Tagebuchbloggen 01/15

Neues Jahr, neues Glück! Frau Brüllen fragt die Bloggerinnen: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Hier bitte:

  • 05:50 Ich stehe auf, auch D. krumpelt sich aus dem Bett. Während des Frühstückes lamentiere ich über die Hammer-Geburtstagskuchen, die er für seine Kollegen gebacken hat (zwei Stück!!! verschiedene!!!), und die Tatsache, dass ich davon mal so gar nichts abbekomme. Das ist ungerecht. Man kann doch einfach die Kuchen anschneiden, in Tupperdosen aufschichten und so ganz unauffällig der Familie vorab ein paar Stücke abzweigen. Na ja, wendet D. ein, die Optik sei ja schon schöner bei einem Kuchen am Stück… Der gute Mann setzt nicht die richtigen Prioritäten. Kuchenlos steige ich um
  • 06:37 in den Bus Richtung Hbf.
  • 07:06 Pünktliche Abfahrt Richtung Berlin. Ich vertiefe mich kurz in meine Notizen, die vor Weihnachten als Vorbereitung zu einem Vermerk gemacht habe. Eigentlich will ich den dazu passenden Gesetzentwurf auf dieser Fahrt einmal durchackern, um zu sehen, ob irgendeine Forderung der Verbände aufgenommen wurde – anscheinend ist das aber nicht nötig für den geplanten Vermerk, ich war gründlich gewesen vor Weihnachten. Ich weiß davon abgesehen sowieso, dass nichts von den Forderungen umgesetzt wurde, das wäre sonst im Vorfeld ausgiebig abgefeiert worden. Also widme ich mich ruhigen Gewissens „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili, das ich bisher ganz großartig finde. Von Hamburg nach Berlin schaffe ich Seite 387 bis 521.
  • 8:58 Pünktliche Ankunft, ich marschiere auf Wanderstiefeln durch den Matsch ins Büro. Ausgiebige Schnackerei mit den Kollegen – die meisten sind noch gar nicht wieder da – dann geht es an die Vorbereitung eines Fachgesprächs, das in den kommenden Wochen stattfinden soll und von meiner Arbeitseinheit organisiert wird. Ich mache den ersten Aufschlag.
  • 12:30 Mittagessen mit der allerersten Kollegin aus meinen Anfängen in Berlin und ihren aktuellen Bürokollegen. Der israelische studentische Mitarbeiter wird überschwänglich und gibt mir Wangenbussis zum obligatorischen „frohen neuen Jahr“, woraufhin ich nervös zurückzucke. Tja, Welt an Provinz! Man kann seine Herkunft nicht verleugnen! Mein unweltfräuisches Verhalten ist mir das ganze Mittagessen über so peinlich, dass ich den armen Mann pausenlos vollquatsche.
  • 13:00 Schnell zurück ins Büro. Hier wird wenigstens nicht geküsst. Vorsichtige Umarmungen sind hier schon als emotionaler Vollrausch zu betrachten, das liegt mir mehr.
  • 16:15 Der Zug zurück nach Hamburg fährt pünktlich ab. Ich mache es mir mit dem Büro-SPIEGEL bequem und esse einen Salat vom türkischen Imbiss, während ich mit Tempo 200 durch den Osten rausche.
  • 18:05 Ich steige in den Bus zu Schwester 1, wo ich am Wochenende den Kuschelhasen der Krabbe vergessen habe. Der muss wiederbeschafft werden. Die Zwillinge, inzwischen 3,5 Monate alt, pennen in meinem Beisein im Arm des jeweiligen Elternteil ein. Ach ja, die Babyzeit! Ein paar Annehmbarkeiten bietet sie ja doch.
  • 18:50 Ich erreiche die Anti-Pegida-Demo – Tegida heißt das in Hamburg. D. und einige Bekannte sind schon da, aber so richtig Spannung kommt nicht auf. Es fehlt an einem fassbaren Gegner – in Richtung Dresden gegen zu demonstrieren ist irgendwie abstrakt. Dass nur herumgestanden und nicht marschiert wird, hilft auch nicht. Aber immerhin habe ich Präsenz gezeigt, was ich gerade enorm wichtig finde.
  • 20:30 D. und ich fahren nach Hause, ich hopse in die Badewanne, während er sich des Internets annimmt – wir haben den Anbieter gewechselt, und heute wäre der Umstellungstag. Irgendetwas hat da nicht geklappt, so dass der geplante „True-Detective“-Konsum nicht stattfindet. Wir schauen noch ein wenig nach Vorhängen für das Kinderzimmer, ich lese das „Achte Leben“ weiter, D. blättert im Reiseführer.
  • 22:00 Ich döse weg.

Das war es – ein ganz normaler Montag.

 

 

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