Patchwork – jetzt wirds ernst

Die Wohnungsuche war tatsächlich erfolgreich, was ich noch gar nicht recht fassen kann. Eine einzige Wohnung angeschaut, beworben, bekommen, und das im hiesigen Mietmarkt. Es gleicht einem Wunder!

Und dann ist die Wohnung auch noch toll. Altbau, 90 qm, 4 Zimmer, Dielenboden, Bad mit Badewann und Fenster, Küche mit genug Platz für einen Esstisch, zwei Balkone, ein Vorgarten, im Hinterhof ein Spielplatz für die vielen Kinder im Haus, und als wäre das noch nicht genug: Mutterkollegin L. plus Familie über den Flur. Der Umzug geht nur 60 Hausnummern weiter, das entzückende Wesen bekommt ein eigenes Zimmer, D. und ich jeweils ein eigenes Zimmer, ich plane die Anschaffung eines Beamers zum nächsten Herbst… Großartig.

Spannend wird natürlich, wie sich die Familiensituation verändert. D. und ich werden einen gemeinsamen Alltag mit Kind haben, wobei ich da erstmal wenig Probleme sehe. Aber einrütteln muss es sich doch, nehme ich stark an. Es gibt ja schon die üblichen Stolperfallen: Putzen, Aufgabenteilung, räumliche Nähe etc, und dazu noch die Verschärfungen: Wie reagieren D. und ich jeweils, wenn es zu unterschiedlichen Vorstellungen kommt, was das Kind betrifft? Werden wir ähnliche Wünsche an Alltags-Strukturen haben? Wer bringt sich wie viel ein? Schaffe ich es, nicht nur an den Papa, sondern auch an D. Kompetenzen abzugeben? Es ist immerhin eine light-Situation, da das entzückende Wesen die Hälte der Zeit beim Papa ist. Wie der widerum auf die Lage reagiert, ist für mich nicht ganz absehbar. Seit der Trennung ist noch nicht arg viel Zeit vergangen, das merkt man in den verschiedensten Zusammenhängen, und wie er auf eine „Stiefvater“-Situation reagiert, kann ich absolut nicht sagen.

Aber insgesamt freue ich mich wie bekloppt. In einer WG zu leben war für mich nicht ganz das Richtige in dieser Lebensphase; ein Resümee dazu muss ich bald mal veröffentlichen. Ich finde den Gedanken, als Kleinfamilie rumzudengeln, gerade ganz großartig und bin mir sehr sicher, dafür den richtigen Partner zu haben.

Ich darf nur nicht drüber nachdenken, der wievielte Umzug in den letzten 15 Jahren das ist, da kommen mir die Tränen. Vielleicht der zehnte? Mindestens. Ich hasse umziehen und tue doch nichts anderes. Ich weigere mich einfach, das noch einmal zu tun, komme, was da wolle. Die Aussichten stehen ganz gut, da sogar mein Arbeitsvertrag noch 3,5 Jahre läuft, also könnte, wenn nichts dazwischenkommt, tatsächlich mal etwas Ruhe und Zufriedenheit einkehren. Das wäre doch mal was.

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