Drei gute Dinge auf dem Teller: Hugh Fearnley-Whittingstall

Drei gute Dinge: Kartoffel, Steckrübe und Ei.

Ich bin ja bekennende Nicht-Kochbuch-Nutzerin, aber dieses Buch hat es mir angetan. Und das kam so: Ich stand jüngst im Winter in der Bücherei vor den Kochbüchern. Einfach so, eigentlich nur, um etwas blicklos vor mich hinzustieren, ich habe es nicht so mit Kochbüchern, aber das Regal ist schön bunt. Doch dann! dieses Buch sprang mir ins Auge, da auf dem Cover vier Dinge waren, die fast alle zu Hause haben, also zumindest ich: Brot, Porree und Käse. Und ein lustig schauender Mann. Damit konnte ich etwas anfangen. Ich schlug das Buch auf und fand als erstes das oben stehende Foto, was unfassbar gut für mich aussieht, mein Blick schweifte zu der Zutatenliste und fand erfreulich wenig Chichi. Und: STECKRÜBE! Ich war etwas fasziniert. Mit Steckrüben konnte ich mich zu dieser Zeit totwerfen, im Hofladen war das Steckrübenangebot im Winter konsistent und üppig. Und da war einfach etwas in einem Kochbuch, was ich geilo finde, und es enthält einfach so Steckrübe!

Das Buch besticht außerdem durch sein Grundkonzept: jedes Rezept besteht aus drei Hauptzutaten und sonst nicht allzu vielem. Das reizte mich.

Ich nahm das Buch also mit und kam zu Hause aus dem Rezepte-Markieren gar nicht mehr heraus. Das Buch hat sehr viele tolle Seiten (hehe!), die ich niemanden vorenthalten möchte und es für mich zu einem extrem guten Kochbuch machen.

  • Die Zutatenlisten sind wirklich kurz und ich muss keine langen Einkaufslisten schreiben, weil ich meist alles im Hause habe, was es neben den drei Grundzutaten braucht.
  • Es gibt sehr viele vegetarische Rezepte.
  • Im Glossar sind wirklich alle Zutaten zu finden, was es für Biokisten- und Hofladen-Nutzerinnen einfacher macht. Wenn ich Rote Bete habe, kann ich nach Roten Beten suchen und werde zu allen Rezepten mit dieser Zutat geführt.
  • Das Angebot an Rezepten mit Wintergemüse ist sehr groß, was ich enorm spannend finde. Interessante Dinge mit mediterranem Gemüse kochen kennt man ja inzwischen zur Genüge. Pastinaken, Möhren, Rüben: da wird es für mich experimentell. Eintöpfe und Ofengemüse kann ich, aber darüber hinaus gibt es in diesem Buch viel zu entdecken.
  • Und das Wichtigste: Die Kombinationen sind wirklich interessant. Rote Bete mit Walnußpesto und Feta? Pastinake und Blätterteig? Johannisbeeren mit Vollkornkeksen und Ziegenkäse? Ich dachte beim Kochen, ich wüsste, was dabei geschmacklich herauskommt. Aber ich wurde überrascht, und zwar mehr als positiv überrascht.

Einziger kleiner Nachteil: die Rezepte, die ich ausprobiert habe, gestalten sich trotz der kurzen Zutatenlisten relativ zeitaufwändig, weil der Autor viel mit dem Backofen und oft mit vorgaren arbeitet. Für einfach mal so abends kurz was in die Pfanne schmeißen habe ich noch nichts getestet. Das tut meiner Begeisterung allerdings wenig Abbruch.

Und was soll ich sagen: kurz bevor ich das Buch nach der dritten Verlängerung voller Trauer in die Bücherei zurück bringen musste, schenkte Schwester 2 es mir zum Geburtstag. Läuft bei mir.

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2 Kommentare zu “Drei gute Dinge auf dem Teller: Hugh Fearnley-Whittingstall

  1. Mir lief jetzt grad in echt das Wasser auf die Zunge 😀 Allein der Gedanke an so ein Eigelb mit Kartoffelstampf und ein wenig Butter… mjamm!! Und dabei habe ich gerade Obstsalat zubereitet und mir geschworen: Nach den fünf fetten Tagen gibts jetzt Schmalkost!
    Ich glaub, das wird heut nix!

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