Mein eines soziales Netzwerk (online)

Ich habe es ja nicht so mit diesen Netzwerken, zumindest online. Meinen Blog habe ich einzig und allein als Webseite, kein twitter, kein instagramm, nüscht. Nur einmal habe ich mich darüber geärgert: als Christine Finke von mama arbeitet mich angeschrieben und nach meinem twitter-Account gefragt hat, sie wolle mir folgen. Ich ging kurz ehrfürchtig vor mir in die Knie, dachte scharf nach und verwarf dann doch die kurz, aber heftig aufgekommen Idee, mir einen solchen Account zuzulegen.

Das ist mir alles zu stressig. Meine LeserInnenzahl steigt an, enorm langsam und gemächlich, und das ist wunderbar und nett für mein Ego. Alle zwei Tage ein Post, das ist Hobby. Was darüber hinaus ginge, wäre Arbeit. Eventuell werde ich mal nebenbei einen Blog unter meinem Klarnamen starten, in dem dann nichts Privates mehr vorkommt, so für mein Job- und politisches Profil, aber nicht jetzt.

Dennoch habe ich einen fb-Account. Nicht unter meinem Klarnamen, aber da sind alle meine Freunde aus dem Real Life, zumindest bis vor einem halben Jahr, seitdem pflege ich das Ganze etwas unmotiviert. Das einzige, was mich dabei hält, ist folgender Umstand: meine Freundesliste entspricht so gar nicht meiner sonstigen Filterblase und ist enorm vielfältig. Da sind viele, die mich nur sehr kurz in meinem Leben begleitet haben und die ich in den fb-Hochzeiten geaddet habe. Da ist der ehemalige Kletterpartner, der gerade seine Transsexualität auslebt; der Mitcamper im Surfcamp, der linke Verschwörungstheorien postet; der ehemalige Mitschüler und Freund, der nun in den USA forscht, die Surflehrerin auf den Kanaren, der SEO-Guru, die Malerin. Und das Beste: die Kleinanzeigengruppe meines Stadtteils. Sensationslüstern, politisch bestenfalls unbedarft – aber meinungsstark! -, neugierig, gehässig, hysterisch. Geht gar nicht. Aber man ergattert ab und zu tolle Sachen, deshalb muss ich dabei bleiben. Und wegen des Gefühls, dass diese Gruppe einen großen Teil der Gesellschaft vertritt, mit dem ich sonst keinen Kontakt habe.

fb. Mehr wahres Leben als mein Leben.

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

5 Kommentare zu “Mein eines soziales Netzwerk (online)

  1. kat+susann sagt:

    Stimmt.. mehr scheinbar wahres Leben… hab das alles gecancelt vor ein paar Jahren.. das Leben in Echtzeit.. meins war mir genug… diese Paralellgeschichten der anderen… spannend… aber nur wenn ich darauf Zeit und Lust habe und nicht ungefragt im Minutentakt..
    Unser Gehirn kann das alles angeblich nicht verarbeiten, lass ich neulich.. multitasking fördert Alzheimer… später… natürlich noch keine Ergebnisse… das werden wir dann merken mit 60 und 70 ob das stimmt oder nicht..
    Mich hat das alles zu weit weg von mir selber gebracht… das hat mich gestört.. die Geschichten und posts auf fb fand ich immer spannend…tja..
    was soll ich sagen… ich vermisse es nicht.. und wenn.. dann kann ich ja immer noch wieder damit starten.
    Gruss
    S.

  2. kat+susann sagt:

    Ich geb auch noch mmeinen senf dazu:ich facebooke,aber weil ich dadurch mit Menschen in Kontakt bleibe,mit denen es sonst schwierig wäre. Twitter hatt ich mich mal angmeldet aber das war mir zu unklar wie das geht und was ich da tun soll. Bloggen ist einfach, weil schreiben spass macht. Und wenn es wer liest und gut findet….toll. Kat.

  3. Ich besitze keinen Facebook oder Twitter Account und lebe gut und ruhig damit, auch wenn manche Menschen sich nicht vorstellen können, dass man so durchs Leben kommt 🙂

  4. Frau Pingaga sagt:

    Ui, Du machst das gut! Hab ja auch gerade auf meinem Blog (mehrfach) rumgeheult, dass ich nicht weiß wohin mit all dem Social Media.. IMMERHIN von Twitter habe ich mich jetzt verabschiedet. Und ganz ehrlich? – Fehlt mir nicht!!
    Facebook hab ich verbotenerweise in 2 Accounts gesplittet… *räusper* Mein ursprünglicher Account (der meinen Realname kennt!) beinhaltet so gut wie ausschließlich Familie, Schul- und Studienfreunde und Menschen aus der „alten Zeit“… und aus privaten (extremen) Gründen hab ich mir zur Geburt meines Kindes einen neuen Account gemacht (unter Pseudonym), wo ich alle aktuellen Freunde habe, meine Vegan-Community und Mamas, Internetfreunde aller Art usw… also auch bunt, aber eben zweigeteilt.
    Ich weiß noch nicht, wie ich langfristig damit umgehen werde. Vermutlich lasse ich den „altes Leben- Account“ rumdümpeln und konzentriere mich auf mein aktuelles Leben. 😉
    Instagram liebe ich dagegen sehr und es ist harte Konkurrenz für mein Blog. Leider. Denn das Blog leidet ziemlich darunter.
    Vielleicht sollte ich auch mal alles einstampfen. Außer dem Blog.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s