9 Tage kindfrei

Dieser Jahresbeginn ist wechselmodelltechnisch sehr durchwachsen. Der Papa ist sehr viel verreist, meist ohne Kind, jetzt mal mit Kind. Wenn er dann da ist, möchte er sie auch außer der Reihe sehen.

Da ist für mich sehr anstrengend. Die feste Regelung, die Routine-Tage sind in unser aller Kalender, alles ist darauf ausgelegt, das engste Umfeld kennt den Rhythmus. Abweichungen muss ich mit D. besprechen, bei der Arbeit berücksichtigen, mich stetig daran erinnern. Die Krabbe scheint dann auch öfter schlechte Laune zu haben, wobei ich da vorsichtig bin – sie ist sowieso gerade gut am Trotzen, es kann auch Zufall sein. Abgesehen davon sind Wechsel außerhalb der Kita auch nur mittelschön. Beim letzten Mal hat die Krabbe einen Wein- und Schreikrampf bekommen, als der Papa weggegangen ist. Und auch wenn das nicht der Regelfall ist: Mir ist ebenfalls nach weinen und schreien, wenn der Papa mal wieder doof zu mir ist. Das möchte ich mir ungern geben. Ich will aber auch nicht unflexibel sein, weil ich möchte, dass die Krabbe ihren Papa hat und umgekehrt, und ich will keinen Streit. Das wiederum führt zu Streit mit D., weil er das nicht verstehen kann und er seinerseits unter den veränderten Wechseln auch leidet, mindestens organisatorisch.

Nun ja. Jetzt also 9 Tage lang ohne Kind, und die gesamte Woche ist schon durchgeplant. Beim Blick auf meinen Kalender bekomme ich Schnappatmung. Wie konnte das passieren? Ich hasse so etwas.

Es sind immerhin alles wichtige und schöne Sachen. Heute Abend der Antrittsbesuch bei der in die Stadt zurückgezogene Ex-Büromitbewohnerin, morgen begleiten mich D. und mein Vater zu einer Veranstaltung meines Chefs, Mittwoch gehe ich bouldern, Donnerstag habe ich nichts vor(!!!!!!!!!!! geil!), außer lange arbeiten und Sport, Freitag gehe ich mit Impi und einer Kollegin ins Kino (die beiden finden sich attraktiv, deswegen muss ich danach ganz schnell los) und treffe mich danach mit Schwester 1, die bei mir schläft, Samstag gehe ich mit den KollegInnen zu einem Roten Salon, wo u.a. Arbeiterinnenlieder gesungen werden.

AAAAAAHHHH! Viel zu viel! Ich werde Sonntag im Bett bleiben und die neue Staffel House of Cards schauen. Bis dahin: Augen zu und durch!

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11 Kommentare zu “9 Tage kindfrei

  1. Juristin sagt:

    Klingt nach einem guten Sonntag! 🙂 Ich wünsche Dir trotzdem eine schöne Woche! Planänderungen sind immer anstrengend. Aber auch diese Zeit wird vorüber gehen.

    • jongleurin sagt:

      Danke! Die Woche wird trotz Fülle auch sehr schön, da bin ich sicher. Und leider bin ich auch sicher, dass der Papa immer viel reisen und daher immer viel planändern wird. Ich muss mir wohl mal überlegen, wie ich damit sinnvoll umgehen kann.

  2. kat+susann sagt:

    Sinnvoll damit umgehen geht nur ohne Streit und mit viel Gelassenheit. Du musst dir nicht sicher alles gefallen lassen, aber ich bin irgendwann zu Erkenntnis gekommen,das es mir und dem Sohn besser ging, wenn ich gelassen mit so Plan Änderungen und Vorschriften, die er mir auflegte, wie ich zum Beispiel meinen Schichtdienst gestalten sollte, dass es in seinen Plan passt, puuh, das es mir nur gut ging, wenn ich es gelassen genommen hab. Stelle gerade fest ,,es regt mich immer noch auf. Hihi. Mittlerweile entscheidet der Sohn, wie er es handhaben will. Grosse Erleichterung. Genuss deine Woche!

