Augen zu und durch

Das wird alles nicht besser bei mir. Missstimmungen im sozialen Umfeld, Unruhe wegen eines Halbgeschwisters in der Krabbe progress, Scheiß-Wetter: geschenkt, habe ich mich schon fast dran gewöhnt. Allerdings bin ich etwas dünnhäutiger als sonst, was zu weiteren Missstimmungen im sozialen Umfeld führt.

Dazu kommen Dinge, die sowieso nervig wären, aber jetzt gerade so richtig sucken.

  • Der Papa macht Riesenstress wegen seiner nächsten Surf-Tour, fünf Wochen in Frankreich ab September. Ich habe es nämlich gewagt, selber eine Woche Urlaub mit der Krabbe in die Zeit zu legen, in der er sie eventuell (!) mitnehmen will. Witzigerweise habe ich ihn vor der Buchung des Urlaubes sogar gefragt, ob es passt, worauf er „weiß noch nicht“ geantwortet hat. Seine letzte Mail von heute dazu: ich würde ihm alles verbauen, er „kann und will“ nicht so langfristig planen, dann muss ich halt früher wieder aus dem Urlaub kommen.

Tja. Das kommt nicht in die Tüte, aber es stresst mich irre. Ich bin dem Papa da nicht ebenbürtig, das war schon in der Beziehung ein Riesenproblem. Das wird sich noch hinziehen, er hat einen langen Atem. Dabei war ich gerade dabei, mich wieder etwas in Sicherheit zu wiegen. Ich hatte den Papa zu einem gemeinsamen Elterngespräch in die Kita geschleift (trotz des Hinweises von ihm, ich möge das alleine machen, er habe mit mir keine Lust darauf) und er hat sogar interessiert geguckt und zwei Fragen gestellt UND ein freundliches 5-Minuten-Gespräch mit mir geführt, das längste, seit ich einen Freund habe.

  • Ich versuche gerade, meinen Riester-Vertrag von Berlin nach Hamburg umzusiedeln. Man kann es sich nicht vorstellen.
  • Mein Fahrrad hat schon wieder einen Platten. Das muss ich also wieder zur Fahrrad-Mechanikerin bringen.
  • Die ersten zwei Staffeln von „Nashville“ sind bald alle, und Netflix hat die dritte noch nicht.
  • Die verdammte Kapuzinerkresse auf dem Balkon weigert sich zu blühen und wuchert grün rum, die Kornblumen wurden von den Schnecken gefressen und jeden Tag brummen dicke Fliegen in meinem Zimmer gegen das Fenster. Das macht mich wahnsinnig.

Ich lasse das jetzt mal mit dem Versuch, mich zu entspannen, das führt nur zu noch mehr Frust. In 2,5 Wochen habe ich Urlaub. Bis dahin nutze ich diese Phase, um richtig schön viel zu arbeiten, denn im Büro ist es herrlich. Da sind gerade alle ganz normal, und es gibt sogar mal richtig was zu tun, und man kann sich das Wetter von drinnen angucken. Ansonsten regele ich jetzt eben, was zu regeln ist, lasse meine schlechte Laune an denen aus, die es verdienen, und versuche die zu schonen, die es nicht verdienen. Und ich schreibe jeden Tag die schönsten drei Sachen auf, die ich erlebt habe, für die Psychohygiene und die Achtsamkeit und so. Hallo, neue Blogkategorie!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

10 Kommentare zu “Augen zu und durch

  1. Ms Phye sagt:

    Klingt furchtbar stressig … Ich wünsche dir, dass die Selbsttherapie etwas bringt. Und dass der Urlaub bald kommt.

  2. kat+susann sagt:

    Wenn ich das immer so lese von dem Papa der Krabbe und dir, oh da kommen Erinnerungen hoch! Hatte ich alles auch so oder so ähnlich.Nicht festlegen wollen, dann nicht an Absprachen halten, Wut in meinem Bauch, Herzrasen, wenn ich nur daran gedacht hab, zu erklären, warum ich das jetzt aber so will für den JüngstLiebstenSohn und mich, puuuhh, …Aber,ich weiss nicht ob dich das jetzt tröstet: Es geht tatsächlich vorüber. Das Herz kriegt Abstand. Mittlerweile können wir sogar über finanzielle Belange reden, ohne das es bei mir zu Tränen kommt. Ich hab mich unabhängig gemacht. Und der Sohn auch. Ich wünsche dir das. Und deinen Urlaub mit dem Kind-verschieb das nicht! Hat er halt Pech gehabt. OOOOHHHMMMM..so. Und jeden Tag drei Dinge die gut sind;super Idee. Ich hab das mit der S. aus unserem Blog ne zeitlang gemacht, hat geholfen, positiver zu fühlen. vielleicht sollten wir das wieder anfangen. liebe Grüsse Kat.

    • jongleurin sagt:

      Doch, das tröstet schon. Ich weiß auch gar nicht, wieso mich das so stresst – das sind alles bekannte Mechanismen, die auch zur Trennung geführt haben. Sollte ich drüber stehen. Aber das kostet wahrscheinlich einfach mehr Zeit.
      Nee, ich verschieb nicht. Kann ich zum Glück auch gar nicht, da fahren noch zwei andere Familien mit. Das gibt Stärke, zwangsläufig 🙂

  3. Anne sagt:

    http://www.schwalbe.com/de/unplattbar-site.html
    Wenigstens eine Sorge weniger? 🙂 Mein Geheimtipp als in einem „Szeneviertel“ wohnende Radlerin (Szeneviertel heißt ja immer sowas: hier darf es niemanden stören, wenn Hundekacke und Scherben auf dem Weg liegen, sind doch alle cool hier).

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