Tagebuch April 2016

Die gute Frau Brüllen ruft zur Blogparade und fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Dann mal los.

06:45 Der Wecker klingelt. Ich schäle mich aus meiner neuen Stretchlimousine von Bett (2×2 Meter!). Trotzdem hatte ich dank Krabbe exakt 30 Zentimeter zur Verfügung – wie kann das sein? Egal. Kaffee. Die Nacht war unruhig gewesen.

06:50 Kaffee machen für mich, Milch für die Krabbe. Die anderen (sprich: D. und Krabbe) schlafen noch.

7:15 Weckung der Bestien, Heißgetränke im Bett. Jetzt machen sich die zusätzlichen 60 cm Bett bemerkbar: niemand muss mehr drängeln oder quengeln.

7:30 Ich: duschen. D.: Krabbe anziehen. Wobei, und da hat Frau Ziggenheimer offensichtlich recht mit ihrer Vermutung des absolvierten Entwicklungssprung, das gerade ziemlich gut alleine klappt.

8:05 Ich pule den Anhänger an das Fahrrad, die Krabbe steigt mit einem Lustigen Taschenbuch ein, und los geht es zur Kita durch den grauen Nord-Frühling. An der Kita lasse ich Rad und Hänger stehen, damit D. diese zum Abholen nutzen kann. So lange sein Rad in der Werkstatt ist, ist das unser Modell. Ich gehe auf dem Weg zur S-Bahn noch einen Cappuccino und ein Kartoffelbrötchen holen, ersterer ohne Zucker: den will ich mal eine Zeitlang fasten.

8:44 Die Bahn ist pünktlich, ich auch, sogar einen Sitzplatz bekomme ich: yeah! Während der Fahrt texte ich mit der Freundin des Papas, sie wird in einigen Wochen die Krabbe mit zum Surf-Urlaub des Papas nehmen. Außerdem zurrt sich eine Mittagsverabredung mit zwei Ex-Kolleginnen  fest. Vor lauter texten komme ich gar nicht dazu, mein Juli-Zeh-Buch weiterzulesen.

09:05 Ich bin immer noch stolz wie Bolle, wenn die Ankunft im Büro trotz Kita-Bringung so rechtzeitig klappt.

10:30 Ich arbeite so vor mich hin. Nebenbei noch ein paar Terminierungen, so kommt z.B. die Vorsitzende meiner Frauenorganisation zum Mittagessen vorbei. Ich werde in den nächsten Wochen in den Vorstand kooptiert. Endlich. Das war ein Akt gewesen, dazu gibt es noch mal einen separaten Eintrag…

14:00 Alle Skandale und Aufregungen der Frauen-Organisation auf Kreis-, Landes- und Bundesebene sind besprochen und ich habe die ehrenvolle Aufgabe, mal eben ein neues Frauen-Leitbild zu entwerfen. Joah. Nicht kleckern, klotzen!

16:00 Bald ist Feierabend!

16:30 Ich verlasse das Büro uns stürze mich in die Tücken des ÖPNV. Kurze Klärung mit D., dass die Krabbe in der Kita neue Hausschuhe braucht -er hatte letzten welche besorgt, die sie nicht mochte. Glücklicherweise hat er sie aufbewahrt, und wir werden ihr diese noch einmal antragen.

17:15 Ankunft an meiner Heimat-Bushaltestelle. Ich staune: Dort ringen zwei Männer einen dritten zu Boden. Noch bevor ich das Ganze einordnen kann, sehe ich Handschellen und hoffe mal, dass das ein Polizeieinsatz ist. Beeindruckt gehe ich in die Postfiliale, die direkt neben dem Schauplatz des Geschehens angesiedelt ist, sehe zuerst die sehr lange Schlange und dann D. und die Krabbe, die sehr rührend freudig erregt auf mich zuschießt. Die beiden gehen dann schon mal vor, ich hole noch die Laken ab, die ich bestellt habe. Damit ist die tagelange Odyssee unser Bett-Geschichte beendet: ich hatte online beim selben Anbieter zwei Matratzen und zwei Laken bestellt. Die erste Matratze kam am Donnerstag, die zweite am Freitag, und heute eben die Laken – in zwei Paketen. Ich falle vom Glauben ab. Auf dem Weg nach Hause murmelt ein Mann an der Straßenecke: „Ich habe den Hauseingang im Blick!“ Ich schaue mich um: niemand da, mit dem er sprechen könnte. Hoffentlich ein Polizist.

17:30 Ankunft im vom Betten aufbauen und Waschtagen extrem chaotischen zu Hause. Die Krabbe springt herum, sie hat in der Kita wieder Mittagsschlaf gemacht und ist noch ziemlich fit, allerdings am Rande der Hysterie. Ich fange an, Suppe zu kochen, während D. und Krabbe noch zwei Folgen Peppa Wutz konsumieren.

18:00 D. und ich essen Suppe, die Krabbe ein Honigbrot. Die Quengelfrequenz steigt auf allen Seiten, ich bin nach zwei sehr unruhigen Nächte auch sehr gerädert. Nach dem Essen bringen wir die überschüssigen Bettteile in den Keller, D. und die Krabbe bauen noch einen Roboter aus Lego („Und noch einen Baby-Roboter!“ fordert die Krabbe), dann scheuche ich das Kind ins Bad. Die Waschungen beschränke ich auf das Nötigste, der Schlafanzug wird übergedengelt, dann rufe ich nach D., der den Rest übernimmt.

19:30 Feierabend! Durch die Tür höre ich das Vorlesen von „Beeil dich, Willi Wiberg!“. Die Krabbe liebt es gerade sehr und schreit immer sehr empathisch mit dem Papa von Willi mit: „KOMM SOFORT HER! DEIN ESSEN WIRD KALT!“ Damit kann sie sich anscheinend identifizieren.

20:00 Ich avisiere noch eine Folge Fargo. Mal sehen, wann der Mann aus dem Kinderzimmer kommt.

Allen Lesenden einen schönen und erholsamen Abend!

 

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