Tagebuch November 2014

Der 05.11.! Tagebuchbloggen von Frau Brüllen! Heutige Bedingungen: Fahrt nach Berlin, arbeiten, Fahrt zurück und die Krabbe übernehmen. Schön mit Streik im Rücken.

5:45 Der Wecker klingelt. D. steht tapfer mit auf und verwickelt mich an Hand des neu angekündigten Lokführerstreiks in politische Diskussionen. Uff.

6.37 Der Bus immerhin ist pünktlich.

7.06 Der Zug wird mit fünf Minuten Verspätung angekündigt. Ich fürchte das Schlimmste, aber die Abfahrt erfolgt tatsächlich in diesem Rahmen. Es bleibt dennoch spannend: in den letzten zwei Wochen war kein einziger meiner Züge pünktlich, wegen Baumaßnahmen, die offensichtlich jeden Tag so überraschend stattfinden, dass die Verspätung erst zwei Minuten vor der korrekten Ankunftszeit durchgesagt werden. Da haben eh schon alle gemerkt, dass nach einer halben Stunde Tempo auf Regionalbahnniveau Berlin weit und breit nicht in Sicht ist, aber vielleicht hatte der Lokführer bis dahin ja tatsächlich die Hoffnung, er könne das noch aufholen. Wer weiß!

Ich habe mir Arbeit in den Zug mitgenommen, ich will nicht dauernd Minusstunden ansammeln, abgesehen davon ist eine Verspätung sowieso langweilig. Ich kann meine Backgammon-App langsam nicht mehr ertragen. Also bastele ich an einer Pressemitteilung zum ElterngeldPlus, während es draußen über den blühenden Landschaften novemberhell wird.

9:12 Nur 20 Minuten Verspätung, aber die PM ist soweit fertig. Ich wackele ins Büro. Heute steht die Ausschusssitzung an, eine ExcelTabelle zur Überarbeitung, die Vorbereitung eines Gesprächs für den Chef sowie die Konzeption einer Rede. Ich bin schon bei dem Gedanken erschöpft und mache im Kopf eine Prioritätenliste.

16.00 Ich verlasse den Bundestag. Dass der Zug Verspätung bei der Ankunft in Hamburg haben wird, habe ich bereits online recherchiert und den Papa informiert, dass ich dementsprechend Verspätung bei der Übergabe haben werde. Bisher keine Antwort. Aber immerhin habe ich fast alles bei der Arbeit geschafft, nur die Pressemitteilung muss  morgen im Home-Office noch kurz abgestimmt werden.

Für die Zugfahrt habe ich die taz, Sommerrollen und einen mittelguten Krimi von Nicci French dabei. Der Zug fährt mit 5 Minuten Verspätung ab.

18:22 Der Zug kommt mit 25 Minuten Verspätung an, ich springe innerlich im Dreieck. Immerhin schaffe ich es so fix in die S-Bahn, dass ich dem Papa keine weitere SMS wegen Verspätung senden muss.

18:37 Ankunft im Treppenhaus des Papas. Ich warte unten, während die Krabbe und er sich mit Geräuschkulisse aus dem vierten Stock nach unten vorarbeiten. Klingt im Treppenhaus-Echo-Sound ziemlich nach Horrorfilm: gaaaanz langsam sich näherndes heiseres Piepsstimmchen mit „Neeeiiiin!“ – „Mama! Mama?“- „Runter!“-„Neiiiiin!“-„Mama!“-„Milch!“ usw. usf. Ich bringe Chucky, das Original, zum Bus, während das entzückende Wesen heftig darüber nachdenkt, wo der Erzeuger nun ist. „Papa Auto!“- „Nein, Papa fährt jetzt mit dem Zug. Mama und Krabbe fahren Bus.“ – „Papa Bus!“ „Nein, Papa…“ etc. Am Ende der Busfahrt erfolgt die Erkenntnis: „Papa Zug!“ Ich wusste von Anfang an, dass das ein begabtes Kind ist.

19:00 Wir braten uns ein Ei.

19:30 Waschen, vorlesen, Bett. Das dauert am Übergabe-Abend immer lange, weil die Krabbe beim Papa ob des viel kürzeren Kita-Wegs immer erst später ins Bett geht.

20:30 Krabbe schläft. Ich sinke auf mein Bett.

20:45 D. kommt nach Hause. Wir machen noch schnell die Küche und die Wäsche, dann ziehe ich mich für eine Folge House of Cards in mein Boudoir zurück.

 

Tschüß, Welt!

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