Tagebuch 02/2016

Mal wieder der 05. eines Monats, mal wieder beantworte ich Frau Brüllens Frage: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Heute ist die Krabbe bei mir, arbeiten muss ich, und abends kommt Madame C. zum Essen. Lasset die Spiele beginnen!

06:45 Der Wecker klingelt. Ich stehe etwas erschöpft auf, um die noch schlafende, nachts zu mir gekrabbelte Krabbe nicht zu wecken und mache mir Kaffee und dem Kinde eine Mich warm. Der gestrige Abend mit Schwester 1, Sekt und guilty pleasure Heidi wirkt nach. D. steht auch langsam auf und beginnt, sich fertig zu machen.

07:15 Ich wecke die Krabbe mit der Milch. Im Bett nehmen wir kuschelnd jeweils unsere Heißgetränke zu uns. D. stößt nach seiner Dusche kurz dazu und übernimmt dann das Anziehen des Kindes. Ich hüpfe unter die Dusche und ziehe mich an.

07:30 D. und die Krabbe verlassen das Haus, heute früher wegen eines Ausfluges der Kita und erstmalig mit Fahrradanhänger. Mir graut jetzt schon davor, den nachmittags in den Bus zu bekommen. Ich lüfte, schmiere mir noch ein Brot und mache mir einen Kaffee für den Weg.

8:30 Etwas gestresst verlasse ich das Haus. Wie das so, man hat alle Zeit der Welt, fängt an zu trödeln, und dann wird es hektisch. Dafür bin ich unfassbar schnelle 30 Minuten später bereits im Büro.

9:00 Noch keiner da. Ich fahre den Rechner hoch und prüfe die Mails – zum Asylpaket gibt es viele Bürgerinnenschreiben. Schauen wir mal, was ich den Menschen im Namen des Chefs antworte.

09:15 Ich nutze das immer noch leere Büro, um die heutige Essensentscheidung zu treffen: Möhrenrisotto. Madame C. hat mir ein Möhrenkochbuch zu Weihnachten geschenkt, das wird nun genutzt. Da muss ich mittags noch einkaufen.

09:30 Die ersten Kolleginnen trudeln ein, die Mittagsessenpläne werden besprochen. Wir beschließen, dass ich von meinem Mittags.Einkauf noch Salatzutaten mitbringen werde, den die Kollegin dann zubereitet. Mein studentischer Mitarbeiter kommt auch noch überraschend zur Arbeit. Fein, nur nette Menschen heute.

10:00 Telefonische Absprache mit dem Berliner Büro, der Kollege da ist auch sehr nett. Wir besprechen u.a. die parteipolitischen Wellen hier im Kreis. Davon habe ich mich betreffend inzwischen auch einige Geschichten auf Lager – ich möchte ja ein Amt übernehmen, das ist allerdings kompliziert – doch dazu ein anderes Mal mehr.

13:00 Es gibt Mittagessen. Kurz werden die Wochenendpläne für in drei Wochen mit den KollegInnen angesprochen. Roter Salon mit anschließenden Alkoholkonsum – ich bin jetzt schon gespannt. Man kann sagen, was man will, aber auf eine gewisse Art erweitert die Kommunalpolitik auch den Horizont.

15:00 Nach noch etwas Arbeit breche ich auf, um die Krabbe von der Kita abzuholen. Sie ist ganz ausgeglichen, aber müde vom Konzert. Im extrem gemütlichen Fahrradanhänger, den ich jetzt in der Buggy-Funktion nutze, dämmert sie fast weg – aber nur fast. Der Bus ist dankenswerterweise recht leer, wir nehmen keinen Platz weg mit dem Ungetüm.

16:00 Ankunft zu Hause. Die Krabbe will gleich zu den NAchbarn, um mit deren Tochter zu spielen. Die besten Nachbarn schicken mich beruhigend murmelnd nach Hause, und ich bereite nach einer kleinen Sekunde der Ratlosigkeit in der leren Wohnung schon mal das Möhrenrisoto vor. Kurze Absprache mit Madame C. ob ihrer Ankunft, dann geht es los.

17:30 D. kommt nach Hause. Ich beauftrage ihn irgendwann, die Krabbe abzuholen. Die Stimmung kippt – ich höre laute Schreie aus der Nachbarwohnung. Das ist meine Tochter!

18:00 Das wars mit der Harmonie.

18:30 Madame C. erscheint. Die Nachbarstochter isst mit uns, die Krabbe mag nichts essen, aber viel schreien. Ich mache sie nach dem Essen bettfertig, was sowieso nicht den Wünschen des Fräuleins entspricht, und ich werde langsam auch gereizt und sauer. Zähneputzen muss eben sein! Es gibt ein erstklassiges Theater, das Madame C. als Grundschullehrerin entspannt beobachtet. Und natürlich zieht es sich in die Länge.

19:30 Endlich geschafft, die Krabbe ist bettfertig. Ich übergebe an D., der sie ins Bett bringt, schließe die Kinderzimmertür und darf endlich zu Madame C. und Wein trinken. Das war anstregend gewesen… Natürlich hört man ab jetzt aus dem Kinderzimmer nur noch glückliches Gegluckse. Bald schläft das Kind, und D. geht noch zum bouldern.

22:00 Nach ausgiebigen Geplauder verabschiedet sich Madame C. nach Hause. Ich räume den letzten Rest in der Küche auf und schaue noch eine Viertelstunde „Miss Fishers mysteriöse Mordfälle“, das ich gerade doll liebe.

23:00 Gute Nacht, Welt.

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