Tagebuchbloggen 08/2015

Die liebe Frau Brüllen fragt mal wieder alle, die es hören wollen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Da antworte ich doch einfach mal. Ich werde den Eintrag quasi live-Ticker-mäßig den Tag über aktualisieren, für alle, die die Fortsetzungen nicht erwarten können! Plan für heute: Vormittags Home-Office, nachmittags Sonne, dann die Krabbe von der Kita abholen und zu Schwester 1 fahren, um sie zu besuchen. Abends bleibe ich zu Hause.

07:30 Der Wecker klingelt. D. schläft weiter, er hat Spätschicht und gestern mit seiner Ex-Mitbewohnerin Alkohol beim Portugiesen getrunken, das geht also in Ordnung. Ich mache mir Kaffee und setze mich mit Stephen Kings „Stark“ auf den Balkon, es ist schon so schön warm. Nach einer halben Stunde fällt mir das Tagebuchbloggen ein, also husch, husch, an den Rechner!

08:30 Home-Office. Dank der parlamentarischen Sommerpause ist es ruhig, ich mache mich an Umsetzungsvermerke, was genau so langweilig ist, wie es klingt.

12:00 Feierabend. Die Umsetzungsvermerke haben etwas unter Anfragen an den Chef gelitten: eine Podiumsdiskussion, an der weder er und noch sonst jemand aus der AG teilnehmen kann, aber an der alle anderen Fraktionen hochkarätige Abgeordnete schicken. Problem! Und eine Interviewanfrage der BBC zum Thema Prostitution, die er abgesagt hat. Das bedeutet: ich sage die Anfrage ab und verweise auf anderes Spitzenpersonal in der Fraktion. Auf englisch. Das hat Zeit gekostet. Aber es ist geschafft. Ich überlege scharf, was ich nun bis 16 Uhr mache, wenn ich die Krabbe aus der Kita abhole. Kartoffeln essen steht auf dem Plan, mehr weiß ich noch nicht.

13:00 Mit Blick auf den von Feldfrüchten immer noch überquellenden Kühschrank gibt es junge Kartoffeln mit Mangold, Petersilie, Dill und ordentlich Butter-Salz. Sehrlecker! Ich diskutiere per WhtasApp ein wenig mit Impi, der mich morgen in „Slow West“ begleiten soll und will, sich aber des OmUs verweigert. Ich kann und will aber nicht Michael Fassbender synchronisiert sehen! Das Problem wird vertagt.

13:30 Ich schnappe mir mein Rad und fahre eine Runde durch den Riesen-Park, der durch die internationale gartenschau in unserem Stadtteil entstanden ist und den ich immer noch nicht ganz kenne. Eine gemütliche Stunde plane ich ein.

14:30 Stolz wie Bolle auf meine gute Einschätzung und schön durchgesonnt und durchgeradelt kehre ich nach Hause zurück. Noch einen schnellen Latte Macchiato mit meinem Milchschäumer, die Nachmittagstasche gepackt und los gehts zur Kita.

15:45 Die Erzieherin erzählt vom windelfrei-Experiment: es klappt leidlich, wenn die Krabbe oft genug auf Toilette geht. Selbst sagt sie aber im Spiel nicht Bescheid, wenn sie muss. Das hat zu Hause besser geklappt. In der Kita werden sie es noch ein paar Tage versuchen. Ich ziehe der Krabbe eine Windel an, wir werden den Nachmittag unterwegs sein, und wir ziehen mit dem Buggy los, den ich für recht lange Touren noch manchmal benutze.

16:10 Kurzes Telefonat mit Schwester 1, dass wir in der S-Bahn sitzen und recht pünktlich sein werden. Das rächt sich natürlich: drei Minuten später wird die Bahn eine Haltestelle vor dem Hauptbahnhof ausgesetzt, aus diversen Gründen: Polizeieinsatz, Brand im Tunnel, und irgendetwas ist defekt. Na dann. Begleitet von ständigen Fragen der Krabbe („Warum steigen wir aus? Gehen wir zu Schwester 1? Warum ist die Bahn kaputt? Ich will aber Bahn fahren…“ etc pp) suche ich eine Bushaltestelle. Die allereinzige in der Umgebung wird vom kürzesten Bus der Welt angefahren, 300 Leute versuchen einzusteigen, ich prengel mich rücksichtslos durch die rücksichtslosen Masse. Ist ja egal, Frau mit Kind, die Leute haben Feierabend… Mann, ey. Nehmt halt ein Taxi. Die Krabbe fühlt sich unwohl im engsten und heißesten Bus der Welt, schlägt sich aber tapfer.

17:00 Ankommen bei Schwester 1. Mit den Kindern tüdeln, Kekse futtern, „Therapy“ ausleihen, wieder losziehen.

18:30 Die Krabbe und ich kehren in einen klassischen Imbiss ein und futtern Pommes mit Currywurst. Die Krabbe verkündet, dass sie eine volle Windel hat. Ich verkünde, dass sie bis zu Hause warten muss, es ist weit und breit keine Wickelgelegenheit zu sehen. Mit dem müffelnden Kind wackel ich in die wieder fahrende S-Bahn, dann in den Bus und nach Hause.

20:00 Alter. Voll bis zur Halskrause, die Windel, es quillt den Rücken hoch. Wie ein Säugling, nur kraftvoller riechend. Das ist nicht mein Tag. Ich stelle die Krabbe unter die Dusche.

20:30 Vorlesen, „Der kleine Eisbär“, danach noch Familienfotos angucken, das neue Hobby der Krabbe. Etwas spät für meinen Geschmack, aber die Krabbe schläft zur Zeit so schlecht ein, dass ich den Verdacht habe, der Mittagsschlaf schleicht sich bald aus. Bevor ich wieder 45 Minuten Händchen halte, versuche ich es heute mal später am Abend.  D. kommt von der Spätschicht rein, die Krabbe will ihn noch kurz sehen. Danach wird nach einigen Diskussionen um kuscheln, Händchen halten, hinlegen, singen folgender Kompromiss geschlossen: Händchen halten ja, aber ohne Fummeln.

21:15 Die Krabbe schläft. Ging recht schnell, und ohne Händchen-Fummeln, ich mache drei Kreuze. Ich hasse Händchen-Fummeln. Kurzer Schnack mit Impi, wir vertagen Kino und gehen morgen in die Kneipe.

Das wars für heute. Ich will nur noch Netflix konsumieren, dann ab in die Heia.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein.

Ein Kommentar zu “Tagebuchbloggen 08/2015

  1. kinder unlimited sagt:

    super Idee !!!1

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