Tagebuchbloggen März 2015

Wie letzten Monat fragt Frau Brüllen nach meinem Tagesablauf, und wie letzten Monat handelt es sich um einen Donnerstag. Die Krabbe ist bei mir, und ich hätte meinen freien Tag: wenn alles normal wäre bei der Arbeit, ist es aber nicht. Eigentlich war alles ganz anders geplant, denn ich hatte für heute ein Fachgespräch für die thematisch involvierten Abgeordneten zur Entgeltgleichheit geplant. Doch dringende Plenumtermine kamen dazwischen, so dass es abgesagt werden musste. Ich bin so gar nicht böse drum – nach den letzten Tagen kann ich etwas nachlassenden Stress verkraften. Also gibt es heute nur etwas Home-Office, denn ein wenig gibt es zur Quote schon noch zu erledigen.

07:00 Wecker klingelt. Die Krabbe hat gut geschlafen, liegt aber trotzdem neben mir. Anscheinend habe ich sie rüber geholt. Das Kind wird ebenfalls wach und verlangt nach Milch und Brot. Ich mache mir einen Kaffee und bereite der Krabbe Milch vor.

08:00 Wir brechen zur Kita auf. Der Papa hat die Krabbe gestern ohne Buggy geliefert. Das kann man theoretisch machen, da sie ganz gut und vor allem gerne läuft, aber da sie in des Papas Stadtteil zur Kita geht und wir ca 1 km Fußweg zurücklegen müssen, ist das doch recht kurz von dem Herrn Erzeuger gedacht. Zum Glück hat Lieblingsnachbarin L. ihren Buggy zur Verfügung gestellt. Die Krabbe kriegt die Krise, weil sie nicht laufen darf und der Puppenbuggy auch nicht mit darf. Auf Grund des Getöses lugen L. und ihre kleine Tochter aus der Nachbarwohnung und die Krabbe akzeptiert dank der Ablenkung die Abreise ohne Spielzeugsammlung.

08:30 Krabbe ist abgeliefert, ich besorge mir meinen Kaffee und mein Kartoffelbrötchen beim türkischen Bäcker und steige in den Bus nach Hause.

9:15 Meldung zum Home-Office. Der Plan: Mit Kollegin N. werden Hintergrundinfos zur Quote  aufbereitet und hübsch gemacht, eine Pressemitteilung muss  zu dem Thema abgestimmt werden, außerdem muss der neue Termin für das Fachgespräch festgezurrt werden. Davon abgesehen könnte es noch hektisch werden, wenn wie zuletzt jeden Tag noch überraschende Zusatzaufgaben anfallen. Durch die Krankheit unserer koordinierenden Referentin merken wir jetzt gerade, was wir alles nicht wissen, und das in einem finalen Gesetzgebungsverfahren. Es gibt sanftere Schulen, aber sicher keine wirkungsvollere.

14:30 Aufbruch: Bücherhalle und Kita. Ich bringe diverse Grüffelo-, Pertterson und Findus- und Kleiner Bär-Bücher zurück, die seit des neuen Wimmelbuchs keines Blickes mehr gewürdigt werden, außerdem Moers´“Labyrinth der Bücher“ (habe ich nicht ertragen und nach 50 Seiten aufgehört. Was soll das sein, Satire? Fantasy? Bei „Lindwurm“ stelle ich mir außerdem einen Wurm vor, auch deshalb hat das Buch wenig Spaß gemacht) und diverse Zeitschriften zurück. Ich nehme mit: eine GALA und T.C.Boyles „Willkommen in Wellville“. Weiter gehts zur Kita. Die Krabbe macht Drama, weil sie ihre Schuhe anziehen soll, ist aber nach einer halben Stunde besänftigt, als ich ihr ein „Krosang“ verspreche. Im Bus ein Schnack mit einem Vater, der mit Frau und Kind unterwegs ist und die Krabbe bewundert, weil sie ohne Schreien im Wagen sitzt. Na ja. Vorführeffekt.

16:00 Ankunft zu Hause. D. ist wieder da! Seit vier Tagen nicht gesehen, den Mann. Sieht gut aus. Ist charmant. Ich mag den. Wir gehen zu dritt eine Runde spazieren, inklusive Latte Macchiato to go aus dem führenden (und einzigen) Szene-Café. Am Spielplatz verlasse ich die beiden, weil ich noch kurz den Vorgarten entmüllen muss und zehn Minuten im Home-Office verbringe. Auf dem zu Hause gelassenen Handy entdecke ich, dass wir zum GNTM-Gucken heute abend zu viert sein werden – die Mädels kommen! Einst einte uns das Kinderwagen-Schieben, nun das. Man entwickelt sich weiter.

18:00 D. und die Krabb trudeln wieder ein, schwer bepackt. Die Krabbe sorgt sich sehr um den Bär im Puppenwagen – er ist nass und braucht neue Windeln. Beginn des Kochens, es gibt Reis mit Gemüse. D. und die Krabbe verlustieren sich währenddessen mit dem Bären und den Windeln.

19:00 Fertig mit Essen. Wir machen etwas klar Schiff, während die Krabbe den frischen Ingwer zerpult. Sie riecht nachher recht würzig, aber immerhin war sie konzentriert bei der Sache. D. und die Krabbe packen seinen Dienstreisen-Rucksack aus.

19:45 Die KRabbe ist irgendwie überdreht und wirft ihre Zahnbürste wiederholt mit Schmackes durch das Bad. Ich gebe auf und über gebe an D.

20:00 Die Nachbarin kommt, wir werfen den Beamer an. Nach und nach stoßen die anderen Damen hinzu, und wir genießen den Feierabend mit herrlichen Bildern von den nexten Topmodels. Zwischendurch steckt D. den Kopf herein, die Krabbe schläft.

22:45 Ich begebe mich zu D. in die Ruhe.

Ein schöner Tag, durchaus.

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