Das bißchen Haushalt, Herr Schäuble!

Gestern auf ZEIT online: die Aufschlüsselung des Haushaltes für 2015 – welches Ressort bekommt wie viel Geld. Man schaue und staune: http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-11/bundeshaushalt-2015-ausgaben

Arbeit und Soziales- geschenkt. Bin ich einverstanden. Aber dann: Verteidigung, 33 Milliarden. Man vergleiche den Etat des Familienministeriums: 8,5 Milliarden. Hallo? Sind wir von Feinden umgeben oder was? 33 Milliarden für Verteidigung? Erschließt sich mir nicht. Wozu brauchen wir ein stehendes Heer? Panzer? Hubschrauber? Die nicht mal fliegen, wie wir seit der heute-Show wissen.

Dann der sanfte Hinweis über die 8,5 Milliarden fürs Familienministerium: davon sind 5,4 Milliarden für das Elterngeld und Elterngeld Plus (super, keine Frage), etwa 2 Milliarden für das Betreuungsgeld. Feste Gelder, die nicht anders vergeben werden können. Das heißt, für gestaltende Familien-, Senioren, Frauen- und Jugendpolitik bleiben noch herrliche 0,9 Milliarden Euro übrig. Von 299,1 Milliarden Euro. Das ist doof. Vor allem, wenn man weiß, wie Projekte und Initiativen in diesem Bereich krebsen müssen, wie sie sich von Jahresbewilligung zu Jahresbewilligung hangeln (ganz zu schweigen von einer Kaste der Projekt-Mitarbeitenden, die sich von Jahresvertrag zu Jahresvertrag hangeln und bei dem Gedanken an Familienplanung müde lächelnd abwinken oder auf den Partner zeigen, der Ingenieur ist), wie enorm schwierig es ist, z.B.die Mehrgenerationenhäuser im Haushalt zu verstetigen – und das steht im Koalitionsvertrag, Herrgott Sakra nochmal. Dann noch so Unsinnigkeiten wie das Deutsch-Griechische Jugendwerk, das die Europapolitiker haben wollten, das aber aus dem Etat des Familienministeriums bezahlt wird… es ist zum Haareraufen.

Ach, ich träume von einem starken, einem wichtigen Familienministerium, dessen Hausspitze im Kabinett so richtig doll Rückhalt hat. Vor der Bundestagswahl letztes Jahr hatte Kollegin H. kurz fantasiert, dass Gabriel Vizekanzler und Familienminister werden könnte. Darauf herrschte versonnenes Schweigen im Büro, während Feenstaub vor dem Fenster herabrieselte und alle selig lächelten. Das hätte was gebracht, oh ja! Nur leider wollte er das nicht, der Sigmar, oh Wunder. Feenstaub Ende.

Wie sagte mein Chef jüngst: „Straße müsste man sein in Deutschland. Dann gibts auch Geld.“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s