    • jongleurin sagt:

      Da hast du sicher recht! Inzwischen mache ich eben auch meine eigenen Pläne und setze ihn nur in Kenntnis. Aber es regt mich trotzdem auf. Und mehr Ruhe kommt so auch nicht rein…

  3. Hm, das ist schon eine knifflige Situation. Gerade so einem kleinen Kind möchte man Stabilität vermitteln, einen geregelten Ablauf. Brauchen sie ja auch. Andererseits, wenn der Papa jobbedingt (?) viel unterwegs ist, lässt sich vielleicht tatsächlich auch nicht immer alles planen bzw. müssen bestehende Pläne geändert werden? Ich sehs ja auch an unserem Job: Da wird oft auch von einem Moment zum anderen entschieden: „Fahr du mal da oder dort hin und kümmer dich mal“, weil eben grad kein anderer verfügbar ist und es irgendwo mal wieder „brennt“.
    Ich kenne ja seinen Job nicht, aber manchmal hat mans vielleicht wirklich nicht in der Hand? Im Gegensatz dazu finde ich aber wirklich schön, dass der Papa sich eben auch kümmern WILL, dass er da sein will. Da gibts ja genug andere traurige Beispiele…
    Was anderes wäre es, wenn er seine Freizeit mit viel Reisen verbringt – dann hat er halt auch mal Pech.
    Ich wünsche Dir, dass es Euch gelingt, solche Fragen ohne Eskalationen zu lösen. Auch bei uns hat sich deutlich gezeigt: Es leiden immer nur die Kinder unter dem Schwachsinn der Eltern 😦

    Drei Jahre und Trotzalter, ach da sachste wat, da kommen Erinnerungen hoch… 😉

    9 Tage frei und so viel vor – ich werde ja schon vom Lesen erschöpft 😉 Andererseits muss ich auch gestehen: Bevor ich nach München zog, war ich dauermüde. Dauererschöpft von der jahrelangen Belastung als Alleinerziehende, Vollzeitbeschäftigte und Wochenendpendlerin. In den letzten 1 – 2 Jahren habe ich dann kaum noch Verabredungen ausgemacht oder unter – ich gestehe – fadenscheinigen Begründungen abgesagt. Schlief dafür das halbe Wochenende lang.
    Und jetzt? So langsam mehren sich die Verabredungen, die Vorhaben und als wir Sonntag auf dem Sofa lümmelten, waren wir uns einig: Heute? Heute machen wir mal NIX!
    Kennst Du eigentlich das Foto mit den Eisbären, die sich faul gegenüberliegen? Wo der eine sagt: „Was machstn heute?“ – „Nix.“- „Aber das haste doch gestern schon gemacht.“ – „Bin nicht fertig geworden.“ 😀
    Inzwischen macht mir beides wieder Spaß, faul sein dürfen – oder zu Verabredungen eilen.

    • jongleurin sagt:

      Na ja… meistens sind es Surf-Trips. Da arbeitet er zwar auch als Surf-Lehrer, aber ein Brotjob ist es nicht gerade 😉 Ja, Pech gehabt ist auch mein innerer Versuch. Ich muss mich daran noch gewöhnen…

      Klar ist es toll, dass er sich kümmern will und auch alles macht. Deshalb lasse ich mir die Faxen ja auch bieten. Wenn da nicht so viel anderes wie Arbeit, Partner etc dran hängen würde, wäre es auch nur halb so schlimm.
      Finde ich gut, wie du das mit den sozialen Verpflichtungen gemacht hast. Mache ich auch ab und an so: einigeln mit Freude. Alles hat seine Zeit. Und die Eisbären sind sehr cool, die kannte ich noch nicht 🙂

      • 😀

        Einigeln mit Freude – hach ja.. Konnte der Mann ein Lied von singen. Aber der hatte ja auch nur seinen Job und sonst nix. Da ist man abends freilich noch kampfeslustig 🙂

  4. Greta sagt:

    Musste sooo schmunzeln – das mit dem Verplanen passiert meinen kinderlosen Wochen ständig. Schreibe mir inzwischen das „FREI!!!“ in die ein, zwei Tage ohne Termin rechtzeitig ein, damit sie nicht aus Versehen verschwinden… Viel Erfolg bei der Suche nach einer guten Lösung für den Wechselrhythmus! Regelmäßigkeit tut bei uns allen gut – aber geht halt nicht immer. Liebe Grüße! Greta

    • jongleurin sagt:

      Ihr wechselt wöchentlich? Das finde ich auch spannend, da ist Regelmäßigkeit oft einfacher wegen Urlauben etc und für die Kinder leichter verstehbar… dafür ist es mit wöchentlichen festen Terminen der Eltern schwieriger, stelle ich mir vor.
      Ja, ich schwöre, dass der Kalender letzte Woche noch ganz leer war! Fatal, so was. Aber immerhin ein Zeichen, dass mein Sozialleben ganz gut läuft. Einigel-Termine sind auf jedem Fall eine gute Idee, das versuche ich das nächste Mal.

  5. Greta sagt:

    Ja, die halbwöchentlichen Wechsel wurden mir vor etwa zwei Jahren zu unruhig. Das Modell wächst mit den Kindern – , angefangen haben wir mit wenigen Tagen.

  6. Greta sagt:

    …Und nach wöchentlichen Terminen frag mich in zwei Jahren wieder, daran ist tatsächlich grad nicht zu denken. Liebe Grüße! Greta

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