnmaligen Lesen wieder loszuwerden…. Der Superwurm jedenfalls ist harmloser, und die Krabbe tröstete mich auch, wenn die fiese Echse kam.

20:00 Das Einschlafen ging dann auch schnell.

Fortsetzung folgt…

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s