Familienurlaub mit Einzelkind

Ich habe einfach noch nicht die ultimative Urlaubsform gefunden, die man mit einem einzelnen Kleinkind gut machen kann – also so, dass am Ende sich alle freuen und erholt sind und rufen: „Oh, das war schön! Das machen wir nächstes Jahr wieder!“

Aus diversen, eher fehlgeschlagenen Versuchen habe ich nun folgende Pläne abgeleitet:

Der nächste Thailand-Urlaub findet ohne Kind statt. Ist auch schon geplant.

Der nächste Kind-Urlaub findet mit allen meinen Schwestern und deren Kindern und den meisten Partnern auf einer deutschen Insel in Ferienwohnungen statt. Kurze Anfahrt, Spielgefährten für die Kinder, genug Erwachsene, damit jede mal in Ruhe ausspannen kann, feste Wände für den Fall, dass das Wetter sehr schlecht ist und nur sieben Tage Dauer, falls irgendetwas unerträglich ist. Das ist allerdings auch ein Test, denn wir haben diese Konstellation noch nie ausprobiert – meine Hoffnungen könnten enttäuscht werden. Mein geheimes Ziel ist allerdings, dass das so prima wird, dass man mittelfristig gemeinsam mal etwas länger in den Süden reist. Daumen drücken!

Der nächste Campingurlaub findet nur bei stabiler Wetterlage, ohne Zelt, sondern in Tipis oder Wohnwagen, die man auf dem Campingplatz mietet (man nennt das wohl Glamping. Das ist voll mein Ding, Glamping!) und mit eingebauten Freizeit-Programm statt. Also entweder etwas Radwandern dabei oder aber Kanufahren. Wir haben da auch für nächstes Jahr einen tollen Campingplatz im Auge, im schönen Kratzeburg, das aber leider übel beschissen zu erreichen ist ohne Auto. Und wie Regionalbahn mit zwei Fahrrädern, einem Hänger, zwei Erwachsenen und einem Kleinkind läuft, habe ich dieses Jahr gemerkt: es geht. Aber man versucht, jedes Umsteigen zu vermeiden.

Hätte ich Eltern oder Schwiegereltern, bei denen ich Urlaub machen könnte, wäre das mein Favorit. Aber da ist nicht viel zu holen: mein Vater lebt in seiner Rentner-Butze, die Eltern des Papas sind von der Idee mäßig begeistert – ich habe mich tatsächlich getraut, mal zu fragen, aber es wurde freundlich abschlägig bescheiden. Die Krabbe jederzeit und gerne, aber lieber ohne mich. Na ja, auch irgendwie verständlich – , und D.s Vater lebt in Berlin und hat nicht viel Platz.

Wir werden sehen, ich nehme an, das ruckelt sich auch zurecht mit den Urlauben. Trotzdem werde ich das vage Gefühl nicht los, dass Einzelkindurlaube einfach schwierig sind.

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

13 Kommentare zu “Familienurlaub mit Einzelkind

  1. Urlaub mit mehreren (Geschwister -)Kindern auch, wenn die sich den fanden Tag streiten. Bzw. der Große die Kleine nur ärgert. Zum Abgewöhnen!

    • jongleurin sagt:

      Ja, das glaube ich 🙂 Aber wenn noch andere Erwachsene dabei sind, erleichtert das nach meiner Theorie enorm. Ich werde sehen. Gerade bin ich etwas hilflos, was den idealen Urlaub angeht – also zumindest mit Kind.

  2. kraazkraaz sagt:

    Rentner-Butze!!!!! Also!!!! Das ist ein Ferienwohnung für aktive Singles.

  3. ysaid sagt:

    Werde immer mehr Fan von ‚Urlaub daheim‘. Denn selbst wenn man bei den (Ex-)Schwiegereltern willkommen ist, geht denen bei der Kindbespaßung schnell die Puste aus.

  4. Clodi sagt:

    Oh man, irgendwie dünkt das mit Kind(ern) in jeder Lebenslage so anstrengend und permanent einschränkend :/ So langsam müsst ich mich mal entscheiden ob ich Nachwuchs möchte oder nicht, aber praktisch klingt die Entscheidung dafür wirklich wenig attraktiv.

    • jongleurin sagt:

      Ich denke immer, ich müsste mich mehr drauf einlassen, dann wäre es leichter. Mit einem 50Prozent-Kind muss man sich jede Woche neu umstellen, das fällt mir schwer… das hat man natürlich sonst meist nicht. Ansonsten muss ich sagen: die Einschränkungen gehen ja nur ca 15 Jahre. Das meine ich sogar ganz ernst, aufs gesamte Leben gesehen ist das gar nicht soo viel. Aber die will ich trotzdem so angenehm wie möglich rumbringen. Das erfordert viele Versuche, auch vergebliche… aber man bekommt tatsächlich viel zurück.
      Ich verstehe aber auch komplett, wenn man sich dagegen entscheidet. Hat einfach viele Nachteile, dieses Kinder haben. Muss man wollen oder zumindest die nächsten 15 Jahre nix besseres vorhaben.

