Büro-Karaoke

 

Aus nicht mehr ganz nachvollziehbaren Gründen ist es in meiner Bürogemeinschaft dazu gekommen, dass ein Termin für einen gemeinsamen Abend in der Karaoke-Bar in die Runde geworfen wurde. So was hat natürlich Folgen, vor allem, da ich schon beim Roten Salon durch engagiertes Gesinge aufgefallen bin – ich habe noch nie Karaoke in der Öffentlichkeit gemacht, aber ich spüre, dass ich das könnte. Ich hab auch schon in Chören gesungen, mit Auftritten, so ist es nicht!

Aber ganz unvorbereitet will ich da nicht reingehen. Ich habe also heute mal recherchiert, welche Lieder für mich so in Frage kommen… tricky, sag ich euch, tricky. Es gilt einiges zu beachten.

  1. Das Lied muss meinem Stimmumfang entsprechen. Bei dem Versuch, Bonnie Tyler mitzusingen, habe ich bereits in der ersten Strophe so kläglich versagt, dass ich „Total Eclipse of the Heart“ blutenden Herzens streichen musste.
  2. Duette. Ganz harte Nummer… da muss man schon überlegen, mit welchem Kollegen man welches Lied performen möchte. Es sollte jetzt nicht ZU sexy sein… Wenn ich mir vorstelle, mit meinem Kollegen betrunken „Je t´ aime“ zu stöhnen, werde ich – wie ich mich kenne – entweder die ganze Zeit albern kichern oder mich spontan eine halbe Stunde lang verlieben (na gut, das kommt auch ein wenig darauf an, welcher Kollege genau), und alleine der Gedanke, dass man sich Montag nüchtern wieder sieht… ich schäme mich jetzt schon für mein zukünftiges ich fremd.
  3. Der Beat! Die Moves! Es sollte kein Lied mit einem exzessiven Solo sein – was macht man die ganze Zeit, wenn es nix zu singen gibt? Den Mikrofonständer mit Hüftschwüngen beglücken oder eher Luftgitarre spielen? Aber auch sonst: wie bewegt man sich die ganze Zeit? Einfach wie auf einer Tanzfläche? Und soll man sich bei einem Beyonce-Song wie Beyonce bewegen? Das KANN nur schiefgehen. Und dann bei einem Duett… argh. Man kann so viel falsch machen. Zu langsames Lied: doof rumstehen. Zu schnelles Lied: doof rumzappeln. Eine weitere Gefahr: sehr alte, verschüttet geglaubte Reflexe aus meinen ersten musikalischen Sozialisationserfahrungen drängen an die Oberfläche und lassen mich in unbedachten Momenten glauben, dass so etwas SEHR angemessen wäre:

Dagegen muss man natürlich ankämpfen.

In der engeren Wahl sind bei mir bisher 90er-Klassiker von den Backstreet-Boys und Britney, das kann man schön ironisch inszenieren, und gesanglich sind da keine Überraschungen zu erwarten. „Iris“ von den Googoo Dolls, das oben gezeigte „Burning down the House“, „Try“ von Pink… ich bin noch in der Recherche und verspreche mir auch einiges von den Beatles, den Beach Boys und den Traveling Wilburys.

Es mag den Anschein erwecken, ich mache mir zu viele Gedanken, aber damit kann ich leben und ich habe gute Gründe. Ich weiß etwa aus sicherer Quelle, dass einzelne Mitglieder aus meiner Bürogemeinschaft es bereits geschafft haben, bei anderen Gelegenheiten in monatelangen heimlichen Übungssessions raffinierte Duett-Performances einzustudieren. Das kann man finden, wie man will, aber es weckt ganz leicht meinen Ehrgeiz. Ich lerne außerdem viel über mich, einfach dadurch, dass eventuell mal ein Karaoke-Abend stattfindet, das ist also quasi therapeutisch. Und man weiß ja: Vorfreude ist die schönste Freude. Die kann mir niemand mehr nehmen, egal, was dann wirklich passiert.

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

2 Kommentare zu “Büro-Karaoke

  1. kat+susann sagt:

    Toll!Bin gespannt was du dann singst! 😋

  2. kinder unlimited sagt:

    cool……ich bin auch gespannt!!!

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