Tagebuch Mai 2016

Frau Brüllen fragt wie an jedem 05. eines Monates: was machst du eigentlich den ganzen Tag? Ich, wie Millionen andere, antworte.
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Heute wird es sicher nett: Feiertag, schönes Wetter, ich muss zur Eröffnung des Hafengeburtstages auf die Rickmer Rickmers (ich spekuliere auf Sekt. Ein paar Vorteile hat es schon, wenn der Chef ein Politiker ist.), die Krabbe ist bei uns, wird aber während des Arbeitseinsatzes von Schwester 2 bespaßt, D. bekommt Besuch von einem alten Freund aus Berlin. Viel los! Mal sehen, was das wird.

08:30 Krabbe wacht neben mir nach einer sehr unruhigen Nacht auf, ich also auch. „Mama, Milch!“ ächzt der Nachwuchs noch mit geschlossenen Augen. Gehorsam trottet D. in die Küche, macht Milch warm und setzt Kaffee in der french press an.

08:45 Heißgetränke werden exzessiv genossen, D. liest der Krabbe vor, während ich Porridge mache. Das liebt die Krabbe, es passt wohl ganz gut zu den Unmengen Honig, die sie gerne isst.

9.30 Großes Anziehen. Die Krabbe testet den neuen Tuschkasten und produziert herrliche Brauntöne.

10:00 D. bricht auf, seinen Freund vom Zentralen Omnibusbahnhof abholen. Ich mache mich an die Grundreinigung des vorderen Balkons, während die Krabbe mit der Nachbarstochter in Nebengarten spielt. So richtig Flow gibt es nicht: alle drei Minuten schallt es von drüben: „Mama!!!“ Ich bin etwas gestresst. Aber immerhin: Erfolg, der Balkon ist frei.

11:15 D. und sein Kumpel kommen an. Sie nehmen die Krabbe mit zum Pommes-und-Eis-essen, und ich nutze die Gelegenheit, mich für die Hafeneröffnung etwas zu brezeln und ein bis zwei Brote zu essen.

13:30 Die Krabbe und ich brechen mit dem Laufrad zu Schwester 2 auf. Wie immer ist die Krabbe eine sehr angenehme Reisebegeleitung: schell und umsichtig auf dem Laufrad, im Bus sicher und freundlich, beim Umsteigen sehr beflissen. Nur dasProzedere, bis es dann endlich aus dem Haus geht, dauert seeehr lange. Sie musste noch Geld zählen, und ihre Sandalen anziehen.

14:15 Ankunft bei Schwester 2. Trotz ihres zuvor bekundeten Unwillens, von mir getrennt zu werden, ist die Krabbe so sehr gefasst, währen ich gehe, dass ich schon fast etwas beleidigt bin.

15:20 Ich finde den Chef und eine seine ehemaligen Mitarbeiterinnen an den Landungsbrücken. Was sich so lässig liest, ist Ergebnis einer sehr anstrengenden Tour mit dem ÖPNV Richtung Hafen. Am besten sind ja die Leute aus der Provinz, die extra zu dem Großereignis in die Metropole fahren, alles verstopfen und dann in der U-Bahn sehr laut und selbstzufrieden verkünden, dass sie deshalb ja niiiieee in der Riesenstadt wohnen würden, es wäre ja alles so voll. Ächz.

15:30 Ist schön auf der Rickmer Rickmers. Es gibt Sekt. Der Chef ist auch sehr nett, wie immer- da habe ich wirklich Glück gehabt beim Jobwechsel – und seine Begleitung auch. Die Sonne strahlt, Shantys werden gesungen, Senatorinnen und Senatoren allerorten, die Rickmers schießt Salute, Fregatten in alt und neu laufen in den Hafen ein. Doch, es gibt schlimmere Arten, seinen Nachmittag zu verbringen.

16:30 Ich düse ab. Schwester 2 und kommt dankenswerterweise mit der Krabbe zum Hauptbahnhof, so dass ich 1,5 Wege spare. Meine Tochter freut sich sehr, mich zu sehen, und erklärt mir später, dass sie nur ein ganz kleines bißchen traurig war, als ich gegangen bin, und sie hätte gar nicht geweint. Aw.

Schwester 2 berichtet, dass alles entspannt gewesen sei. Wunderbar.

17:50 Ankunft zu Hause. D. ist etwas angeschickert, sein Kumpel macht sich auf den Heimweg, die Krabbe verschwindet auf dem Innenhof, ich mache Rührei.

18:10 Essen.

18:30 Die Krabbe geht wieder in den Innehof, D. geht zum Anschaukeln mit. Ich lege mich mal aufs Bett.

19.10 Ich bekomme die Krabbe im Schlafanzug gereicht, nach dem Vorlesen beginnt das aktuell etwas ermüdende Ritual: die Krabbe will nicht ins Bett. Na ja, wir kämpfen uns so durch.

19.50 Sie schläft. Ich verlasse das Zimmer und höre Schnarchen aus dem Wohnzimmer. Mein Bettbring-Mojo wird offensichtlich immer stärker…! Ich gebe D. ein Kissen und surfe noch etwas Internet, dann gibt es eine Folge Outlander. Eine okaye Serie, wenn auch nicht ganz überzeugend: Jamie sieht einfach lächerlich gut aus und Claires Problem wird nicht so ganz ersichtlich. Es geht ihr doch super! Dass ab und an erwähnt wird, dass sie zurück will, macht auch keine Storie.
Da ich zur Zeit keine Alternative habe, sondern Vorrathaltung mit Game of Thrones und House of Cards betreibe, ist Outlander aber okay.

Gute Nacht!

 

 

 

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