Tagebuchbloggen Nobember 2015

Frau Brüllen fragt hier die Bloggerinnengemeide: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Ich antworte!

06:30 Ich habe mir extra den Wecker früher gestellt, um den morgendlichen Wahnsinn, der zur Zeit mit der Krabbe läuft, zu entzerren: anziehen, schminken, Kaffee, während das Kind schläft, erscheint mir sinnvoll.

06:35 Die Krabbe wacht auch auf. Na gut. Kuscheln, Milch, Kaffee im Bett.

07:00 Aufstehen. Die erste Kleidungsschicht geht noch zivilisiert an den Körper der Krabbe. Ich ziehe mich auch an, schminke mich, Kaffee.

07:30 Erster Anlauf für die zweite Kleidungsschicht – der Krieg beginnt. Schreien, weglaufen, weinen, verweigern, auf den Boden werfen – das volle Programm. D. hilft beim zweiten Anlauf mit beim Zwingen, es ist ein fürchterliches Theater. Das mit der Menschwerdung ist wohl doch noch nicht ganz abgeschlossen bei diesem Wesen.

07:50 Ich ziehe meine Jacke an. Das habe ich schnell gelernt: never ever schon Jacke anziehen, bevor das Kind nicht angezogen ist, der Schweiß fließt sonst in Strömen. Also bei mir.

07:55 Das Kind verlangt ein Brötchen – kurzer Abstecher zum Bäcker.

08:00 Das rächt sich sofort: der nächste Bus hat 5 Minuten Verspätung, so dass wir zehn Minuten an der Haltestelle rumstehen. Immerhin ist das Kind kurz zufrieden.

08:20 Ankunft in der Kita. Das Kind steigt aus dem Buggy, erklärt, dass es nach Hause will und wirft sich schreiend gegen den Drahtzaun. So stelle ich mir die Stimmung in Gefängnissen vor.

08:25 Nachdem ich das Kind, das sich als neueste Fähigkeit schwer wie ein Sack und schlüpfrig wie eine Schlange machen kann, dreimal eingefangen und unter Geschrei (des Kindes – mir ist aber auch danach) aus seinen Klamotten gepellt habe, öffne ich die Tür zum Gruppenraum.

08:26 Eine lächelnde, freudig-freundliche und ausgeglichene Krabbe marschiert an ihren Platz, dreht kurz um, um mir einen liebevollen Kuss zu geben und ist zufrieden mit der Welt. Erschöpft breche ich auf Richtung Arbeit, um mich dort bei Telefonaten und Schriftwechseln mit besorgten Bürgern auszuruhen.

11:00 Ich nehme alles zurück. Tatsächlich kann ich mich nicht recht entscheiden, ob ich lieber mit besorgten Bürgern telefoniere oder mein trotziges Kind in die Kita bringe. Wegen der jeweiligen Rückschlüsse auf die Gesellschaft, in der ich lebe, tendiere ich gerade leicht zu dem trotzigem Kind.

12:00 Die Bürogemeinschaftskollegin sucht jemanden, der den Mittagessen-Einkauf tätigt. Ich melde mich, hopse in den Discounter gegenüber und besorge Reis unf frisches bzw. Tiefkühl-Gemüse.

12:45 Der Büro-Mitbewohner verabschiedet sich zu einem Kita-Besuch. Nein, er ist nicht Vater, aber Lokalpolitiker, da schlägt man auch mal in Kitas auf. In der Bürogemeinschafts-Küche wird derweil geschnippelt.

13:15 Essen ist fertig. Reis mit Gemüse – um den Tisch versammeln sich insgesamt sechs Menschen aus den vier Büros, die sich die Küche teilen. Das ist wirklich, wirklich nett hier, dieses gemeinsame Kochen und Mittagessen – und natürlich unschlagbar günstig. Gekocht wird schnell und nicht raffiniert, aber frisch, und die Gespräche sind meist extrem unterhaltsam.

14:00 Der Rest des Arbeitstages wird irgendwie getüdelt. Nicht unproduktiv, aber viele schnelle kurze Sachen, die von anderen schnellen, kurzen Sachen unterbrochen werden.

17:00 Ich breche auf und quäle mich durch den Feierabendverkehr nach Hause.

17:45 Ankunft. Ich fange an, Kürbissuppe vorzubereiten.

18:00 D. und die Krabbe schlagen auf, sie waren nach der Kita auf dem Kinderbauernhof gewesen und dann noch einkaufen. Die Krabbe bricht emotional zusammen, als sie erfährt, dass es zum Abendessen keine Nudeln gibt. Erstaunlicherweise isst sie dennoch die Kürbissuppe, was neu ist – Suppe?

18:45 Das völlig vollgesaute Kind wird grundgereinigt, macht mit D. die Wäsche, erlebt danach ein windelfrei-Malheur und wird von D. komplett gewaschen. Nackig spielt sie danach ausgiebig mit der Kinderküche und den von meinem Vater geschenkten Mixer. Die Stimmung ist enorm gut und entspannt, was ich wirklich genieße. Man muss die Feste feiern, wie sie fallen.

20:00 Schlafanzug anziehen, „Lars der Eisbär“ lesen, erzählen, zehnmal das Kind hinlegen, und dann wird geschlafen. D. bricht mittlerweile zum bouldern auf.

21:00 Ich mache Sport: https://www.fitnessblender.com/videos/pilates-abs-and-butt-workout-video

22:00 Duschen, Sachen für morgen rauslegen und dann noch etwas „Die Brücke“: gute Nacht, Welt. Das war ein anstrengender Tag.

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