Urlaub auf Fehmarn mit der großen Familie und viel Patchwork

Vor einer Woche war es dann so weit: ich fuhr eine Woche mit der Familie nach Fehmarn. Neben mir, D. und der Krabbe gehörten zur festen Besetzung Schwester 1 mit Mann und Zwillingen, die in der nächsten Woche zwei Jahre alt werden, sowie Schwester 2 mit ihrem 5jährigen Sohn. Zu Besuch kamen außerdem der Männe von Schwester 2 sowie unser aller Vater und Großvater in Personalunion. Wir hatten uns zwei Ferien-Reihenhäuser direkt nebeneinander gemietet, in einem winzigen Dorf auf einem Bauernhof, der Strand etwa 2 Kilometer entfernt, und nahmen Räder und Anhänger für den Kindertransport mit.

Die Anreise war zunächst unkompliziert. Wir wuchteten in Hamburg unsere Räder, zwei Anhänger, die Krabbe und die Zwillinge von Schwester 1 in den Regionalexpress. Schwester 2 fuhr von Bremen aus mit Partner, Kind und Auto los. Unsere Bahn fuhr ohne Umsteigen direkt nach Fehmarn Burg, während wir erwachsenen Insassen mit viel Knabberkram und Herumgelaufe die Kinder zu bändigen versuchten. Die Zwillinge werden in einer Woche 2 Jahre alt – ein herausforderndes Alter auf so engem Raum, aber alles ging gut. Die Krabbe als geborenes Unterwegs-Kind war wie immer sehr sonnig im Zug und freute sich an ihren Cousin/en.

2,5 Stunden später waren wir auf der Insel. Wir dengelten ins Zentrum von Burg, um noch ein Fahrrad auszuleihen und eine Kleinigkeit zu essen. Die Gruppengröße von 4 Erwachsenen und 3 Kindern war dabei einigermaßen zu bewältigen, auch im öffentlichen Raum – ich hatte im Vorfeld etwas Respekt davor gehabt. (Auch später, mit insgesamt 9 Personen, kamen wir logistisch immer ziemlich gut zurecht.) Als alle gesättigt waren, schwangen die Erwachsenen sich auf die Räder, die Kinder wurden in den Hängern angeschnallt und das Gepäck um sie herum drapiert, und los ging es im bösen Gegenwind mit einigen Verfahrern ins zehn Kilometer entfernte Sulsdorf. Das war schon fast der schwierigste Teil des Urlaubs: Ungeahnte Kräfte wurden durch Aggressionen über Wind und Strecke freigesetzt, Kindergeschrei vom Winde über die abgeernteten Felder verweht, Schwester 1 und ich verfuhren uns fröhlich plaudernd vorweg fahrend, was die Männer etwa 100 Meter hinter uns durch die fuchsige Taktik des Hinterher-Fahrens zu korrigieren versuchten. Na ja. Irrwege erhöhen die Ortskenntnis.

Endlich angekommen bezogen wir die sehr schönen, sehr neuen und vergleichsweise angenehm eingerichteten Ferienwohnungen. Schwester 2 mit ihrer Familie teilte sich mit uns eine große Wohnung mit vier Schlafzimmern, zwei Bädern und einem wirklich riesigen Gemeinschaftsraum, der eine Küche, einen sehr großen Tisch und Sitzecke beinhaltete. Schwester 2 mit Mann und Zwillingen bewohnten direkt nebenan eine kleinere Wohnung, so dass sie sich bei Bedarf mit den kleinsten Kindern gut zurückziehen konnten, während die große Wohnung als Treffpunkt für alle genutzt wurde. Vor den Wohnungen befanden sich jeweils eine Terrasse und eine große Wiese, so dass die Kinder relativ unbeaufsichtigt draußen rumswitchen konnten. Über die Straße lag der Bauernhof, der leider nicht mehr betrieben wurde, also gab es recht wenig für die Kinder zu gucken. Aber immerhin ein begehbares Hasengehege, zwei Ponys und einen riesigen Spielplatz mit Trampolin gab es, was für die Kinder sehr genossen.

