Vorgelesen: Der Drache mit den roten Augen von Astrid Lindgren

Featured image Mit dem Vorlesen ist das ja so eine Sache. Ich habe mich lange darauf gefreut, dass die Krabbe so richtig vorgelesen bekommen möchte. Die Buchauswahl allerdings ist ein Problem, denn es gibt Bedingungen:

  • die Krabbe muss es mögen
  • ich muss es auch mögen, D. muss es mögen. Damit fallen neu aufgelegte vergirliete Grimm-Märchen schon mal weg.
  • Der Text sollte in 10-15 Min vorgelesen sein. Damit fällt gemeinerweise Petterson und Findus weg. Ich lese die trotzdem vor, weil ich es will, es ist aber für mich nicht befriedigend, ein Buch in der Mitte zu beenden, da muss ich noch stärker werden.
  • Die Bilder sollen nett sein.
  • Nicht zu dolle Gender-Klischees, bitte.

Wir haben hier ein paar Favoriten. Petterson und Findus trotz der Länge, der Grüffelo und seine Kollegin, die Hexe. Der kleine Bär. Und nun endlich fand ich in der Bücherhalle etwas Kurzes von Astrid Lindgren. Ich freute mich, ein Klassiker, das geht doch immer! Ohne zu wissen, worum es in dem Buch geht. Das rächte sich. Das erste Vorlesen war für mich regelrecht schockierend. Ich nahm die Krabbe auf den Schoß, legte los und fand mich 5 Minuten später tränenüberströmt wieder. Die Geschichte ist schön, wenn auch nicht wirklich etwas passiert, aber so traurig… ich versuchte mich zusammenzureißen, die Krabbe muss nicht alles merken, und anscheinend war ich erfolgreich. Das Buch ist zur Zeit das favorisierte, und nach dem fünften Vorlesen muss ich nur noch etwas schlucken statt zu weinen. Ist das jetzt gut, wenn ein Vorlese-Buch mich so mitnimmt? Mich, die ich nun wirklich nicht zur Sentimentalität neige? Ich betrachte es mal als Qualitätsmerkmal und weiß jetzt wieder, wieso ich bei Erwähnung von Astrid Lindgren auch oft dunkle Gefühle habe. An „Mio, mein Mio“ etwa habe ich nur vage, aber sehr düstere Erinnerungen. Astrid Lindgren ist eben doch mehr als „Die Kinder von Bullerbü“. Als nächstes vielleicht doch lieber „Nein, ich will noch nicht ins Bett!“ von derselben Autorin. Das klingt nach etwas weniger Herzschmerz.

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