Die Stiefmutter meiner Tochter

Der Papa hat eine Freundin. Das wusste ich nicht von ihm selber, aber ich habe meine Quellen (Kita-Garderoben und Ex-Schwiegermütter in spe sind ja SO ergiebig!). Mit dieser zog er kürzlich zusammen. Auch das weiß ich nicht von ihm, aber es ist tröstlich, dass ich diese Informationen zumindest irgendwie bekomme. Ich bekannte dem Papa gegenüber mein Wissen und wollte die Telefonnummer der Dame, denn wenn mein Kind schon mit jemand Neuem zusammenlebt und die Hälfte der Woche mit ihr verbringt, so möchte ich diese Person gerne kennen lernen.

Zum Glück sah die Freundin des Papas dies ebenso. Wir trafen uns zu zweit im Café, unterhielten uns 1,5 Stunden sehr zivilisiert (ich wurde nur ganz selten etwas zu distanzlos und vetraulich mit meinen Kommentaren über den Papa, aber sie war auch wirklich nett! Ich konnte mich nicht beherrschen). Einigkeit herrschte, dass eine bessere Kommunikation toll wäre, damit an der Krabbe nicht versehentlich gegeneinander agiert wird. Die Streichung des Mittagsschlaf etwa schien uns beiden ein erstrebenswertes Ziel, eine Koordination der Geburtstagstermine im Sinne der Krabbe ebenso. Sie scheint eine patente Person, die dem Papa in seinem „bei sich sein“ wahrscheinlich etwas mehr entgegenzusetzen hat als ich mit meiner harmoniefreudigen Art. Das könnte Zukunft haben mit den beiden, und für die Krabbe scheint sie etwas übrig zu haben.

Angenehmer Nebeneffekt: ich weiß jetzt einiges mehr über den zweiten Alltag der Krabbe. Wann sie wie ins Bett gebracht wird, was sie dort so isst, was sie so macht.

Vor dem Treffen fragte Schwester 1 mich: „Was machst du denn, wenn das Treffen so ist, dass du dir hinterher Sorgen um die Krabbe machst – dass die Frau gar nicht geht?“ Zum Glück konnte ich diesen Gedanken bis zum Termin selber gut verdrängen, und zumindest bei einer Einschätzung des Papas hatte ich von Anfang an recht: er hat einen guten Frauengeschmack.

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3 Kommentare zu “Die Stiefmutter meiner Tochter

  1. kat+susann sagt:

    Da hast du Glück!Die Exfreundin meines Exmannes hat 2 Jahre den Kontakt mit mir verweigert. Ich wusste nur vom Sohn dass er sie schrecklich findet. Nach 2 Jahren hab ich sie dann so halbwegs überfallen und mich ihr vorgestellt. Sie war not amused. Mittlerweile hat er eine wesentliche nettere Freundin die sich einem Kennenlernen nicht verweigert hat. Alles ist entspannter.

  2. jongleurin sagt:

    Ja, ich bin auch wirklich froh darüber, wie es gelaufen ist. Schade, dass es bei dir erst so schwierig war, aber immerhin ist die Entwicklung positiv. Leben die Damen mit deinem Ex dann auch zusammen oder ist es (noch) nie so weit gekommen?

  3. kat+susann sagt:

    Nein es kam bis jetzt nicht dazu. und der Sohn ist jetzt auch schon 16. Ich hab aber viele Tränen von ihm trocknen müssen, im Alter zwischen 10 und 12, weil der Papa eben diese Freundin hatte, mit der leider keine Kommunikation möglich war.Wenn ich nur daran denke, das ich meinen Schichtdienstplan so schreiben lassen sollte, wie es ihrem Exmann in den Kram passt, damit sie freie Wochenenden mit meinem Ex und ohne irgendwelche Kinder hatte, puuh! was ein Krampf! Aber jetzt ist alles entspannt und gut,und die neue heisst genauso wie ich, und ist nett. Ich würde sie nie als Freundin für mich aussuchen, aber darum geht es auch nicht. mein Ex wirkt entspannter, gelöster, sie sorgt sich um ihn und trägt ihm die Brille nach, hihi, was will ich noch? Nein, wichtig ist ein freundlicher Umgang zum Wohle der Kinder. und es ist mutig von dir das du wissen wolltest, wer der andere Mensch ist, mit dem dein Kind Zeit verbringt. Alles Gute für Euch! K.

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