Fummeleien

Als zur Ungeduld neigender Mensch bete ich mir in Sachen Krabbe immer wieder vor: es geht nicht ewig, jeder Tag bringt mich näher an den Tag, an dem die Krabbe es alleine tut und meine alltägliche Fummelei ein Ende hat. Anziehen, auf Toilette gehen, einschlafen, lesen, schneller als in Schneckentempo gehen und so weiter und so fort. Immerhin: Die Fortschritte sind ja so absolut sichtbar, es geht eigentlich rasend schnell. Was sie nicht alles schon kann! Ich hätte das nie gedacht, als ich mit meiner Neugeborenen im dunkelsten Februar aller Zeit alleine versuchte, zu Hause klar zu kommen. In diesen Tagen fühlte es sich an, als würde es ewig so bleiben. Deshalb ist die oben beschriebene Einstellung ein echter Fortschritt für mich und der Wahrheitsgehalt wurde in den letzten zwei Jahren bereits vielfältig bewiesen. Die Krabbe läuft alleine, sie diskutiert inzwischen alleine, sie zieht sich so manche Klamotten alleine an, sie geht alleine in den Hof, sie fährt Laufrad, sie isst alleine, und das kann man beliebig fortsetzen.

Allerdings werde ich oft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, wenn ich dazu übergehe, die „Es währt nicht ewig“-Maxime auf den Rest meines Lebens anzuwenden. Manche Fummeleien werden immer und ewig fortbestehen, da darf man sich nichts vormachen, und am Schlimmsten sind Dinge, die man nicht einfach sein lassen kann. Die Fummelei, um einen Espresso mit Milchschaum in der nicht vorhandenen Büro-Küche zuzubereiten! Duschen inklusive Beine rasieren! Fotos von einem Medium auf ein anderes bringen!

Das Leben macht mich manchmal rasend.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

3 Kommentare zu “Fummeleien

  1. kinder unlimited sagt:

    wie nett so ein kleines Wesen die Sicht auf die Welt ändern kann 😉 Geniess Deinen Kaffee ! LG Ann

  2. Bei der Überschrift hatte ich zunächst einen anderen Inhalt erwartet, aber nun gut ;-), der hier ist auch nicht schlecht. Ich hasse so manche „Fummelei“. Alle Verpackungen sind mir z. B. ein Graus. Oder dieTätigkeiten, die sich ständig wiederholen, wie sauber machen, Wäsche waschen und bügeln… . Das ist doch echt frustrierend…

    • jongleurin sagt:

      Ich bügele höchstens einmal in zwei Monaten und tarne das als Mutter-Tochter-Event, den Rest der Zeit feuchte ich meine drei knitterfreudigen Blusen beim Duschen mit Wasserdampf ein und trage sie dann am Körper zu annehmbarer Glätte. Ich gebe zu, das ist nichts für Tage mit Terminen, aber ich muss in meinem Job auch wirklich selten Bluse tragen.

      Genau, der ganze Haushaltskram ist exakt dieselbe Fummelei. Fürchterlich. Verpackungen ist auch ein tolles Beispiel, vor allem die Vakuum-Verpackungen…Da hat jeder so seine speziellen Hass-Objekte, vermute ich!

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