Tagebuchbloggen November

Frau Brüllen fragt: Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Ich antworte hiermit. Rahmenbedingungen des Tages: die Krabbe ist da, es ist Sonntag – was will man mehr.

07:30 Der Wecker klingelt. Nachdem die Krabbe an den letzten beiden Tagen um 8:30 aufgestanden ist und sich ihr Rhythmus damit exakt um eine Stunde verschoben hat, werde ich nun gegensteuern. Die eine Stunde dösen mehr am Morgen ist mir die eine Stunde weniger Freizeit am Abend nicht wert. Einen Kaffee trinke ich alleine, dann wird der Nachwuchs sanft gerüttelt. Die Krabbe trägt das Wecken mit Fassung. D. darf weiterschlafen, den muss ich auch nicht ins Bett bringen.

Für heute ist noch nicht viel geplant, gestern war sehr voll gewesen und ich möchte am Liebsten nicht weiter raus als auf den Innenhof. Das Bad putzen, eine Quiche machen und die Krabbe an den Papa übergeben, das ist die Pflicht. Als Kür noch einen Tatort in der Nachbarkneipe. Nun denn, lieber Sonntag, auf gehts!

9:00 Frühstück. Die Krabbe setzt ihre jüngste Low-Carb-Politik fort: Möhren, Wurst, Apfel, Ei. D. und ich machen eine grobe Tageseinteilung: er will mit der Krabbe gleich los auf den Kinderbauernhof in der Nachbarschaft, ich werde in der Zeit die Quiche vorbereiten und das Bad putzen und mich nachmittags um die Krabbe kümmern.

9:45 Die beiden ziehen los, ich hänge mich ein wenig vor den Rechner, bevor ich mich an den Mürbeteig mache. Den muss ich nachschlagen, das mache ich nicht oft, aber D. hat es sich für die Quiche gewünscht. Nach dem ausführlichen Kühlen der Butter knte ich hoffentlich schnell genug und verfrachte ihn zur späteren Verarbeitung in den Kühlschrank.

10:30 Kaffee.

10:45 Bad putzen. D. anrufen: welcher Schwamm war noch einmal für das Klo? Er weiß weiter. Im Hintergrund kräht ein Hahn, die Krabbe gluckst: „Mama!“. D. erklärt, dass gerade eine riesige Sau vorbei gelaufen ist. Ich beschließe, das nicht persönlich zu nehmen.

11:30 ausruhen.

12:00 D. ruft an, die beiden machen sich wieder auf den Weg nach Hause. Ich koche für die Heimkehrenden: Pommes im Backofen. Nebenbei etwas klar Schiff machen in der Küche.

12:30 Heimkehr der Lieben, die Krabbe ist wie immer just 20 Meter vor der Haustür im Kinderwagen eingeschlafen. D. und ich nutzen die Zeit zum Pommes essen und lesen.

14:30 Die Krabbe wird wach. Den Nachmittag verbringen wir abwechselnd im Wohnzimmer oder in D.s Zimmer, der noch etwas arbeitet und das Gejuchze, Gerenne und Getobe mit sanft lächelnden Stoizismus trägt.

17:30 Der Mürbeteig wird zur Quiche, die Krabbe hilft mit und krümelt den kalten Teig fachfräuisch in die Springform.

18:15 Essen.

18:50 Aufbruch zum Papa-Treffpunkt. Ist die Krabbe beim Schuhe anziehen und auf dem Weg noch recht voller Freude („Papa! Papa!“), wird sie beim Treffen selbst etwas skeptischer. Wie es ihre Art ist, taut sie schnell auf, vor allem, als der Papa den Kindersitz einbaut. „Papa Bopf!“ sorgt sie sich – sie hat die Erfahrung gemacht, dass man sich am Autorahmen oft den Kopf stoßen kann.

19:20 Der Beamer zum Tatort gucken wird aktiviert. Ein solider Bodensee-Schmöker mit tapferen weiblichen Entführungsopfern und bestandenem Bechdel-Test. D. schaut noch ein wenig Jauch, das ist mir zu schwer für die Tagesezit – ich widme mich T.C. Boyle, „Grün ist die Hoffnung.“

22:30. Licht aus.

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