#Muttertagswunsch – im Wechselmodell

Den Muttertag habe ich einfach gepflegt vergessen – niemand huldigte mir in irgendeiner Form, die dreijährige Krabbe schon mal gar nicht, und ich finde diesen Tag auch wirklich nicht zwingend zu begehen. Die deutsche Einheit etwa oder den Tag der Arbeit finde ich wichtiger. Oder meinen Geburtstag, wenn man mir dann doch unbedingt huldigen möchte.

Die Aktion #Muttertagswunsch spülte von Mutterseelesonnig über meinen wordpress-Reader dennoch an die Ufer meiner online-Existenz, und nun, wo der Spuk schon fast vorbei ist, gebe ich auch noch meinen Senf dazu. Ich möchte nicht verhehlen, dass ich eigentlich gar nicht mehr auf den schon fast abgefahrenen Zug aufspringen wollte – ich habe so einen merkwürdigen Widerwillen gegen Hypes – aber ich wurde nett angefragt. Das motiviert dann ja doch!

Generell habe ich das Gefühl, dass hier schon sehr viel Richtiges und Wichtiges gewünscht wurde und von meiner Seite aus nicht viel Neues kommen kann. Daher konzentriere ich mich mal ganz auf mich selber: ich habe da ein paar Extra-Wünsche, die meine Situation als Mutter im Wechselmodell betreffen und die vielleicht etwas speziell sind.

Ich wünsche mir zum Muttertag von der Politik:

die politische und rechtliche Anerkennung des Wechselmodells im Familienrecht und der Tatsache, dass sich zwei Haushalte gleichberechtigt um ein Kind kümmern können. Das bedeutet im Einzelnen, bei Bedarf folgende Dinge zu ermöglichen:

  • zwei Hauptwohnsitze für ein Kind
  • zwei Krankenkassenkarten
  • zwei Entlastungsbeträge
  • zwei kindergeldberechtigte Eltern
  • zwei Kinderzuschläge bei Riester

Außerdem wünsche ich mir eine ausgiebige Begleitung von Trennungsfamilien in Form von Beratung und Mediation, die die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten nach einer Trennugn beleuchtet und unter Berücksichtigung der Ressourcen der einzelnen Familien berät. Kommunikationsstörungen zwischen den Eltern, die zu Lasten der Kinder gehen, können so von Anfang an gemindert werden.

Damit es öfter zu einem Wechselmodell kommen kann oder zumindest zu einer etwa gleichwertigen Betreuung von beiden Eltern (vor und) nach einer Trennung, wünsche ich mir ein paritätisches Elternzeitmodell, in dem die Vätermonate 50% der Zeit ausmachen.

Das sind meine Hauptanliegen. Weitere, wie etwa die gerechte Bezahlung von Frauen, die Aufgabe des Ehegattensplittings zugunsten einer Kindergrundsicherung und die Reduzierung der Regelarbeitszeit wurde schon so oft erwähnt, dass ich nicht weiter darauf eingehen werde.

Danke an die Initiatorinnen für diese so wichtige und erfolgreich Aktion!

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

Ein Kommentar zu “#Muttertagswunsch – im Wechselmodell

  1. kinder unlimited sagt:

    man wird ja noch träumen dürfen 😉

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