Schwester 2 trudelte mit ihrem Sohn und Freund einige Stunden später ein, und der Urlaubs-Alltag begann. Alles klappte recht gut. Die Einkäufe wurden 3 Kilometer entfernt mit Auto oder Rad erledigt, der schöne Strand war etwa 2 Kilometer entfernt, das Wetter war strahlend schön, und den einzigen Regenvormittag verbrachten wir im Spaßbad. Ausflüge wurden oft mit allen gemeinsam, aber auch in anderen Konstellationen gemacht. Morgens frühstückten alle zusammen, abends wurde gegrillt oder gekocht und einige Male noch Karten gespielt, wenn die Kinder im Bett waren. Es war tagsüber enorm trubelig mit den vier Kindern, die sich allerdings recht gut verstanden – wie die Erwachsenen auch. Es gab tatsächlich keinen einzigen echten Streit, was bei uns drei Schwestern auf so engem Raum tatsächlich recht erstaunlich war. Mag aber sein, dass wir einfach zu sehr mit den Kindern beschäftigt waren, um die paar Animositäten so richtig ausleben zu können. Sogar die unterschiedlichen Familienalltage wurden recht gut miteinander verquickt – besonders merkte man die Unterschiede an den Kindern. Aufstehzeiten, Medienkonsum, Süßigkeiten waren tatsächlich sehr divers geregelt. Aber die Stimmung war meist gut und hielt das aus.

An den letzten beiden Tagen kam auch noch unser Vater vorbei, was auch nicht schadete. So waren dann drei Generationen am Strand vereint, was ich sehr schön fand, so als Bild und als Erinnerung.

Und die Erholung? Joah. Ging besser als gedacht, zumindest für mich, aber wir hatten auch den besten Betreuungsschlüssel mit einem Kind und zwei Erwachsenen. Ich kam tatsächlich etwas zum Lesen, wenn D. die Krabbe bespaßte. Die Krabbe selber fand es toll, dass ihre Cousins und Cousine dabei waren und switchte viel mit ihnen herum, wenn auch altersbedingt nicht ohne Aufsicht. Es entlastete alle Erwachsenen aber bereits, dass die Kinder ihre Aufmerksamkeit breiter verteilen konnten als nur auf ihre Eltern, das war sogar bei den ganz Kleinen zu bemerken. Alleine dafür hatte sich diese Urlaubsform schon gelohnt.

Kurzfazit:

Pros: Kurze Wege zum und am Urlaubsort, schöne Ferienwohnungen,viel Fahrradfahren, Spielgefährten für die Kinder, ein großer Gemeinschaftsraum, herrliches Wetter, ein wirklich wunderschöner Strand, alle haben sich gut vertragen. Ein günstiger Urlaub war es außerdem, jede/r Erwachsene hatte Kosten von 450 Euro für Unterkunft, Verpflegung und Zugfahrt für eine Woche, die Kinder waren jeweils inkludiert.

Kontras: nur winzige Kleinigkeiten. Kein Bauernhofbetrieb, die Spielwiese an den Häusern war zur Straße nicht abgesperrt, kein WLAN. Na gut, das könnte man auch als pro bezeichnen; es hat mir nicht gefehlt.

Insgesamt glaube ich, für das Alter der Krabbe war es wirklich eine Urlaubsform, die dem Ideal recht nahe kam. Ich bin zufrieden und zumindest nicht erschöpfter als vorher. Mach ich gerne wieder.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

Ein Kommentar zu “Urlaub auf Fehmarn mit der großen Familie und viel Patchwork

  1. Gitte sagt:

    So toll, soviel Familie und Null Streit. Das ist so wünschenswert aber war bei uns nie machbar.
    Liebe Grüße
    Gitte

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