Tagebuch Juli 2016

Jeden 05. eines Monats beantworte ich Frau Brüllens Frage: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Die Kurzfassung: ein stinknormaler Dienstag kommt auf mich zu, ohne Krabbe, mit Arbeit, Schwesternbesuch und eventuell einer Distriktsvorstandssitzung. Heute wird auch nicht so viel gejammert, versprochen.

07:00 Zwei Minuten vor dem Wecker wache ich auf. Erstmal Kaffee. D. ist bereits lautlos verschwunden. Ich mache mir meinen Eiweiß-Beeren-Zimt-Vanille-Shake, den ich seit dem Urlaub morgens trinke (jaha, ein paar Kilos sollen weg. Ich wurde gaaaaanz langsam immer dicker, und es hat mich dann doch genervt, ich mache doch schon so viel Sport! deshalb will ich es einmal ordentlich machen, und doch, es läuft) und packe den Kalender ein, den ich Schwester 1 heute mitbringen will. Duschen fällt aus, weil ich mich gestern Abend nach dem Bouldern gewaschen und gesalbt habe, also nur noch schnell Wimpern und Augenbrauen malen, anziehen und los gehts.

08:00 Die Sonne scheint, der Bus lässt auf sich warten, ach, ich konzentriere mich auf die Sonne. Was ganz nett ist: das Datenvolumen auf meinem Handy ist alle, so dass ich ganz in Ruhe mein analoges Buch lesen kann. Ein Buch von Dick Francis hatte ich kürzlich auf dem Bücherei-Flohmarkt gefunden, einen Autor, den ich als Halbwüchsige enorm gerne gelesen habe. Manchmal ändert sich das ja mit dem Alter, aber in diesem Falle nicht – das Buch ist enorm unterhaltsam. Pferderennen und ganz sanfte Kriminalität, ohne Frauen zerschneiden, Kinder missbrauchen oder andere Arten von monströsen Psychopathen. Eine schöne Abwechslung zu Stephen Kings „The Stand“, das ich parallel lese.

08:45 Yeah, ich bin zu früh im Büro! Und alle anderen auch, so dass ich Zeugen habe und etwas früher gehen kann.

bis 12:45 Erwerbsarbeit, unterbrochen von wütenden Mails, die zwischen dem Papa und mir hin und her gehen. Immerhin super: ich habe einen Fahrrad-Reparatur-Termin für morgen ergattert, direkt um die Ecke bei mir.

13:00 Treffen beim Inder mit einer der Mütterkolleginnen, es wird geindert und geplaudert, dass es eine Freude ist. Und lecker ists, wie immer.

14:00 Über die Kleinanzeigen-fb-Gruppe meines Stadtteils kläre ich, dass ich heute Abend schicke Schuhe anprobiere. In dem Moment stirbt das Vorhaben mit der Distriktsvorstands-Sitzung, beides schaffe ich nicht. Außerdem kommt die Vorsitzende meiner AG sowieso, und doppelt muss die Sitzung nicht besetzt sein. Die Aussicht auf einen netten zu Hause-Abend finde ich dann auch nicht arg schlimm. Politisches Engagement at its best!

15:00 Noch mehr Arbeit, die vorerst letzte Mail vom Papa – es ist noch nicht vorbei, aber immerhin hat eine Teil-Einigung auf ein Missverständnis stattgefunden. Man muss auch für kleine Dinge dankbar sein.

17:00 Feierabend, noch eine Mail. Ach, es wird nicht besser.

17:10 Ich besteigen den Bus Richtung Schwester 1. Ich klage mein gesammeltes Leid, ihre Zwillinge machen eine ganz entzückende Kissenschlacht mit mir, mein Schwager kommt, wir essen etwas Brotzeit, ich übergebe den Kalender, desentwegen ich eigentlich da bin, und dann geht es auch schon wieder zurück in den Bus. Schwester 1 begleitet mich noch zum Hauptbahnhof, wo sie verabredet ist. Von dort aus fahre ich weiter auf meine Insel.

19:50 Ich hole die Schuhe ab, was irgendwie nett ist. Die Dame kenne ich schon von einem anderen Kleinanzeigen-Handel, ihr Haus ist eines derer, die ich von außen sehr interessant finde, und wir plaudern ein paar Minuten.

20:00 Zu Hause klage ich D. mein gesammeltes Leid, werde geknuddelt und sinke dann auf mein Bett. Nashville, du mein Freund! Drei Folgen habe ich noch mit dir!

Gute Nacht, alle zusammen.

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