Haustausch nach Amsterdam: unsere erste Erfahrung

Seit einigen Monaten bin ich mit unserer Wohnung auf einem Haustauschportal angemeldet. Die Erstellung einer solchen Anzeige ist recht frickelig, aber Kollegin N. hatte so tolle Tauschgeschichten zu erzählen, dass ich es versuchen wollte.

Tatsächlich ist Hamburg noch nicht so arg viel vertreten, was wir als Vorteil für uns werteten. Es trudelten bald erste Anfragen ein, aber es ist wirklich nicht so einfach – entweder das Datum passte nicht oder der Ort war nicht so unserer. Wir schrieben auch Anfragen, aber da kam dann wiederum nicht so viel zurück.

Zu Pfingsten dann endlich ein Match: Bart und Sandy und ihre Kinder wollten nach Hamburg, wir könnten nach Amsterdam. Fanden wir gut, die Zugtickets wurden gebucht, und dann fing die Arbeit an. Denn das Konzept ist wie alles im Leben: entweder man hat mehr Geld oder mehr Zeit zu investieren. Da ein Haustausch kein Geld kostet, kostet er Zeit.

Bart und Sandy waren schlau und schickten uns vorab schrecklich viele Dinge: ein Manual für die Wohnung, die Umgebung, einen Vertrag und einfach irre viele Infos. Damit hängten sie gleich mal die Messlatte recht hoch, und bei uns brach etwas der Schweiß aus. Ganz fertig sind wir immer noch nicht mit der Erstellung des Handbuches zu unserer Wohnung, aber wir konnten immerhin etwas vorlegen, als die Amsterdamerinnen anreisten! Die Kommunikation vorab war sehr intensiv, auch zeitintensiv. Unheimlich freundlich, aber natürlich viel mehr als mit einem Hotel. Dazu kommt: Ein Tag vorher musste geputzt werden, etwas Platz für die Gäste gemacht, Betten bezogen, ein Snack für die Ankunft vorbereitet, die Schlüsselübergabe geklärt und die Nachbarn informiert werden. Diese Arbeit hat man natürlich beim klassischen Urlaub nicht, und ich hatte es etwas unterschätzt. Aber endlich war es so weit, und wir fuhren los.

Insgesamt war das ein Erfolg, die Reise überhaupt und der Haustausch ebenso. Amsterdam ist super, und es war wirklich interessant, in einer bewohnten Wohnung zu übernachten. Man hat nicht so sehr das Gefühl, Touristin zu sein, sondern dort zu leben. Sehr komfortabel war es außerdem, alles war vorhanden, inklusive Berge von Spielzeug, die die Krabbe fassungslos aufgedreht den Nachtschlaf verweigern liessen. Bart und Sandy überließen uns sogar ihre Museums-Jahreskarten, ihre Zoo-Jahreskarten und ihre Fahrräder, was ich enorm großzügig fand und fast etwas beschämend, da wir mit so etwas nicht dienen konnten. Wer einen Hang zum leichten Voyeurismus hat, den wird diese Urlaubsform natürlich auch sehr glücklich machen. Von meiner Warte aus war es die Mühe wert, und man spart tatsächlich sehr viel Geld für die Unterkunft.

Jedenfalls sind wir jetzt angefixt. Und da wir das Manual nun endlich fast fertig haben, muss sich das auch lohnen, also müssen wir jetzt schnell wieder tauschen. Die ersten Nachrichten sind raus.

Ein kleiner Nachteil: ein bißchen sozialer Druck ist schon, dass muss man aushalten. Viele, sogar die meisten der angebotenen Wohnungen sind ziemlich superior. Da muss man mithalten oder die Achseln zucken, dazwischen geht nicht. Aber das Prinzip ist ganz klar: wer schon hat, dem wird gegeben und der kann viel Geld sparen, wie so oft im Leben. (Zum Beispiel bei der Aufladekarte der Schwimmbäder in Hamburg: wenn man zum Beispiel 75 Euro auf einmal investiert, spart man bei jedem Besuch 16%. Lobenswert. Aber erst mal muss man halt spontan 75 Euro über haben, um Geld sparen zu können. Es ist etwas ermüdend.) Haustausch ist anscheinend eine Sache des eher wohlhabenden Milieus.

Da sehe ich uns jetzt nicht ganz, aber immerhin haben wir eine ganz schöne Wohnung in Hamburg. Ich denke, das ist okay – Hamburg ist immerhin ein attraktives Reiseziel, deshalb wird das schon klappen mit den Tauschs. Momentan laufen Verhandlungen mit Berlin, Barcelona und Kopenhagen! Weiter gehts!

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