Ein Meilenstein: Trennung und Finanzen

Ich bin so aufgeregt: das erste Mal seit der Trennung werde ich Klamotten für die Krabbe kaufen und dafür etwas Geld vom Papa bekommen! Hurra, hurra, die Kita brennt!

Um diese Sensation zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen. Die Trennung ist nun ziemlich genau 1,5 Jahre her. Wir teilen uns die Krabbe ziemlich genau hälftig auf – in der Betreuung zumindest. Das Kindergeld teilen wir uns zum Teil, ein Teil davon geht auf ein Sparkonto für der Krabbe spätere Ausbildung, und die Kita-Beträge werden ebenfalls vom Kindergeld bezahlt. Unterhalt zahlt niemand, wobei der Papa weniger verdient als ich. Deshalb finde ich es auch nur gerecht, wenn ich mehr Anschaffungen mache, die beide nutzen – Laufrad, Winterjacken, Schuhe. Alles okay.

Ich sehe es nur nicht ein, dass der Papa so gar kein Geld ausgibt für die Krabbe, sich aber alle naselang ein neues Surfboard kauft. Und er gibt wirklich nichts aus. Ich sehe es an den Lebensumständen – sie hat bei ihm kein eigenes Zimmer und teilt sich das Bett mit ihm in seinem WG-Zimmer. (Um nicht falsch verstanden zu werden: ich finde es nicht schlimm, ihr wird dabei nichts fehlen, sie schläft gerne nicht-alleine. Es geht mir hier ein wenig ums Prinzip.) Er kauft ihr keine Anziehsachen, das macht ab und an seine Mutter und seit Neuestem seine Mitbewohnerin, was mich wirklich zur Schnappatmung verleitet. In der Praxis sieht das also so aus: ich kaufe neue Anziehsachen, der Papa übernimmt die Krabbe mit diesen und gibt sie mit zu kleinen Klamotten zurück. Diese sortiere ich aus, ziehe ihr passende Sachen an, übergebe sie an den Papa, und bekomme sie mit zu kleinen Sachen zurück…. etc pp. Sprich: ich kaufe und kaufe, und die Sachen verschwinden bei ihm.

Deshalb habe ich pragmatisch umgedacht: meinetwegen übernehme ich die Klamotteneinkäufe für die Krabbe und er beteiligt sich finanziell. Das ist in Paarbeziehungen ja auch nicht anders, und wenn es ihm keinen Spaß macht – mir macht es Freude, und ich habe natürlich einen total guten Geschmack. Der Vorschlag, sehr verhalten von mir vorgetragen, wurde abgelehnt – die Krabbe habe ja alles, was sie braucht. Schnappatmung again. Ja, weil ich alles kaufe!!!!

Nach ein paar Wutanfällen auf meiner Seite bezog ich „Steter Tropfen“-Position und verlangte die von mir gekauften Sachen immer mal wieder zurück. Auch dem Papa fiel nun auf, dass der Kleiderschrank immer leerer wurde. Bei der letzten Übergabe, als ich mal wieder sortieren wollte, erklärte er, dass da dann nicht mehr viel sei. Ich nutzte die Gelegenheit und schreib vor ein paar Tagen eine wirklich zuckersüße Mail: ich würde nun gebrauchte Klamotten über online-Kleinanzeigen einkaufen, die Krabbe braucht ja auch eine neue Größe, ist gar nicht teuer. Ob er schon viele Sachen in der neuen Größe habe oder ich ihm etwas mitbestellen solle?

Nach drei Tagen die Antwort: ach, ja, gerne etwas mitbestellen. Na ja, geht doch.

Mei, was für ein Theater. Ja, diese sehr langsamen, hart umkämpften Fortschritte waren auch ein Trennungsgrund, ich erinnere mich. Mir graust es etwas davor, wenn die Krabbe alt genug wird, das mitzubekommen. Ich hoffe und bete, dass sie ein Kind ist, das klar seine Bedürfnisse und etwas mehr einfordern kann und die sehr tolerant ist.

Aber, das muss ich zugestehen und das ist das Wichtigste: er ist sehr liebevoll und verantwortungsbewusst mit ihr. Ich will auch gar nicht, dass er alles macht wie ich. Die Krabbe kommt wunderbar mit den verschiedenen Welten zurecht, so weit ich das beurteilen kann. Aber diese Strukturen – das macht einen fertig.

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