Zeitmanagement

Jüngst verschlief ich. Daraufhin stellte ich fest, dass ich mit Frühstück des Kindes, Kind fertigmachen, mich fertigmachen, Kind zur Kita, mich zur Arbeit ziemlich genau zwei Stunden brauche. Alleine würde ich eventuell mit einer Stunde zurechtkommen, wenn ich mich richtig doll beeile.

Wobei das mit dem Beeilen ja so eine Sache ist: Ich habe festgestellt, dass es deutlich schicker, würdevoller und kompetenter wirkt, wenn man sich beim Verspäten nicht hetzt, zumindest im Arbeitsleben. Denn ob ich nun 15 Minuten zu spät bin oder 20 Minuten zu spät, interessiert original niemanden, das Kind ist sowieso schon in den Brunnen gefallen. Und man darf nicht unterschätzen, dass man meist als Zuspätkommende mehr Aufmerksamkeit erhält, weil alle anderen eben pünktlich waren und eine deshalb anstarren werden, mit wenig positiven Gefühlen, sondern empört oder verwundert oder genervt. Das ist quasi DIE Gelegenheit, ein bisschen Imagepflege zu betreiben und den anderen nicht noch mehr Rechtfertigung für ihre Gefühle durch eine geduckte Haltung zu liefern. Also gilt es eines zu vermeiden: verschwitzt, verwuschelt, keuchend und Verzweiflung ausstrahlend zu spät kommen. Lieber aufgeräumt, mit mattem Teint, raschen – aber nicht rennenden! – Schrittes, ernst und bedauernd schauend. Kommt besser, da bin ich ganz sicher.

Generell komme ich persönlich allerdings eh fast nie zu spät, eher zu früh, was viele Leute auch nervig finden. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wie auch immer. Meine KollegInnen bezweifelten überwiegend mein Zwei-Stunden-Konzept, das konnte niemand nachvollziehen. Keine einzige Person ließ es sich nehmen, mir ihre frappierend kurzen „Wie schnell ich nach dem Verschlafen bin“-Zeiten brühwarm aufzutischen. Nur einer stand mir bei. „Wieso, das ist gar nicht so lang. Ich brauche schon manchmal zwei Stunden, um meine Sporttasche zu packen.“

Ha! Ich mag mein Büro.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

2 Kommentare zu “Zeitmanagement

  1. Frau Pingaga sagt:

    Bei uns dauert es schon 2 Stunden, bis ich dem Kind nochmal den Popo schön gemacht habe, wieder neu angezogen und dann auch noch das Kind überzeugt, dass es jetzt NICHT noch drölfzig neue Spiele anfangen muss… Ich hab noch nicht so richtig Lust auf Kindergarten….

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