  5. Cecilia sagt:

    Auch Geschwister sind nicht ohne, wie schon von jemand gesagt: langeweile führt zu viel Streit und gegenseitiges Generve. Das noch auf engen Raum zu ertragen ist nicht erholsam.
    Die Theorie mit den 15 Jahren kann ich so nicht stehen lassen, meine jüngste ist neun und es wird immer besser und schöner.
    Wichtig finde ich, die Kinderbedürfnisse ernst nehmen und soweit berücksichtigen, das die eigene Bedürfnisse eine Chance haben, erfüllt zu werden. Wenn man plant, von morgens bis Abends Schlösser und Kirchen zu besichtigen und dabei nett vom eigenen Kind begleitet zu werden, wird eine herbe Enttäuschung ernten. Frau Brüllen hat viel darüber geschrieben, ihre kluge Gedanken sind mir ein Vorbild.
    Club Urlab mit Kinderbespaßung ist maximal chillig, aber natürlich sauteuer. Das haben wir uns zweimal für wenige Tage gegönnt und fanden es alle toll. Lecker bekocht werden, am Pool liegend lesen, Sauna (es war Winter). Man muss natürlich bedenken, meine Kinder lassen sich schnell darauf ein und haben es auch sehr genossen. Aber aber, unser Geldbeutel gibt es nicht wirklich her.
    Fahren im Auto sind doof, (kurze) Flüge waren für meine Kinder sehr spannend, Zug und Busfahren ist auch nett. Dabei finden sie es schön, dass wir Zeit für ausgiebiges Vorlesen und Kartenspiele haben, was zu Hause selten vorkommt. Seit beide Kinder sicher und gern lesen sind mittellange Fahrten, auch im Auto, keine Tortur mehr.
    Kleinere Kinder freuen sich auf eine sichere Umgebung und Spielkameraden, mein Bruder hat gute Erfahrungen mit Urlaub auf dem Bauerhof und Campingplatz. Ich selbst zelte nicht gern, gerade in Urlaub will ich nicht auf Minimalcomfort verzichten.
    Urlaub daheim finde ich nicht schlecht, vor allem verbunden mit Dauerkarte für Freibad/Zoo/usw. Picnic-Kob, Decke, entspannt den Tag an einem schönen Ort in der Nähe verbringen, abends die eigene Dusche und das eigene Bett. Haushalt minimalistisch betreiben. Was man dafür können muss: konsequent Entspannungszeit und „Zeugs-erledigen-Zeit“ definieren und sich daran halten, das fällt meinem Mann und viele Freunde von mir schwer.
    Ich gehe gern ins Museum. In Gegensatz zu meiner Zeit sind heute viele Museen Kindergeeignet, mit interaktive Angebote, Kinderführungen, usw. Ab Vorschulalter wird das für Kinder was.
    Action-Urlaub und Kultur-Urlaub braucht etwas größere Kinder, meine kommen langsam in das Alter wo sie sich für Geschichte und Kultur interessieren, andere Landschaften erkunden wollen, usw.
    Abschliessend möchte ich noch sagen, Urlaub ist vor allem Zeit miteinander. Das ist nicht immer harmonisch und schön, man kann es aber nutzen um sich gegenseitig besser zu kennen. Und manchmal erholt man sich besser abseits vom Urlaub.

    • jongleurin sagt:

      Danke! Da sind sehr interessante Gedanken dabei und auch einige Tipps, die ich sehr machbar finde und auf die ich so noch nicht gekommen bin.
      Ich nehme auch an, dass im jetzigen Alter von 3,5 Jahren die sicheren Umgebungen das größte Potenzial haben, die Spielpartner ebenfalls – damit alle einigermaßen zufrieden sind. Deshalb ist der jetzige Ferienversuch auf der Insel ein großer Hoffnungsträger, vor allem, weil die Ferienwohnungen sich auf einem Bauernhof befinden 🙂
      Bei Frau Brüllen lese ich gleich mal nach!

  6. Cecilia sagt:

    Noch ein Lesetip: Buddenbohms: herzdamengeschichten.de. Maximilian hat zwei Söhne, die neuerdings selbst mitbloggen.

  7. Maike sagt:

    Wir haben auch mit 2 Kindern (6 und 7) noch nicht die richtige Urlaubsform gefunden und sind dazu übergegangen getrennt zu fahren. Alles andere ist nicht gut für den Familienfrieden.
    Der Gatte mag nicht zelten – ich und die Kinder schon. Städtereisen ist nix für die Kinder (wir haben es wirklich versucht – aber es geht einfach nicht – die beiden quaken nach 15 Minuten wann wir im Hotel sind und dort angekommen wird über die Betten getobt).
    Strand finden die Jungs und ich super – der Gatte aber nicht. Dem fällt nach 15 Minuten die Decke auf’m Kopf. Wander ist genau mein Ding – finden aber die anderen 3 Familienmitglieder doof.
    Der Gatte möchte nach Afrike – könnte man theoretisch auch mit 2 Kindern machen, aber nachdem wir letztes Jahr in NZ 1,5 Woche im Krankenhaus waren mit Kind 2 ist mir eine gute ärztliche Versorgung sehr wichtig.
    Also, der Gatte macht alleine Urlaub, ich mache alleine Urlaub und in den Sommerferien fahre ich immer mal wieder mit den Jungs an die Ostsee. Das ist unsere Lösung.
    Ehrlich gesagt hatte ich mir das anders vorgestellt, aber was soll’s. Wir haben jetzt 7 Jahre alles versucht und kommen auf keinen gemeinsamen Nenner.

    • jongleurin sagt:

      Das ist ja auch spannend. Wahrscheinluch ist es keine schlechte Idee, statt eines großen Familienurlaubes, bei dem dann alles perfekt sein muss, mehrere kleinere Trips zu machen, bei denen dann kleinere Kompromisse besser möglich sind.

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