Drüben auf dem Hügel möcht ich sein

Schön wars gestern beim tocotronic-Konzert, natürlich vor allem die alten Lieder. Tocotronic verstehen mich einfach, und besonders gut verstanden sie mich, als ich zwischen 15 und 19 Jahre alt war. Damals entdeckten wir familienintern die Band, als Schwester 1 sich eine Toxoplasma-CD zum Geburtstag wünschte und ich ihr dann stolz die Tocotronic-Scheibe überreichte. Na ja, stand im selben Schuber, da kann man schon mal daneben greifen… aber es war ein lohnender Fehler, wir wurden Fans und reisten der Band sogar hinterher (!), einmal bis nach Hannover (!!!). Der Bassist Jan, mein Schwarm damals, schnorrte gar eine Zigarette von mir. Ich war sehr geehrt, und er erinnert sich bestimmt auch noch daran.

Jedenfalls, wie das mit Musik so ist, fielen mir natürlich gestern die alten Teenager-Gefühle wieder ein und wie unfassbar wichtig die Musik und diese Konzerte damals waren. Wie ich mich monatelang darauf freute, den irrsten Tagträumen nachhing und hinterher Tage deprimiert im Bett verbrachte, weil ich nichts mehr hatte, auf das ich mich freuen konnte. Und wieder nicht mein Leben verändert wurde. Das mit der geschnorrten Zigarette war eben nur fast lebensverändernd.

Ach, es ist hervorragend, dass diese Zeit vorbei ist. Ich weiß genau, es war immer entweder grauenvoll oder erhebend, ein Mittelding gab es nicht. Ich freue mich mit diesem Blick zurück umso mehr über meine Zeit der Mitte aktuell, in der das Allertollste ist, dass ich nach der Arbeit in die Therme fahre und Fred Vargas auf einer Liege lese – so richtig krachen lasse ich es in zwanzig Jahren nochmal, das ist der Plan. Dann mit Hormonschwankungen der anderen Art hinter mir.

Jungs, das ist der Masterplan!

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2 Kommentare zu “Drüben auf dem Hügel möcht ich sein

  1. Jürgen sagt:

    Es ist schon erstaunlich wieviel von Deinem Leben damals an mir vorbeigerauscht ist, ohne dass ich das mitbekomen haben. (Dein Mitbewohner Jürgen)

  2. jongleurin sagt:

    Die Hannover-Reise war damals auch so halb-heimlich, glaube ich. Manche Sachen habt ihr einfach großzügig übersehen… 🙂

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