Buchempfehlung: Die Gestirne von Eleanor Catton

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„Die Gestirne“ von Eleanor Catton ist schon länger auf dem Markt, meine Rezension kommt also recht spät. Dennoch möchte ich sie hier niederschreiben, weil ich sehr in das Buch verliebt bin! Ich zitiere den Klappentext: „In einer Hafenstadt an der wilden Westküste Neuseelands gibt es ein Geheimnis. Und zwei Liebende, die einander umkreisen wie Sonne und Mond.

Als der Schotte Walter Moody im Jahr 1866 nach schwerer Überfahrt nachts in der Hafenstadt Hokitika anlandet, trifft er im Rauchzimmer des örtlichen Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern, die eine Serie ungelöster Verbrechen verhandeln. Und schon bald wird Moody hineingezogen in die rätselhaften Verstrickungen der kleinen Goldgräbergemeinde, in das schicksalhafte Netz, das so mysteriös ist wie der Nachthimmel selbst.“

Was mich zuerst ansprach, als ich es in der Bahnhofsbuchhandlung sah: die schiere Dicke des Werks. Über 1000 Seiten im Hardcover sind einfach nicht zu übersehen, aber finanziell auch der reine Irrsinn, weswegen ich in der Bücherei auf die Suche ging. Hier war das Buch allerdings ständig vergriffen – nur in der englischen Variante hatte ich Glück. Ich freute mich sehr, da das historische Thema für mich wie gemacht schien, der Autorin in sämtlichen Feuilletons gehuldigt wurde ob ihrer Sprache, der Komplexität des Buches und des interessanten Erzählungskonzepts, und lieh ekstatisch aus.

Die englische Version brachte mich allerdings nach etwa 70 Seiten an meine Grenzen. Auf englisch lese ich einfach sehr langsam, was die eigentlich hocherfreuliche Dicke des Buches zu einer unüberwindbaren Aufgabe anwachsen ließ. Außerdem hatte ich eben der tollen Sprache und der komplexen Handlung wegen ständig das Gefühl, etwas sehr Wichtiges zu verpassen, wenn ich ein Wort nicht kannte. Das ist sehr nervtötend und dem Lesefluss nicht förderlich, auch wenn ich da schon wusste, dass ich das Buch toll finde. Ich biss also in den sauren Apfel und merkte die deutsche Version kostenpflichtig vor. Dankenswerterweise kam das Buch gerade rechtzeitig zu meiner Grippe, so dass die besseren Tage der Krankheit mit diesem Roman gefüllt waren.

Ein tolles Buch. Die Handlung ist spannend, und ich mochte die Tatsache, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird, bei der jede Perspektive ganz beiläufig eine Wendung bringt – ob klein oder groß, ist dabei jeweils sehr unterschiedlich. Es gibt sehr traurige und sehr lustige Abschnitte, und immer ist man als Leserin sehr gut unterhalten. Die im Klappentext angekündigte Liebesgeschichte spielt übrigens – zu meiner Erleichterung, ich hasse das – keine große Rolle, erst im letzten Drittel des Romanes wird sie wichtiger und so fein eingefügt, dass sie selbst mich als Liebesgeschichten-Skeptikerin komplett überzeugte. Die konzeptuelle Einbindung mit den Gestirnen hätte es wegen mir nicht gebraucht, aber wenn es die wichtigen Kritikerinnen überzeugt hat – bitte schön, gestört hat es auch nicht.

Eine uneingeschränkte Empfehlung von mir!

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

4 Kommentare zu “Buchempfehlung: Die Gestirne von Eleanor Catton

  1. kraazkraaz sagt:

    Könnt ich Dir als epub runterladen – ohne Kosten.

  2. Stephanie sagt:

    Mit den englischen Original-Fassungen habe ich meist ähnliche Probleme. So anspruchsvoller und umfangreicher das Buch, umso unfähiger werde ich:-). Deshalb habe ich mir angewöhnt Bücher auf Englisch in der light-Variante zu lesen: Also Handlungen, die ich schon mal von irgendwo gehört habe
    (Bücher von Film-Adaptionen eignen sich hierfür hervorragend) oder Biografien…

    • jongleurin sagt:

      Das ist eine gute Strategie! Ich mache es ähnlich: ich lese gerne Bücher, die ich schon kenne, ein zweites Mal auf Englisch. Und Krimis oder Fantasy, das funktioniert auch spontan ganz gut.

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