Die Krabbe geht auf Reisen. Im Väter-Netzwerk.

Nächsten Freitag bricht sie auf, mit dem Papa, der mal wieder surfen an die französische Atlantikküste fährt. Drei Wochen lang. Das ist an sich nichts Neues, die beiden waren auch schon mal fünf Wochen gemeinsam ohne mich weg – aber je älter die Krabbe wird, desto mehr vermisse ich sie. Ich bin schon schwer am überlegen, ob ich meinen beantragten Urlaub überhaupt zur Gänze antrete. Was soll ich denn zu Hause, wenn da kein Kleinkind rumhopst…!

Schön ist, dass die beiden nicht alleine fahren. Der Krabbe Kita-Freundin und deren Vater, der ebenfalls von der Mutter der Kleinen getrennt ist und Wechselmodell praktiziert, fahren mit. Eine Väter-Töchter-Kombo…! Aufgabenteilung: der Papa der Krabbe gibt Surfunterricht, der andere Vater übernimmt die Camp-Babysitter-Aufgaben. Ich feiere das ein wenig als geschlechtsspezifischen Schritt zur Gleichstellung, muss ich sagen. Endlich vernetzen sich auch mal Väter. Das tun sie nämlich selbst in der Elternzeit extrem wenig nach meiner Erfahrung – sicher auch vor dem Hintergrundwissen, so meine Theorie, dass sie das eh nur ganz kurz machen. Braucht man kein Netzwerk für. Wo Mütter gegebenenfalls aus reiner Notwehr zu sozialen Wesen mutieren, die sich nur noch in Grüppchen aufhalten, und somit der veränderten Situation Rechnung tragen, bleiben Männer hart wie Stahl ohne jegliche Außenkontakte zu Hause, höchstens mit der Partnerin gemeinsam, harren tapfer aus und gehen dann nach der Elternzeit ihrem alten Leben nach. Ich habe zumindest noch keine Vätergruppen oder auch nur Zweier-Kombos gesehen, die gemeinsam ihre Kinderwagen durch die Gegend schieben. Vielleicht sind da auch irgendwelche geheimen Männer-Ehrenkodexe im Spiel, die ich nicht durchschaue, das will ich nicht ausschließen, und es ist alles viel komplexer. Aber so lange ich keines Besseren belehrt werde, bleibe ich bei meiner Ansicht. So!

Theoretisch wird sich das verändern, je mehr Verantwortung die Väter übernehmen – Verantwortung im Sinne von Betreuungszeit. Diese Urlaubs-Situation etwa ist ein Indikator für mich. Beide Väter im Wechselmodell, und zack! wird sich vernetzt.

Die Krabbe wird herrliche drei Wochen haben, so viel ist sicher. Und ich nehme mir vor, das schrecklich doll zu genießen, mit D. ein paar Tage weg zu fahren, schrecklich viel zu kochen, zu essen, zu schlafen, zu lesen. Toitoitoi.

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