Lesen. Beitrag zum persönlichen Wohlbefinden

Ich lese ja gerne.Und ich lese arg schnell, etwa 100 Seiten pro Stunde, zumindest auf deutsch. Daher mag ich am liebsten sehr dicke Bücher oder ganze Reihen, deren Inhalt im Bereich Fantasy und Historisches angesiedelt ist – die Märchen der heutigen Zeit, es sollte also weit weg vom Alltag sein, aber gerne politische Anteile und wenig Liebeszeugs enthalten, und die Schreibe muss mir gefallen. Auch gerne auf englisch, aber dann hilft es enorm, wenn Sprache und Handlung nicht allzu komplex sind oder ich die Geschichte schon kenne, sonst fällt mir die Entspannung schwer. Kniffelige Voraussetzungen, die es schwer machen, Tipps zu bekommen… Game of Thrones etwa ist wunderbar, Drachenbeinthron ging dagegen gar nicht, wobei beide Reihen ja der gängigen Meinung nach geborene Gefährten sein sollen. Ich liebe Hilary Mantel und Tolkien, Lovecraft und Doyle und Christie, Stephen King und Terry Pratchett, Maugham und eben G.R.R. Martin.

Gerade lese ich wieder The Stand von Stephen King, die neue 1300 Seiten lange Version auf englisch. Und es wiederholt sich, was ich schon beim Lesen der damals erst vier Bände Game of Thrones auf englisch feststellte, in der Spätschwangerschafts- und Stillzeit: wenn ich so viele hunderte Seiten habe, die ich wegen Fremdsprachigkeit viel langsamer als gewohnt lese und die ich einfach gut finde, dann freue ich mich enorm daran, so lange Spaß haben zu dürfen, jeden Abend zurück kehren zu können in die jeweilige Welt des Buches. Ich schaue weniger Serien, surfe weniger Internet, lese unterwegs lieber andere Bücher parallel, damit das Lieblingswerk abends länger hält. Ich bin ein glücklicherer Mensch dieser Zeiten, fast ein wenig wie glücklich verliebt. In diesem Sommer der Unseligkeiten ist dieses Gefühl besonders willkommen.

Nun, auch The Stand wird irgendwann vorüber sein. Sehr schade. Wenn sich der Rhythmus erhält, finde ich in ca 3 Jahren wieder ähnlich Monumentales und Befriedigendes. Ich freu mich drauf.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

14 Kommentare zu “Lesen. Beitrag zum persönlichen Wohlbefinden

  1. io sagt:

    Eine der besten Reihen in Sachen Historisches ist meiner Meinung nach die Niccolò-Reihe von Dorothy Dunnett (da habe ich mal kurz was darüber geschrieben). Wirklich spanend, gut geschrieben und hervorragend recherchiert –

    ABER: Es gibt nur die ersten fünf Bände auf Deutsch. Die letzten drei sind nicht mehr übersetzt worden (schon zum 2. Mal), weil sich die Bücher nicht verkauf haben (was mir ein Rätsel ist! … naja … sie sind schon sehr komplex). Mir fehlen die letzten drei Bücher auch noch, einfach weil ich die ersten fünf dann doch noch mal zum Reinkommen auf Englisch lesen wollte, aber mir immer was dazwischen gekommen ist (zum Beispiel ein Kind und 3-4 schlaflose Jahre) und ich auch annehme, dass die nicht unbedingt so ganz locker und flockig zu lesen sind. Aber steht auf meine Liste ganz oben, weil Herr Martin ja lieber Filmchen dreht …

    (also kann mit Mantel meiner Meinung nach mithalten, wenn auch der Schreibstil etwas klassischer ist)

    • io sagt:

      So, hab mir jetzt noch schnell den ersten Band auf Englisch für den Urlaub bestellt. Danke für die unbeabsichtigte Inspiration bzw. den Anstupser 😉

    • jongleurin sagt:

      Ah, auf deinen Ratschlag habe ich gehofft 🙂 merci! Das klingt tatsächlich enorm interessant, davon habe ich schockierenderweise noch nie gehört. Ich werde in der Büchehalle mal auf die Suche gehen und bin gespannt! Die muss man wahrscheinlich in der richtigen Reihenfolge lesen, oder?

