Der Jahreswechsel: Erschöpfung

Ich bin aktuell erschöpfter als vor Weihnachten. Das hat mehrere Ursachen.

Zunächst hatten wir über Weihnachten zwei Tage die Bude voll mit Verwandtschaft, was großartig war, aber nicht erholsam – und im Ausbruch eines effektiven Noro-Virus mündete. Das war auch nicht erholsam, wie man sich denken kann.

Komplett entgiftet und gefühlt direkt im Anschluss ging es mit einigen Menschen in eine gemeinsame Ferienwohnung an die Nordsee, inklusive Kinder. Das trug ebenfalls nicht zur Erholung bei. Ich war jeden Abend um zehn im Bett und trotzdem jeden Tag so rammdösig, als hätte ich durchgekifft.

Kaum wieder zu Hause, streckte mich eine Erkältung darnieder, mit den Lymphknoten der Hölle und Kopfschmerzen des Verderbens und einer Verrotztheit, die mich nachts vom eigenen Schnarchen wach werden lässt – die Rammdösigkeit geht weiter, nur jetzt eben kombiniert mit Erwerbsarbeit.

Nebenbei wurde der nächste Sommer-Familienurlaub geplant und organisiert und gebucht und bezahlt. Das ist immerhin geschafft, hurra! Und ich freu mich schon drauf, mit allen Schwestern und den Männern und Kindern und meinem Vater wieder am Meer zu sein.

Gleichzeitig verkündet der Papa, just erwerbsarbeitslos nach seiner Dissertation, dass er sehr oft ganz spontan auf Surftrips gehen wird, so etwa zum Jahreswechsel für eine Woche und ab dem 14. Januar für zwei Wochen und danach ist alles möglich. Die Krabbe darf bei mir bleiben, vielleicht nimmt er sie auch mal mit, mal sehen. Ist an sich nicht schlimm, aber wenn ich eh so erschöpft bin, macht mich die zusätzliche Orga und die Selbstverständlichkeit des an mich Delegierens wirklich rasend. Wechselmodell, haha.

Außerdem regt es mich enorm auf, dass er seit dem 08.12. einen Neugeborenen zu Hause hat (ein süßer kleiner Bruder für die Krabbe, ich durfte ihn schon kennen lernen und bin entzückt, und die Krabbe ist sehr verliebt) und Frau und Kind so viel alleine lässt, um zu SURFEN. Das macht mich wirklich aggressiv – natürlich stellvertretend für die Mutter des Kleinen, weil ich mich sehr gut erinnere, wie es damals war und noch etwas verarbeiten muss. Aber ich bekomme es auch kaum auf die Reihe, dass er aus unserer Trennung exakt 0,0 gelernt hat. Meine Güte. Mal sehen, wie lange seine Freundin das durchhält und ob sie meine 10 Monate toppen kann. (Blöde Gedanken, aber ganz im Ernst: der hat doch den Schuss nicht gehört, der Spacken. Ja, ich weiß, ich muss es gehen lassen. Mache ich auch noch. Später.)

Was gut ist: immerhin ist er früher als geplant von seinem aktuellsten Surftrip wieder da und nimmt die Krabbe für eine Woche, da er sie ja sonst im Januar nicht sieht. Das Wochenende wird also sehr ruhig, D. ist auch außer Haus, und ich werde mich hoffentlich ganz doll erholen.

Dann stehen noch so einige Dinge an, die an sich nicht schlimm sind, aber Entscheidungen und Planungen fordern. Der Thailand-Urlaub ohne Krabbe startet am 06. Februar. So lange halte ich definitiv noch durch, und die bisherigen Planungen gefallen mir enorm gut. Vor allem der Teil, wo wir eine Woche an einem Sandstrand verbringen. Aber die Planungen und Entscheidungen sind eben noch nicht beendet.

Unser Büroleiter fragte nebenbei freundlich an, ob ich in Richtung Wahlkampf für die Bundestagswahl ein paar Stunden aufstocken möchte. Konkret ab Mai, bis Ende September… mein schöner freier Mittwoch, da geht er hin. Andererseits werde ich nun mal diese Überstunden so oder so anhäufen, der Wahlkampf ist wichtig, und dann lasse ich sie mir lieber bezahlen als einen unrealistische Freizeitausgleichsmöglichkeit mit mir herum zu schleppen. Also dann: 34 Stunden ab Mai. So viel habe ich in meinem Leben noch nicht gearbeitet, man stelle es sich vor!

Wenn es nach mir geht, darf 2017 jetzt mal ein bisschen Pause machen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

9 Kommentare zu “Der Jahreswechsel: Erschöpfung

  1. ysaid sagt:

    Joa. Klingt anstrengend, aber doch machbar. Aber frau muss das schon verstehen: Surfen ist nunmal kein Hobby sondern eine Lebenseinstellung. 😉

    • jongleurin sagt:

      Absolut machbar. Wenn ich fit wäre, würde ich auch nicht so viel jammern.
      Und verstehen: ja, of course! Das macht auch nette Bauchmuskeln, das stört frau schließlich auch nicht. Ich kenne allerdings sonst nur hardcore-Surfer, die nach einer Geburt auch Prioritäten ändern konnten. Da kann man schon zürnen.

  2. ysaid sagt:

    Jammern kann man das nicht nennen. / Wenn jemand so sehr an seiner Lebensweise feststelle, spekuliere ich gerne über

    • Kibera sagt:

      Wie finanziert der Kindsvater eigentlich diese exzessiven Surftrips? Als ehemaliger Doktorand dürfte er doch nicht in Geld schwimmen, äh, surfen.

      • jongleurin sagt:

        Ansonsten hat er sehr niedrige Lebenshaltungskosten. Die Surftrips sind entweder low budget, oder er gibt vor Ort noch Surfunterricht… Das geht schon.

  3. ysaid sagt:

    Grütze. festhält… über die psychischen Auslöser.

    • jongleurin sagt:

      Ja. Meine Schwester arbeitet im psychologischen Bereich und hat immer gesagt, dass sie eine Diagnose von ihm irre interessant fände. Irgendeine Bindungsstörung, kombiniert mit hoher kognitiver Intelligenz und Schwierigkeiten mit Strukturabweichungen… Könnte vom ganz normalen Bayer bis Asperger alles mögliche sein 🙂

  4. Miki sagt:

    Mir geht es mit dem Erschöpft-fühlen gerade ähnlich. Hatte jetzt lange frei und fühle mich „0“ erholt und noch immer ist nicht der ganze Weihnachtsdekokram weg. Und dann ist schon wieder Ostern und schwupp…schon wieder Weihnachten.
    Na gut, will mal nicht übertreiben.
    Will nur gratulieren, dass du den Surf-Deppen als Lebenspartner abgewählt hast. Und – wenn ich das richtig sehe- für die wegweisende Erkenntnis nicht so sehr viel Zeit gebraucht hast. Volldepp der, depperter! Die sicher sehr erschöpfte Neumutter wird ja auch nicht sehr lange brauchen, bleibt zu hoffen.

    • jongleurin sagt:

      Richtig gesehen, lange hat es nicht gebraucht…ich verfolge alles Weitere gespannt. Wenigstens ist er ein guter und engagierter Vater.
      Ich wünsche dir dennoch, dass du zwischendurch ein wenig verschnaufen kannst!

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