Familienplanung, anders als gedacht

Meine Tochter bekommt Mitte Dezember ein Geschwisterchen. Aber nicht von mir. Die Freundin des Papas ist schwanger. Das macht mir mehr aus, als ich gedacht hätte.

Ganz abgesehen davon, dass ich ja selber fleißig und vergeblich übe, befürchte ich eine Verschiebung des fragilen Wechselmodells zu meinen Ungunsten. Wie auch immer das aussehen könnte – ich mag halt keine Veränderungen, vor allem keine, die ich nicht initiiert habe. Mitgeteilt wurden mir die anderen Umstände übrigens von der Krabbe – mich zu informieren hielt niemand Erwachsenes für nötig.

Davon abgesehen bin ich emotional ambivalent. Einerseits denke ich: „Hoffentlich versaut er es nicht wieder so. Das wünscht man echt keiner, so einen Scheiß, wie ich ihn durchmachen musste.“ Gleichzeitig denke ich: „Er wird es eh wieder versauen. Er kann es halt nicht besser. Denn sonst hätte er es ja schon bei mir hinkriegen können.“ Bei dem Gedanken fühle ich mich wie ein schlechter Mensch und denke wieder Gedanken 1, wegen Karma und so.

Ich einige mich gerade mit mir selbst auf folgende offizielle Position: „Er hat bestimmt ein bisschen dazu gelernt. Und seine Freundin passt vielleicht besser zu ihm als ich mit meinen fortschrittlichen Ansichten. Aber ich bin wirklich gespannt, wie die das hinkriegen. Toitoitoi.“

Die Krabbe freut sich natürlich wie bekloppt. Ihr gegenüber habe ich keine Ambivalenz, zumindest versuche ich sie nicht zu zeigen.

Was für ein Fickscheiß. Man gebe mir Alkohol.

 

 

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9 Kommentare zu “Familienplanung, anders als gedacht

  1. kat+susann sagt:

    Aber erst heut abend . Den Alkohol. Ich kann das verstehen deinen Zwiespalt. Immer diese komischen Gefühle, warum bei denen und bei mir nicht? Warum kann er das da machwn aber bei una hat es nicht geklappt? (Warum besucht mein Ex die Tochter seiner Freundin in Afrika, aber seine Tochter die 1Jahr im Libanon war,besucht er nicht?) Du darfst sauer sein und ihn verfluchen. Das gehört dazu und geht auch wieder weg. Dann erkennst du, das fur dein leben ein besserer Plan vorgesehen ist. Lieben gruss Katrin

  2. kinder unlimited sagt:

    Katrin hat alles genial gesagt!!

  3. Luna sagt:

    Es waere also ok, wenn Du weiteren Nachwuchs hast und die Freundin vom Papa weiterhin Babysitter macht, aber ihr eigenes Leben soll sie schoen hinten anstehen lassen, damit es ja keine Veraenderung fuer Dich gibt gibt?. Wow…

    • jongleurin sagt:

      Das habe ich weder geschrieben noch gemeint. Es ist eine Nachricht, die nicht besonders schön für mich ist, und ich war selber davon überrascht, dass es so ist. Oben ist meine erste Reaktion beschrieben, inklusive aller möglich irrationalen Emotionen und Gedanken.
      Und dass ich persönlich keine Veränderungen mag, hat mit dem Leben der Freundin des Papas exakt 0,0 zu tun. Damit kann sie machen, was sie will. Ich finde sie ja deswegen nicht doof oder verurteile ihre Entscheidung zum Kinder kriegen, ich mache mir nur Sorgen, was sich alles so für mich verändern könnte. Wechselmodell ist halt leider kompliziert.

  4. Ms Phye sagt:

    Ich kann das Unbehagen gut verstehen, gerade weil die Familienerweiterung ja Teil des Lebens der Tochter sein wird und so sehr wichtig für sie ist, wobei man selbst da außen vor bleibt. Bei Familie denke ich auch noch sehr inklusiv und integrativ. Das ist in der Situation schwierig bis unmöglich.

  5. Maike sagt:

    Ich kann’s absolut nachvollziehen . Wäre ich in deiner Situation würde ich den beiden die Pest an den Hals wünschen .
    Vor kurzem habe ich erfahren dass ein ex Freund von mir inzwischen geschieden ist. Die Ex Frau war damals der Trennungsgrund . Hah! Was für eine Genugtuung für mich auch wenn die Trennung 15 Jahre zurückliegt ! Aber ich fühle mich soooo bestätigt 😜

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