Tagebuch März 2016

Frau Brüllen fragt mal wieder alle, die es nicht für sich behalten wollen: Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?

Bei mir ists heute recht geruhsam, die Krabbe weilt mit dem Papa und ihren Großeltern und Onkel im Ski-Gebiet. Also alles ganz in Ruhe! Nur abends muss ich ernsthaft lange das Haus verlassen, zu einem Roten Salon mit den KollegInnen. Was genau das ist, weiß ich noch nicht. Es kommen höchstwahrscheinlich Rote – äh, aller Coleur. Und ich weiß aus der sicheren Quelle meines studentischen Kollegens, der die Klampfe schwingen wird, dass Arbeiterlieder gesungen werden.

So etwa stelle ich mir das vor:

 

Aber nun ernsthaft.

07:30 Aufstehen, Kaffee machen. D. wälzt sich noch etwas, aber mein Rhythmus ist auch langfristig durch das Kind verdorben. 07:30 aufstehen ist schon hammerspätfür mich. Schwester 1 hüpft auch schon durch die Gegend, sie hat bei mir geschlafen, um mal durch- und auszuschlafen. Aus diesem Grunde konnte ich leiiiiider nicht mit Impi und der Kollegin ins Kino, die sich aber todesmutig trotz bisher nur einmal für drei Minuten gesehen haben dazu entschlossen haben, alleine zu gehen. Dementsprechend gespannt checke ich mein Handy. Der Abend ging offensichtlich von 17:15 bis nach Mitternacht, das ist ja schon mal gut. Ansonsten halten sich beide bedeckt. So nicht, meine Lieben! Ich will alle Details. Impi treffe ich vormittags beim Schwimmen, die Kollegin beim Roten Salon. Ich bin also zuversichtlich, was die Details betrifft.

08:00 Schwester 1 verlässt das Haus. Ich betrachte verliebt meine Vorziehboxen (Eierkartons mit Blumenerde), in denen sich inzwischen schon 11 Kohlrabi-Keimlinge dem grauen Morgenlicht entgegenrecken. Ja, die Feldsaison wird vorbereitet, wir tun es wieder mit den besten Nachbarn! Danach verziehe ich mich mit dem Kaffee in mein Bett und lese noch etwas Stephen King, Finderlohn. Ich hatte das bereits als Hörbuch angefangen, dann aber das Handy gewechselt und aus Faulheit nicht mitgenommen. Und ich stelle im direkten Vergleich fest, dass mir Selberlesen wahnsinnig viel mehr Spaß macht.

10:45 Nach einem krümeligen Brot im Bett verlasse ich das Haus Richtung Schwimmhalle. D. schläft immer noch. Impi berichtet im Bus von dem Treffenmit der Kollegin und ist durchaus angetan. Ich frohlocke und fühle wie in einem Jane-Austen-Buch, ich alte Emma, ich! Das Schwimmbad ist voll und ich komme nicht richtig in Schwung, trotze der Situation immerhin 25 Minuten Bahnenziehen ab.

12:30 Wieder zu Hause, D. kämpft gerade mit seiner Bettdecke und trägt einen knappen Sieg davon. Ich mache mir ein Champignon-Omelette, er sich die Reste von gestern warm, und wir essen gemeinsam und besprechen die Wochenend-Planung. Und unsere größeren Anschaffungspläne: Frau Frauig verkuft ihr 200×200 cm-Bett, und wir liebäugeln stark. Meine jetzigen 140 cm in Kombination mit der Krabbe nächtlicher Wanderung in mein Bett- JEDE Nacht – führen dazu, dass D. immer in sein Zimmer umziehen muss und wir quasi keine Nacht zusammen verbringen. Die Krabbe versteht die Signale auf ihre Art: D. geht, wenn sie kommt, also ist sie ganz offensichtlich Chefin. Das führt zu unschönen Szenen, wenn D. morgens auch noch mit ins Bett zum Kuscheln will. Also ist es beschlossen: wir vergrößern uns.

13:45 D. geht einkaufen. Ich gebe Knabbereien in Auftrag, schnappe mir sein Tablet mit Sk*Go und verziehe mich in mein Zimmer. House Of Cards, ich komme!

19:00 Drei Folgen sind geschafft, ich fühle mich gut unterhalten, mehr verlange ich nicht. Folge 3 im sprachlichen Original hat mich allerdings etwas angestrengt für so einen verschluderten Samstag – die reden sehr viel, die Underwoods und ihre Freunde und Feinde, und man muss aufpassen, keine Nuance zu verpassen. Nudeln mit Gorgonzola-Birnen-Saucen sind gekocht und verspeist, ich bin geschminkt und etwas hübsch angezogen, und nun geht es los zum Roten Salon.

Ich wünsche einen herrlichen Abend allerseits!

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

Ein Kommentar zu “Tagebuch März 2016

  1. […] allein, ich stehe nur daneben und surfe. Bemitleide mich ein bisschen selbst, seit ich bei der Jongleurin las, dass sie den vormittag lesend ohne Kind im Bett verbracht hat. Nein, ich will nicht tauschen. […]

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