Atemlos durch die Nacht

Die Krabbe ist krank. Seit Freitag ist hier Ausnahmezustand. Der Papa in Urlaub, die Krabbe 2 Wochen bei mir, und am zweiten Tag zack! Fieber. Ich meldete mich kind-krank. Das ist insofern eine Premiere, als dass die Kleine sonst beim Papa ist, so lange ich in Berlin arbeite. Das Problem, ein krankes Kind und Arbeitstage zu vereinbaren, hatte ich also bisher nicht.

Am schlimmsten war es gestern. Sagenhafte 40,7 Graf beobachtete ich nachts, verabreichte fleißig Paracetamol-Zäpfchen, die die Krabbe ebenso fleißig in die Windel zurückpupste, was ich erst zwei Stunden später bemerkte. Die Krabbe war lieb, aber so unruhig, dass ich kein Auge zumachte. Ich hatte ungefähr drei Stunden Schlaf bekommen, als um 5:50 Uhr der Wecker klingelte, und ich beschloss, die Krabbe kann nicht in die Kita und ich nicht zur Arbeit. Dabei war es dringend, es gab so viel zu tun! D. sprang spontan um 5:55 Uhr ein, und ich sauste nach Berlin. Mein Gehirn lief auf kompletter Sparflamme. Ich schaffte es in einer Besprechung erst nach drei Anläufen, die Buchstabenkombination BGremBG korrekt aufs Papier zu bringen (das ist aber auch ausgeschlafen relativ kompliziert! Wirklich!) und verordnete mir striktes Redeverbot, weil ich schon merkte, dass ich Dinge lustig fand, die bei den Kollegen für Irritation sorgten. Diese Müdigkeitseuphorie kenne ich noch aus Studierendentagen, wenn man zu lange gefeiert und quasi durchgemacht hat. Ach ja, früher…

D. ging mittlerweile mit der Krabbe zum Arzt, wo nichts Schlimmes festgestellt wurde, schickte Fotos von der Krabbe im Cafe, vom Kuscheln im Bett, und machte offensichtlich das Beste draus. Morgen wieder Kita ist durchaus möglich, so der Tenor. Frohgemut sauste ich nach Hause, brachte die Krabbe ins Bett und merkte nach einer halben Stunde: Fieber kommt wieder. Heute bin ich also wieder zu Hause.

Köpfchen streicheln, tragen, nächtliche Husten-Attacken über eine Stunde, Appetitlosigkeit, Kind-Krankschreibung… Jaja, das ist alles nicht weiter bemerkenswert, aber ich bin durch. Meine Nerven! Das erinnert mich vage an die Säuglingszeit. Da wird mir immer bewusst, wie gut es mir tut, dass die Krabbe inzwischen einen so verlässlichen Rhythmus hat, dass sie meist so gut gelaunt ist, dass sie immer eigenständiger wird. Ich weiß, auch dieser Infekt geht vorüber, und wahrscheinlich ist der Spuk spätestens bis übermorgen vorbei. Bis dahin brauche ich aber noch eine Extra-Portion Launensteigerer.

 

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2 Kommentare zu “Atemlos durch die Nacht

  1. Annalisa09 sagt:

    Viel gute Besserung an die Krabbe. Liege auch gerade mit Fieber im Bett und hoffe das ich morgen schon wieder zur Arbeit kann, da es mir hier ganz schön fad ist und ich auch keinenHunger habe.

  2. jongleurin sagt:

    Ist ausgerichtet 🙂 Gute Besserung zurück, das mit dem Hunger und Langeweile ist doof. Vielleicht könntest du True Detective schauen, das hilft ungemein! Zumindest gegen die Langeweile.

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