Der Haushalt – #AufAugenhöhe?

Seit ich mit D. zusammen wohne, muss natürlich auch die Haushalts-Arbeit neu aufgeteilt werden. Das ist mir sehr wichtig, denn ich hasse Haushalts-Arbeit, und ich will so wenig wie möglich machen, ohne dass es extrem öddelig wird. Vor allem will ich nicht die Hauptverantwortliche, Ansprechpartnerin, Chefin bei dem Thema sein. Ich finde da ganz klare Verabredungen super. Das ist mir auch nochmal bei der Blogparade #AufAugenhöhe aufgefallen, die hier bei murmelmama gestartet wurde. Ich will ganz sicher nicht die sein, die hinter ihren Wohnungsgenossen herrennt und Bescheid sagt, was hier geputzt werden muss – aus meiner WG-Zeit habe ich Putzpläne lieben gelernt. Keine Diskussionen, jeder weiß, was zu tun ist. Es kommt mir zu Gute, dass ich bei weitem nicht nervös oder unzufrieden werde, wenn es in meiner Wohnung nicht „gut genug“ geputzt ist. Ich finde es super, wenn es nicht klebt und man Besuch empfangen kann, ohne vorher großfächig putzen zu müssen. Viel mehr Ansprüche habe ich nicht. Deshalb gibt es wirklich keinen Grund, D. Arbeit abzunehmen.

Wir verständigten uns im Vorfeld darüber, dass er die Wäsche macht und ich den Müll. Dazu muss man sagen, dass er als Single bis dato ca. alle drei Wochen einen Waschtag eingelegt hat, dann die Wäsche aufgehängte und auf seinem Hochbett versteckte. Nun zog er mit Frau und Kind zusammen und erlebte einen leichten Realitätsschock – vor allem darauf basierend, dass ich nicht bereit bin, dem Kind und mir so viel Gaderobe anzuschaffen, dass man nur alle drei Wochen waschen muss. Auch frappierend: Wenn die Krabbe bei uns ist, ist nicht selten ein täglicher kompletter Kleidungswechsel erforderlich. Wegen Flecken. Bei allen. So groß ist der Wäschekorb bei weitem nicht.

Ich bringe daher jede Woche fröhlich summend den Müll weg. Weil ich eine mitleidige Seele habe, hänge ich auch manchmal Wäsche ab oder werfe eine Maschine an, aber man muss schon sagen: D. hat mehr Arbeit.

Noch eine Aufteilung: D. Bad (ich hasse diese Kloputzerei), ich Küche. Einmal die Woche ist unser Putztag, das klappt ganz gut und reicht auch. Ca 45 Minuten müssen da investiert werden.Wobei ich nach einem halben Jahr in der Wohnung merke, dass ich vielleicht etwas grundsätzlicher werden muss und mir jede Woche noch eine extra-Sache vornehme wie Schubladen auswischen, Backofen putzen etc, sonst akkumuliert sich das so und endet in einer doch etwas unangenehmen Schmuddeligkeit, die man irgendwann nicht mehr aushält und wegen der man dann einen mega-Putztag machen muss. Ratet mal, wer auf so was keinen Bock hat.

Der Fussboden leidet ein wenig unter mangelnder Aufmerksamkeit. In der Küche fegen wir nach jedem Essen, aber sonst… Dielen sind da aber auch verführerisch. Irgendwie verschwindet der Schmutz einfach so. Verfluselt er in den Dielenritzen? Wer weiß… Wenn ich Besuch bekomme, sauge ich manchmal vorher und finde ein paar Wollmäuse hinter den Türen. Das ist jetzt nicht so schockierend, dass ich das Gefühl habe, hier muss mal was an der Praxis geändert werden.

Mit dem kochen wechseln wir uns einigermaßen ab, wobei beide ihre Spezialisierungen haben. D. hats gern asiatisch und/oder mit gedünsteten Gemüse, ich bin die Pfannkuchen/Nudel-Fraktion. Da D. zu ausschweifenden Koch-Aktionen neigt und ich es besser finde, nach einer halben Stunde am Herd fertig zu sein, koche ich etwas öfter, wenn die Krabbe da ist und daher nach hinten raus nicht ewig Zeit ist. Die Abend-Routine! Isse wichtig!

Das wars auch schon. Mehr Haushalt machen wir hier nicht, und ich finde das ganz gut. Ab und an sortiere ich mal die Schuhe und räume durch, wenn die Krabbe da ist und spielt und mich nicht braucht, aber das ist freiwillig. Hier sieht es deshalb schon des Öfteren nicht mega-ordentlich aus. Die Krusch-Ecken sind hie und da etwas dominant. Aber ich kann nicht anders, ich bin einfach so! Als Beleg dient mir eine Anekdote: meine erste WG hatte ich mit dem damaligen Freund von Schwester 1 bezogen. Eines Tages kam diese zu Besuch, lugte in meiner Abwesenheit in mein Zimmer und rief erregt: „Mein Gott! Da wurde eingebrochen, glaube ich!“ Ihr Freund konnte sie zwar oberflächlich beruhigen, dass es immer so aussähe bei mir, aber tief in ihrem Herzen war sie stets verstört wegen dieses Anblicks.

Aber das ist nun 15 Jahre her, und ich bin weiser geworden. Hier sieht es jetzt gerade zum Beispiel aus wie Hulle. Meine Strategie: ich hole nach dem Home-Office die Krabbe aus der Kita ab, hole die Nachbarstochter dazu und mache Wäsche. Entweder spielen die beiden Kleinen wonniglich dabei und ergötzen mich bei meinem stumpfen Tun, oder aber ich beziehe sie mit ein und lasse sie raten, wem welche Unterhose gehört. Jedesmal ein Riesengaudi!

Insgesamt gesehen bin ich sehr zufrieden mit dieser Aufteilung. Sie ist fix, jeder hat ungefähr gleich viel Aufwand, und da finde ich die Begrifflichkeit „auf Augenhöhe“ ganz passend.

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