Gaderobenwechsel

Der Herbst kommt. Das Anziehen ändert sich, und ein Blick in den Kleiderschrank offenbart: neue Sachen müssen her. Das ist für mich immer ein Ärgernis. Ich bin ja unwillig, für Klamotten Geld auszugeben. Ich hasse shoppen, wenn ich in mehr als zwei Geschäfte muss, und online shoppen hasse ich noch mehr, weil man dann immer zur Post muss. Das macht ja nun wirklich keinen Spaß, zur Post gehen. Alles in Allem geht unfassbar Zeit für so etwas drauf, die ich nicht mehr habe – oder mir nicht mehr nehmen will.

Dennoch, ab und zu möchte ich andere Kleidung. Die Krabbe braucht auch mal neue Dinge im Kleiderschrank. Dafür habe ich Strategien entwickelt.

Für die Krabbe: second hand. Fast alles. In meiner Straße gibt es einen Kinder-Second-Hand-Laden, in dem ich regelmäßig einkaufe. Keine Schadstoffe mehr in den Klamotten, eine nette Atmosphäre, Spielecke für die Krabbe, was will man mehr. Bücher, Schuhe, Spielzeug gibt es auch, wenn auch in kleinerer Auswahl. Flohmärkte mag ich auch sehr. Von anderen Familien abgelegte Dinge dagegen passieren in letzter Zeit nicht mehr oft – ohne Keller bin ich nicht willens, Dinge zu lagern, die der Krabbe in zwei Jahren passen könnten. Und alle meine Mutter-Kolleginnen haben Kinder in der Größe meiner Krabbe, da kann man nicht viel beerben.

Für mich: Kleidertauschparties. Eine lädt ein, dass alle ihre abgelegten und fehleingekauften Sachen mitbringen (Faustregel: wenn man es ein Jahr nicht getragen hat, kann es weg), außerdem Prosecco und etwas zu essen. Die Klamotten werden auf einen Haufen geworfen, und alle wühlen sich nippend und schmausend hindurch. Ein Riesengaudi. Und ziemlich praktikabel: so habe ich schon Klamotten ergattert, die ich sonst NIE anprobieren würde, und war sehr zufrieden damit, dass sie mir besser standen als je gedacht. Auch Dinge in anderen Kleidergrößen als an einer üblich können recht schmuck aussehen.

Ab und an fahre ich in die Studienstadt in einen Fabrikverkauf einer spanischen Mittelklassemarke. Da kaufe ich spottbillig Dinge, die mir sonst zu viel kosten, vor allem bürotaugliches. Das macht auch Spaß, vor allem mit den Ladies von damals, und weil es weit und breit kein anderes Geschäft gibt in diesem Gewerbegebiet. Eine konzentrierte Aktion von zwei Stunden, danach was essen und tada! fertig geshoppt.

Es ist schon toll, wenn man mit wachsendem Alter weiß, was man mag. Und einfach die Sachen weg lassen kann, die man nicht mag.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s