Wir fuhren nach Berlin

Ich brach kürzlich zu einem Wochenendtrip nach Berlin auf, mit dabei: die Krabbe und und D. Das Ganze war eine Zäsur, weil das erste Mal, seit die Krabbe auf der Welt ist (3 Jahre!), so eine Reise ohne große Anspannung meinerseits verlief. Klar, die Trotzanfälle schwebten immer als Möglichkeit über uns, aber sonst waren die Umstände herrlich: die Krabbe trug ihren eigenen kleinen Rucksack und fungierte als vollwertiges Mitglied der Reisegruppe. Sie äußerte selbstständig den Wunsch nach Kakao, Brötchen oder Spielen und formulierte das in ganzen Sätzen in Zimmerlautstärke – ganz ohne Weinen und Schreien. Sie lief selbstständig Strecken von A nach B und musste nicht getragen werden. Wenn mir langweilig war, konnte ich mich vortrefflich mit ihr unterhalten oder ein Spiel mit ihr spielen. Wenn ich mich nicht unterhalten wollte, konnte D. meist problemlos die Ablösung machen. Da sie keinen Mittagsschlaf mehr macht, mussten wir keine Brüche im Tag mehr einplanen – wir mussten nur zusehen, abends rechtzeitig in der Nähe der endgültigen Schlafstätte zu sein.

Das war schon toll. Vier Trotzanfälle, ein volles Programm und ein von der Tante geschenktes Puppengeschirr, das wir im Zug vergaßen (Krabbe abends: „Wo ist das Puppengeschirr?“ Ich: „Aaaargh! Oh! Oh jemine! Das haben wir im Zug vergessen!“ Krabbe: „Dann können wir das holen, wenn wir nächstes Mal Zug fahren.“ Ich: „Öh ja. Genau. Gute Idee.“ Krabbe: bricht in Tränen aus. Aber sehr tapfer, wie sie erst mal versucht hat, die Situation konstruktiv mit Fassung zu tragen!) führten dennoch zu großer Erschöpfung meinerseits. Als wir aber Sonntag abend wieder zu Hause waren, ging es mir sofort besser. D. und die Krabbe verzogen sich zum Video schauen ins Wohnzimmer, ich machte mich auf meinem Bett lang, tankte auf und schaffte es sogar noch, mich zu einer Sporteinheit aufzuraffen. Ich komme ja gerne nach Hause, das ist das Beste an diesem Reisen.

 

Haben wir gut gemacht.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

5 Kommentare zu “Wir fuhren nach Berlin

  1. Liebe Jongleurin, ich würde tatsächlich versuchen, das Puppengeschirr über den Service der Bahn zurückzubekommen!
    Sohn I hatte mal sein Handy dort liegen lassen – und keiner glaubte, dass er es tatsächlich zurückbekommen würde. Ich sagte zu ihm: „Versuch es, zu verlieren hast du ja nix (mehr)“ 🙂
    Und er hat es wiederbekommen. Weil alle Fundsachen nach dem Aufräumen des Zuges in ein sogenanntes bahneigenes Fundbüro gehen.
    Einen Versuch wärs mir wert – und DANN würde ich die Augen der kleinen Krabbe sehen wollen 🙂

  2. Gast sagt:

    Vielleicht lohnt sich auch ein Blick auf die Plattform Zentralesfundbüro.de – ist eine Art Google für Fundsachen und kostet auch nichts.

    Viel Erfolg beim Wiederfinden!

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