Serie: True Detective

Foto von HBO

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D. guckt nicht gerne Serien, aber auf True Detective konnten wir uns einigen. Immerhin hat der Spaß nur 8 Folgen, wurde in den Feuilletons hoch und runter gelobt und hat zwei derbe Schauspieler dabei. MMC (ich kann den Namen einfach nicht schreiben. Matthew McConaughey? Ihr wisst schon.) und Woody Harrelson liefern eine ziemlich gute Performance ab.

Zum Inhalt: Es geht um die Detectives Cohle und Hart, die erstmals in den 90er Jahren aufeinander treffen und zu Partnern werden. Cohle ist bereits als Soziopath verschrieen, niemand will mit ihm arbeiten, aber mit Hart entsteht eine Art von Beziehung. Beide knötern sich die gesamte Serie über aufs Herrlichste an. Cohle ist auf Grund von Traumata philosophisch-leidend unterwegs, eine Art brillianter Emo-Nerd, während Hatz der stereotype Südstaaten-Männlichkeitswahn in persona ist: Große Klappe, betrügt seine Frau, harter Kerl, guter Polizist. Die Darstellung, wie beide sich gegenseitig auf die Nerven gehen und sich dennoch irgendwie mögen, ist wirklich eine der besten Sachen, die ich je gesehen habe. Verstärkt wird diese Beziehung durch die gruselig-träge Grundstimmung in der Serie, die ich gerne mit den amerikanischen Südstaaten verbinde und die das einzige war, was mich länger als eine Folge an True Blood interessiert hat: die Südstaaten sind das amerikanische Bayern, aber eben auch noch viel mehr. In der feuchten Hitze kann man sich die Brutzellen von allem denkbaren Bösen und Abartigen und Fanatischem bildhaft vorstellen. Alles verfällt und vermodert, nicht nur die Bauwerke, auch die Menschen und deren letzten Überbleibsel von Moral und Normalität.

Moviepilot schreibt dazu: Im Jahr 1995 werden die Detectives Rust Cohle (Matthew McConaughey) und Martin Hart (Woody Harrelson) zu einem Mordfall gerufen. Sie arbeiten erst seit Kurzem zusammen und aufgrund ihrer unterschiedlichen bis gegensätzlichen Persönlichkeiten entstehen schon bald Spannungen zwischen den zwei Männern. Schnell finden sie heraus, dass es sich bei dem Täter um einen rituellen Serienmörder handelt. 17 Jahre später wird ihr Fall noch einmal aufgerollt und die Detectives werden zur Befragung herangezogen. In getrennten Räumen erzählen die beiden Polizisten erneut ihre Geschichte. Es folgt die Reflexion der Vergangenheit und diese birgt mehr erschreckende Ereignisse, als sich Cohle und Hart eingestehen wollen. Während alte Wunden wieder aufreißen, wird klar, dass auch auf der Seite des Gesetzes so einige düstere Gestalten zu finden sind. Es beginnt eine Odyssee in die Tiefen der menschlichen Abgründe und am Ende der Straße erwartet beide Männer das Grauen ihrer Vergangenheit in Louisiana.

Ich empfehle die Serie sehr, muss aber warnen: die schaut sich nicht so einfach weg. Es ist harte Kost, aber diese Atmosphäre! Göttlich. Herrlich auch, wie MMC im späteren Handlungsstrang durch lange graue Pferdeschwanzfrisur und fieses Licht auf älter getrimmt wird, aber immer noch seinen Surfer-Body in engen Longsleeves präsentieren darf. Woody Harrelson dagegen darf sein Stirn-Toupet der früheren Jahre ablegen und seinen Bauch wieder locker machen.

Und, da muss ich wirklich mal beleidigt sein, der Bechdel-Test wird nicht bestanden. In 8 Folgen! Es gibt eine wichtige Frauenrolle, nämlich Harts Frau, die irgendwann für Spannungen zwischen den Detectives sorgt und zum endgültigen Bruch führt. In einer Szene sitzt sie gemeinsam mit Cohles kurzzeitiger Freundin an einem Tisch, aber ich bin ziemlich sicher, dass die beiden Frauen sich nicht direkt unterhalten, sondern nur mit den Männern sprechen. Da ist noch Luft nach oben, denn nötig wäre das nicht gewesen. Es gibt durchaus einige Rollen, die selbst nach sehr strengen Maßstäben von Frauen hätten dargestellt werden können.

Aber sonst gilt: hier gibt es nix zu meckern. Serie at its best. Ich habe fast ein bisschen Angst vor der zweiten Staffel, denn so etwas noch einmal zu erreichen dürfte schwierig sein.

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3 Kommentare zu “Serie: True Detective

  1. kinderunlimited sagt:

    Tolle Serie……..ich mag übrigens Silicon Valley gern, da sind die Frauen zwar auch in der Minderheit…aber trotzdem intelligent, lustig und viel Wahrheit über die Verrücktheit, die dort herrscht.

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