Vertragsverlängerung, Teil 4

Wie angekündigt geht die Geschichte der Vertragsverlängerungen weiter. Stand seit Januar 2014: ich war nicht mehr Projektreferentin, sondern eine von vier Arbeitsgruppen (AG)-ReferentInnen für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Bis einschließlich Juni 2014, so lange lief mein 3. Änderungsvertrag. Das ist mäßig planungssicher, wie man sich vielleicht vorstellen kann, dementsprechend war ich angespannt.

Vor etwa zehn Wochen rief mich der Personalchef an, was sonst immer nett ist, in der damaligen Phase aber hauptsächlich spannend. „Wie gehts?“ fragte ich. „Gut. Ich kann endlich schieben!“ jubilierte er. Er hatte eine harte Zeit hinter sich, quasi die Post-Wahl-Zeit. Der Stellenplan war nicht verabschiedet, weil der geschäftsführende Vorstand noch nicht eingesetzt war. So war der Personalchef der einzige Ansprechpartner für etwa 30 befristet eingestellte ReferentInnen und Trainees, die händeringend auf Signale oder gar Aussagen warteten, konnte aber auch nichts anderes sagen als die Tendenzen zu verkünden, die er so mit bekam. Kein Geld für Personal! rief der noch kommissarisch tätige Vorstand. Lüge! rief der Personalrat. (Das ist eine etwas verkürzte Zusammenfassung der Diskussion, aber das Wesentliche ist damit erfasst.) Das führte dazu, dass wiederholt Angestellte vor dem Personalbüro herumlungerten und sich schluchzend an die Beine des Personalchafs hängten, sobald er sich einen Schritt hinaus wagte. Nein, das war sicher nicht schön für ihn.

Nun war der Vorstand eingesetzt, und der Personalchef konnte handeln. Personal-Tetris sozusagen. Ich wurde einem scharfen Kreuzverhör unterzogen: „Ich nehme der Einfachheit halber mal an, du willst hier bleiben?“ Jaaaa. „Da, wo du jetzt bist?“ Jaaaa. „Und wie viel Stunden möchtest du arbeiten?“ – „Tja…“ Die Frage kam etwas unerwartet, aber nicht gänzlich. „Ich könnte 25 Stunden machen, aber mehr nicht.“

„Das KÖNNTEST du also. Und was WILLST du?“ Oh, now we´re talking! So ist das hier gerade? Na dann! „24!“ stieß ich wild hervor. Das Tremolo am anderen Ende der Leitung erreichte ungeahnte Höhen. „Dann schauen wir mal, ob Wünsche wahr werden!“ Glückselig lachend, mit nur einem ganz kleinen Kickser ins Irre, legte er auf, um den nächsten ReferentInnen einen schönen Tag zu machen.

Seitdem habe ich allerdings nicht mehr viel gehört, nur mehr Aussagen bekommen. Mein Chef als Sprecher der AG sagte, er habe gehört, es solle so sein, wie der Personalchef sagte: ich bleibe in der AG, mit einer ca. 60%-Stelle, meine Lieblings-Kollegin ebenfalls. Zuvor teilten wir uns die Stelle, das wird auch faktisch so bleiben. 2-3 Anwesenheitstage pro Woche sind geplant – je nach parlamentarischen Sitzungskalender- und ein Home-Office-Tag pro Woche zusätzlich. Das ist absolut traumhaft: die zusätzlichen Stunden lohnen sich finanziell, das Pendeln macht mir wenig aus. Das Kind ist seit Februar in der Kita und es werden sich jetzt endlich mal Strukturen finden, mit denen der Alltag besser organisierbar sein wird.

Dann hörte ich nichts mehr. Nada. Ich versank in stumm-resignativer Hoffnung und ging einfach mal davon aus, dass das alles schon klappen wird. Ich habe keine Zeit für Nervenflattern, schon gar nicht acht Wochen lang.

Gestern kam der Vertrag. Bis zur nächsten Wahl ist mein Auskommen gesichert. Halte durch, GroKo!

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