      • io sagt:

        Oh ja, unbedingt und vielleicht Wikipedia neben dran offen haben … ohne jetzt verschrecken zu wollen … aber es geht in den Bänden munter von Brügge, über Zypern bis nach West Afrika und selbst ich *hüstel* hatte da jetzt die geschichtlichen Hintergründe des 15 . Jahrhunderts nicht immer parat … Dunnett erklärt das zwar schon sehr gut, aber ich musste dann doch immer noch mal GENAU nachschauen 😉

        Ansonsten ist Patrick Leigh Fermor noch ganz toll – hier mein Senf dazu – das ist auch sehr interessant, gut geschrieben, wohl auch im Englischen Original ganz toll und man kann es bei Bedarf stückeln.

  2. Ceci sagt:

    Kennst Du die Jahrhundertsaga von Ken Follet? Ich habe die Hörbücher im Auto gehört und freute mich immer sehr auf dem Weg zur Arbeit.
    Auch sehr gut: die Bücher von Jonas Jonasson, besonders „Der Hundertjähriger der aus dem Fenster stieg und verschwand“, aber auch „Mörder Anders und seine Freunde, nebst der eine oder andere Feind“. Ein schöner, staubtrockner Humor, ein bisschen Geschichte, köstlich!

    • jongleurin sagt:

      Danke für deine Tipps! Ja,die Follet-Trilogie habe ich angefangen und hatte große Hoffnungen, weil ich Ken Follet immer sehr mochte. Die Saga hat mich allerdings etwas enttäuscht, gefühlt nur Fummeln und Krieg…das hat mich schon in Säulen der Erde etwas genervt, aber auf unsere älteren Tage bin entweder ich empfindlicher oder Follett plakativer geworden.

      Jonas Jonasson ist auch nett, aber richtig in Rausch bin ich da nicht gekommen!

  3. Kristina sagt:

    Wir scheinen einen sehr ähnlichen Büchergeschmack zu haben, nur deswegen schlagehich dir hier etwas vor: Meine absolute Lieblings-Fantasy-Reihe. Wheel of Time von Robert Jordan. Es fängt nicht so spannend an, ab dem Ende des ersten Buches aber gehts richtig los. 14 Bände mit je 1000 Seiten ca. Ich liebe diese Reihe, die Geschichte ist herausragend und der Schreibstil ist toll. Als sie zu Ende war, war ich wirklich traurig. Und als englisches TB zahlt man noch nicht mal viel dafür.
    Nur falls du mal wieder, 1 bis 2 Jahre Lesenszeit investieren möchtest…

    • jongleurin sagt:

      Danke, danke! Das klingt auch hervorragend und kommt auf meine to-read-Liste. Der Umfang schreckt mich nicht, im Gegenteil!

    • jongleurin sagt:

      Nur eine Frage bleibt: englisch oder deutsch? Es nervt mich ja aus Prinzip, wenn die deutsche Ausgabe gefühlt in 12x so viele Bände aufgeteilt wird, ich unterstelle da Geldscheffelei… aber auf englisch anfangen ist für mich insofern gefährlich, als dass ich da manchmal nicht den Einstieg schaffe. Hättest du da eine Empfehlung bzw. weißt du, ob das Englisch schaffbar ist?

      • io sagt:

        Englisch! Hab ich natürlich auch gelesen 😉

      • jongleurin sagt:

        Die Beratung hier klappt ja wie verrückt! Danke, die Damen!

      • Kristina sagt:

        Ich habe die Serie auf Deutsch begonnen, allerdings mit der neuen Übersetzung. Da die ersten Bücher aus den 80ern sind, gibt es auch alte Übersetzungen, die aber wirklich ganz grauenhaft sind. Die neuen gingen damals nur bis Band 4 und ich war zu ungeduldig und hab auf englisch nochmal von vorne angefangen. Die deutschen sind mittlerweile vollständig (das letzte Buch ist von 2014) und preislich mit 15,- pro Band okay. Sprachlich sind die auch gut. Die Englischen fand ich jetzt aber auch nicht zu schwer, wobei ich manches hin und wieder auch nicht verstanden habe. Das tat dem Gesamtverständnis keinen Abbruch. Letztendlich kann ich dir tatsächlich beides empfehlen 🙂

      • jongleurin sagt:

        Sehr gut, danke! Dann werde ich mich tatsächlich an Englisch heranwagen.

  4. Juristin sagt:

    Ja, das Bücherverliebtheitsgefühl kenne ich auch 🙂

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