Neuer Raum

Seit knapp drei Monaten pendele ich nicht mehr. Damit einher gehen die dollsten Veränderungen, auf die ich jetzt nicht eingehe, denn am meisten  erstaunt mich eine sehr subtile Erfahrung dabei: ich erobere für mich meine Stadt ganz neu, ich ergreife Raum.

Das passiert nach Umzügen eigentlich automatisch. Man läuft durch die Gegend, man erkundet, entdeckt die notwendigen Dinge und den kleinen oder großen Luxus und wie lange die Wege dauern, erläuft und erfährt die Umgebung der Wohnung und der Arbeit, reist zu Freunden und zum Sport, muss irgendwann nicht mehr die öffi-Verbindung suchen, sondern weiß sie. Man entdeckt Abkürzungen und kleine, schönere Umwege, man kennt sich aus und bewegt sich sicher und komfortabel. Der eigene Radius wird angepasst, bis er stimmt und gegebenenfalls stetig neu justiert von der soliden Basis aus, die man bald hat. Zunächst ist es etwas mühsam, dann schwingt es sich irgendwann unmerklich ein. Ort, Leben und man selbst finden einen gemeinsamen Rhythmus. Man ist zu Hause.

Nach meinem Umzug von Berlin nach Hamburg geschah das alles nicht. Ich arbeitete entweder in Berlin oder hatte die Krabbe bei mir – der Radius war klein und fremdbestimmt in Hamburg und quasi nicht existent in Berlin.

Der Unterschied wird mir erst jetzt bewusst. Ich komme an.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

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