Tagebuch Juni 2016

Es ist wieder der 05. eines Monats, der Tag, an dem Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen ruft. Alle anderen Tagebuchblogeinträge finden sich auf ihrer Seite, nämlich hier.

07.50 Ich wache auf von der Sonne, die trotz dunkler Vorhänge in mein Gesicht scheint. Ist Sommer hier! Seit gestern gibt es auch keine täglichen Gewitterer mehr. Ich fand das tropische ja gar nicht schlecht, aber ohne Gewitter ist es auch okay.

08:00 Küche. Kaffee. Die Wohnung ist sehr, sehr still seit drei Tagen. D. ist in Mexico, die Krabbe in Frankreich. Das ist mal ganz schön, und ich genieße es, einfach nur tun zu können, was ich will. Das ist nicht viel: gestern habe ich mich mit Monsieur K. zum Grillen getroffen – er hat die hammerbesten marinierten Spieße gemacht -und das wars. Heute ist Feld angesagt. Für abends habe ich eine Packung Backofenpommes im Tiefkühler, denn es wird feierlich: ich beginne die sechste Staffel Game of Thrones. Ansonsten hänge ich den ganzen Tag auf einem unserer Balkone herum. So auch jetzt.

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09:30 Ich frühstücke. Was wirklich schockierend ist, wenn man länger als ein oder zwei Tage komplette Strohwitwe ist: wie wenig Essen man verbraucht! Wie wenig man wäscht! Wie selten die Spülmaschine läuft! Wie ordentlich die Wohnung einfach bleibt, wenn man aufräumt!

Außerdem habe ich gerade viele Sorgen, z.B.: Können Füße absterben, wenn sie zu lange auf dem Balkongitter abgelegt werden? Warum ist JETZT das letzte Buch ausgelesen, und wo bekomme ich ein neues her? Wann melden sich die besten Nachbarn, ob und wann sie aufs Feld fahren?

10:30 Ich nähe neue Knöpfe an mein neues Kleid. Die ursprünglichen Knöpfe sind abgefallen.

11:30 Ich tüdele so herum. Schon mal Kleidung für Lissabon heraussuchen und ggf. waschen, Mittagessen mit Lachs und Gemüse vorbereiten, Internet surfen, mit den Nachbarn über den Feldfahrzeitpunkt sprechen. Um 14 Uhr würde ich gerne los, und selbst wenn das mit dem gemeinsamen Losfahren nicht klappen sollte, trifft man sich auf dem Feld. Jäten und schauen, was aus den Kürbissamen geworden ist, das ist das Wichtigste dort. Außerdem kämpfe ich mit den Ohrwürmern, die von exzessiven „Nashville“-gucken in den letzten Tagen rühren. Ich mag die Serie, die mir von Schwester 1 empfohlen wurde, sehr: viele komplexe Frauenfiguren, einige dramaturgisch gut gemachte Geschichten, einer der Darsteller hat Ähnlichkeiten mit Michael Fassbender und ich weiß jetzt genau, wie die Country-Industrie in den USA funktioniert und wie die da so sind.

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13:30 Ich breche radelnd zum Feld auf. Die Nachbarn nehmen das Auto.

14:45 Keuchend und schwitzend erreiche ich die Grünfläche. Mei o mei, ist das immer weit! Ich wanke auf unseren Streifen und entdecke drei Kürbispflänzchen, und die zuletzt eingepflanzte Zucchini gedeiht. Immerhin eine Zucchini mehr als letztes Jahr! Aber die Kürbisse, na ja… ich hätte gerne noch ein paar. Pro Pflanze gibt es ca. 2 Früchte, das ist mit zwei Haushalten gar nicht so arg viel. Hoffnungsvoll stecke ich meinen letzten Samen in die Erde.

Ein kurzer Überblick zeigt, dass alles wächst und gedeiht. Die Kartoffeln keimen fröhlich, und vor allem die Reihen mit den exotischen Knollen meines Vaters sehen interessant aus. Alle Kohl-Jungpflanzen wirken sehr angeknabbert, aber lebendig. Die Möhren, die Petersilie, der Dill, die Zwiebeln, der Porree, die Salate, Erbsen und Bohnen, Mais und Fenchel: da gibts nix zu meckern. Der Mangold freut mich besonders, denn mindestens sieben Pflanzen haben unser Jäten überlebt. Letztes Jahr hatten wir ca, 2,5 Pflanzen und hatten zwar immer nett Mangold, aber nie so viel, wir wir gerne gehabt hätte. Das werden Mangold-Feste!  Da man aber nie alles haben kann, folgt gleich ein kleiner Downer in der nächsten Reihe: Schockierenderweise blüht der Spinat bereits und ist damit für diese Saison gelaufen… Pastinaken und Rote Bete kommen langsam, aber im Gegensatz zum letzten Jahr kommen sie. Das ist schön.

Die Nachbarn kommen auch bald und bringen noch einige Jungpflanzen mit. Eine Zucchini, Kohlrabis und Erbsen, mit denen wir ein paar Lücken auffüllen. Wir pflanzen und jäten, dass es eine Freude ist.

17:30 Bedrohliches Donnern kündigt ein Gewitter an, und wir brechen flugs auf. Ich lasse mein Fahrrad stehen, was etwas ärgerlich ist: jetzt muss ich extra nochmal so weit raus, um es zu holen, aber es hilft nix. Es gibt keine Alternative, und ich will wirklich nicht 1,25 Stunden pitschenass durch die Gegend fahren. Also ab auf den Rücksitz zwischen Kleinkind und Baby und einfach mal entspannen. Und mit den Kleinen rumpusseln. Ach, wäre jetzt die Krabbe da…!

An der Kattwykbrücke müssen wir halten, denn die Brücke ist hochgezogen. Ein Schiff schifft vorbei.

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18:30 Zu Hause. Ich räume etwas auf, dusche die schwarze Fischbeker Erde von mir (bzw schrubbe: meine Füße sind schwarz wie die Nacht) und freue mich auf Pommes und Games of Thrones.

Schönen Abend allerseits!

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