Wes Andersons: Grand Budapest Hotel

Spontan beschloss der Papa, das Kind auf einen Surftrip nach Dänemark mitzunehmen. So hatte ich plötzlich überraschend viel freie Zeit und nutzte diese, um endlich wieder ins Kino zu gehen. Auf die Schnelle fand sich keine Begleitung, aber aus meiner Berliner Zeit kenne ich es noch, auch alleine ins Kino zu gehen. In Berlin machen das so einige, in der Hansestadt kann ich es gar nicht sagen, da ich die wichtigste Regel für Solo-Kinogänger befolgte: komme unbedingt erst ganz, ganz spät. Ich halte es nicht aus, wenn sich alle fröhlich unterhalten, und NUR mit MIR spricht niemand. Da werde ich depressiv. Das Wissen, dass das ein alberner Mechanismus ist, ich aber nicht gegen ihn ankomme, macht mich noch depressiver. Also vermeide ich das.

Ich kam also zwei Minuten nach Beginn des Films, ergatterte einen der letzten freien Plätze in der ersten Reihe und war quasi sofort hin und weg. Die Farben! Die Musik! Ralph Fiennes (der entfernt an D. erinnert)! Überhaupt, was für ein Schauspieler. Den gütigen Lebemann nimmt man ihm genauso ab wie den Menschenschlächter, das habe ich so noch nicht oft gesehen. Vielleicht noch bei Anthony Hopkins, wobei der auch in seinen gütigen Rollen immer einen Hauch irre wirkt.

Ich mag Wes-Anderson-Filme. Ich mag sowieso Filme von Regiesseuren, die gerne auf die immer gleichen Schauspieler zurück greifen, da fühlt man sich doch sofort heimisch. Dieser ist mir bisher der Liebste – es ist einfach eine schöne, turbulente, irrwitzige Geschichte, erzählt in einer Mischung aus nostalgischem Bilderbuch und Oldschool-Krimi. Ich musste immer an Roald Dahl denken. Wer diese Mischung nicht so gut ertragen kann, sollte den Film lassen, aber für alle anderen ist das großartige Unterhaltung.

Bechdel-Test:

(hier noch mal die Regeln)

So was von nicht bestanden. Spontan fallen mir vier Frauen-Figuren ein, die sich aber nicht ein einziges Mal miteinander unterhalten haben. Sehr schade. Aber egal.

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