Kinder! Wie viele sollens denn sein?

Die Anzahl der Kinder, die man möchte – ein Thema, über das ich Romane schreiben könnte. Ich belasse es bei einem Blog-Eintrag. Auch dieverlorenenschuhe hat einen Beitrag dazu geschrieben, der mich dazu animiert hat, diesen hier aus dem Entwürfe-Ordner hervorzuholen.

Der Status Quo, mit dem ich sehr glücklich bin, ist wie folgt: ich und D. und die Krabbe, die die Hälfte der Zeit bei uns ist. Das kann gerne bis zu meinem Lebensende so bleiben. Alleine: D. möchte auch eigene Kinder, und bei der Mehrzahl wird es dann kniffelig. Eines kann ich mir noch gut vorstellen, bei dem potentiell nächsten muss ich schlucken: das wären ja insgesamt drei!

Finde ich schon irgendwie gut, ich bin selber mit zwei jüngeren Schwestern aufgewachsen und habe es sehr geliebt. Man hatte immer jemanden zum Prügeln, die Autofahrten waren nie langweilig durch die ewigen Streits, und alle meine Pubertätsneurosen wurden zumindest teilweise dadurch aufgefangen, dass ich meine Schwestern voller Insbrunst ignorieren oder hassen konnte. Aus Elternsicht finde ich gerade das aber ziemlich anstrengend, so als Vorstellung. Sagen wir so: drei Kinder stelle ich mir in den schönen Momenten mit drei Kindern ziemlich super vor, in den schlechten Momenten ziemlich grausam. Dazu kommt, dass ich nicht aufhören werde zu arbeiten, und da gibts ja immer diese Vereinbarungs-Horror-Stories, die mich ein wenig mit den Ohren schlackern lassen. Ich kenne aber nun mal auch niemanden mit drei Kindern und weiß daher nicht, wie das so sein könnte.

Die harten Fakten: Wir hätten genug Platz für zwei Kinderzimmer, da passen sicher zur Not drei Kinder rein. Wenn wir als Eltern gut funktionieren – sprich: D. macht mein weiteres Pendeln und sonstiges Arbeiten gegen gutes Geld möglich und niemand von uns bekommt dadurch eine schwere Krise – kann man sicher drüber reden. Finanziell ginge es sicher auch irgendwie, wobei ich noch nicht ganz sicher bin: die Krabbe ist noch recht günstig im Unterhalt, auch deshalb, weil bei der Berechnung der Kita-Gebühren der Papa als alleinerziehend gilt. Und D.s beruflicher Status ist noch nicht sehr gefestigt. Aber wenn mein EInkommen so bleibt wie im Moment, muss ich mir keine Sorgen über das Geld machen.

Nicht zuletzt beim Nachdenken kommt meine emotionale Zugeneigtheit zu Kindern: ich bin keine leideschaftliche Mutter, eher der pragmatische Typ. Ich mag es meistens, ich mag es manchmal nicht, ich finde es unglaublich, der Krabbe bei der Menschwerdung zuzusehen. Aber das Baby-Alter, ach nein, das war nichts für mich. Ich würde auch mit Freuden auf weitere Kinder verzichten, mein eines perfektes Krabbenkind erfüllt mich in dieser Hinsicht fast mehr als genug. Andererseits weiß ich, dass ein zweites Kind das Leben nicht mehr in einer solch krassen Weise verändern wird. Daher: ein Kind wird bei uns sicherlich noch versucht werden, denn wenn D. so dringend möchte, werde ich mich dem nicht in den Weg stellen. Ich bin sicher, dass er ein toller Vater wird – er ist schon mit der Krabbe toll – und auch ein toller Partner bleibt. Ich gönne der Krabbe von Herzen ein Geschwister – sie ist jetzt 2,75 Jahre alt, wird immer selbstständiger und der Gedanke an ein Baby erscheint mit jedem Tag weniger komplett verrückt. Wir werden das gut schaffen, und ich werde definitiv besser mit einem zweiten Baby klarkommen als mit dem ersten. Wobei: ein Vollzeit-Kind! Der Gedanke lässt mich respektvoll verharren. Aber wie gesagt, ich vertraue auf D. und seinen Ehrgeiz, ein auf Augenhöhe agierender Vater zu sein, der seine Hälfte an allem freudig an sich reißen wird und mich ständig zum sport, ins Kino und zu Freundinnen schicken wird.

Danach schauen wir dann weiter. Gerade glaube ich nicht an drei Kinder für mich, aber ich schließe zumindest nichts aus. Vielleicht bekomme ich ja nach einem zweiten, wenn es aus dem Gröbsten raus ist, noch einmal Lust und lasse es am Ende der fruchtbaren Phase darauf ankommen.

Aber generell freue ich mich bei dem Gedanken an ein weiteres Kind fast am meisten darauf, dass auch dieses irgendwann erwachsen sein wird.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

Ein Kommentar zu “Kinder! Wie viele sollens denn sein?

  1. Also, ein Kind ist wie Urlaub, sagt man ja. Das kann ich bestätigen. Wenn ich mal nur Zeit mit einem der beiden Kinder verbringe, ist vieles einfacher und entspannter. Nicht nur, weil die Geschwisterstreitigkeiten weg fallen. Trotzdem möchte ich das zweite nicht missen. Ein gut gewählter Altersabstand ist die „halbe Miete“, würde ich behaupten. Sich über ein drittes Kind Gedanken zu machen, bevor das zweite überhaupt geboren wurde, finde ich persönlich verfrüht. Und auch Dein Freund muss ja erst mal sehen wie das ist, mit Vollzeitkind, rund um die Uhr. Ich drück‘ Euch die Daumen!

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